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Verkehr

Großer Unmut über Sperrung in Nittenau

Die Stadt will die Situation an der einseitig gesperrten Brücke verbessern und beantragte die Befahrbarkeit stadteinwärts.
Von Renate Ahrens

Viele Stadträte fordern die Ampelregelung zurück, die vor einigen Wochen abgeschafft wurde. Foto: Ahrens
Viele Stadträte fordern die Ampelregelung zurück, die vor einigen Wochen abgeschafft wurde. Foto: Ahrens

Nittenau.Für großen Unmut sorgt zurzeit die einseitige Sperrung der großen Regenbrücke wegen der geplanten Sanierung. Man kann seit einigen Wochen nur stadtauswärts über die Brücke fahren. „Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt und sind etwas überfahren worden“, erklärte Bürgermeister Karl Bley bei der Stadtratssitzung am Dienstag.

„Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Karl Bley, Bürgermeister Nittenau

Bei einer Verkehrsschau einige Stunden zuvor mit Vertretern der Stadt, dem staatlichen Bauamt, der Polizei und dem Landratsamt habe er gefordert, die Befahrbarkeit statt stadtauswärts besser stadteinwärts zu ermöglichen. „Ob es tatsächlich machbar ist, wird nun geprüft“, so Bley. Geschäftsleute hatten sich beschwert, dass die Menschen aus der Stadt „hinausbefördert“ würden, und auch Rettungskräfte hatten Bedenken geäußert, rechtzeitig zu Einsätzen gelangen zu können. „Wir hoffen, in der nächsten Woche eine Lösung präsentiert zu bekommen.“

Zustand „bedenklich“

Noch seien einige „Unwägbarkeiten“ zu bedenken, wie die Umleitung des Schwerlastverkehrs oder die Gewährleistung für landwirtschaftliche Fahrzeuge, etwa an die Buign fahren zu können. Außerdem hatten die Vertreter der Stadt eine bessere Beschilderung zur Verkehrssituation gefordert, zum Beispiel auf der B16 von Regensburg kommend. „Eine Ampelregelung wäre uns lieber gewesen“, fügte Albert Meierhofer hinzu, doch hier habe das Straßenbauamt gleich abgewinkt. Auch die Stadträte befürworteten überwiegend die Ampellösung, denn diese, so Benjamin Boml (Freie Wähler), habe doch funktioniert. Aber das Bauamt befürchte unter anderem einen Rückstau, so Bley.

Anfragen im Stadtrat

  • Brückensanierung: Das Planfeststellungsverfahren der Regierung für die Brücke ist hoffentlich in einem Jahr abgeschlossen, erklärte Karl Bley. Wenn alles gut laufe, habe man in einem Jahr das Baurecht, dann könnten die Arbeiten ausgeschrieben werden und in etwa eineinhalb Jahren sollte eine Ersatzbrücke zur Verfügung stehen. In vier bis fünf Jahren könnte dann die neue Brücke realisiert sein – falls sich „keiner sträubt“.

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    Glyphosat Die Grünen hatten beantragt, auf den Einsatz des Herbizidwirkstoff Glyphosat auf Flächen der Stadt Nittenau zu verzichten. Dies sei jedoch, so informierte Bley, bereits seit dem Jahr 2017 verboten.

  • Bücherei: Die Auswertung der Statistik habe ergeben, dass im Vergleich mit anderen bayerischen Bibliotheken die Nittenauer Bücherei sehr nutzerfreundlich und gut besucht sei.

Die Sperrung werde etwa vier bis fünf Jahre dauern, erklärte der Bürgermeister, und: „Wir sind so lange abgeschnitten. Nichtsdestotrotz ist der Zustand der Brücke bedenklich.“ Man könne froh sein, betonte Meierhofer, die Brücke bis zur Fertigstellung der Ersatzbrücke überhaupt nutzen zu können – Alternative wäre die komplette Sperrung, was niemand wolle.

„Mit Schulbuslinien kann man auch Schulpolitik betreiben.“

Karl Bley, Bürgermeister Nittenau

Die momentane Situation bringt jedoch noch weitere Schwierigkeiten mit sich, wie eine Fahrplanänderung des Linienverkehrs der Strecke Neunburg vorm Wald über Nittenau nach Regensburg, die das Busunternehmen Meixner beantragt hatte. Wegen „unzureichender Umkehrmöglichkeiten“ soll die Haltestelle am Marktplatz zum Friedhof verlegt und die erste Fahrt nach Nittenau um fünf Minuten vorverlegt werden.

Eine Haltestelle soll verlegt werden. Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Eine Haltestelle soll verlegt werden. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

„Mit Schulbuslinien kann man auch Schulpolitik betreiben“, kommentierte Bley diesen Antrag, der sehr kurzfristig eingegangen sei, da die Änderungen bereits ab dem 20. Juli gelten sollten. „Solche unattraktiven Schulbuslinien führen dazu, dass die Kinder nicht nach Neunburg in die Schule gehen wollen, sondern nach Oberviechtach. Das tut uns weh“, erklärte Bley. Mit drei Gegenstimmen wurde der Antrag genehmigt. Die Haltestelle in Bergham werde inzwischen wieder angefahren, berichtete Bley. Sie war im Mai für zwei Wochen gesperrt.

Transparenz gefordert

Die Freie Wähler-Fraktion hatte gleich mehrere Anträge gestellt. So soll zum einen die Transparenz über Beschlüsse de Stadtrats für die Bürger verbessert werden. „Wir bitten, die Themen der nichtöffentlichen Sitzungen zeitnah bekannt zu geben, zum Beispiel auf der Homepage der Stadt“, sagte Boml. Auch die Stadträte selbst sollten besser informiert werden, über welche Themen sie öffentlich sprechen dürfen und über welche nicht.

Nittenaus Bürgermeister Karl Bley. Foto: Archiv/ph
Nittenaus Bürgermeister Karl Bley. Foto: Archiv/ph

Bei einigen Angelegenheiten, entgegnete Bley, sei es nicht wünschenswert, sie öffentlich zu machen, zum Beispiel über Grundstücksangelegenheiten. „Hier lässt die Verschwiegenheit der Stadträte manchmal zu wünschen übrig“, so Bley. Es ginge jedoch um abgeschlossene Themen, erklärte Boml, und Bley wandte ein, die praktische Umsetzung wäre schwierig. Auch rechtliche Bestimmungen machten dies nicht einfach, so Geschäftsleiter Jakob Rester. Man wolle das Thema intern besprechen, kam man überein.

Ein weiterer Antrag der Freien Wähler auf „Verbesserung des Vogelschutzgebiets Buign“ wurde zurückgestellt. Autos würden die Sperrung missachten, Hundebesitzer die Anleinpflicht, so die Begründung. Das Verbotsschild soll nun nach vorne versetzt und mit betroffenen Grundstückseigentümern Kontakt aufgenommen werden. Zum weiteren Antrag auf Erlass einer Verordnung zur Hundehaltung soll die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde abgewartet, die bisherige Fassung überarbeitet und bei der nächsten Sitzung zum Beschluss vorgelegt werden.

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