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Starkbier

„Großkopferte“ derbleckt

Die „Wichtigen und die, die es werden wollen“, pilgerten in die Sporthalle. Bruder Hasselbär teilte dort im Wahlkampf heiter aus.
von Max Schmid

Mit dem Anzapfen des ersten Fasses und dem Anstoßen auf ein zünftiges Starkbierfest startete die CSU in die fünfte Jahreszeit (v. l.): Brauereichef Markus Jacob, Pater Stephan, Starkbierredner Bernd Hasselfeldt, Altbürgermeister Jakob Scharf und Bürgermeister Georg Hoffmann.  Foto: Max Schmid
Mit dem Anzapfen des ersten Fasses und dem Anstoßen auf ein zünftiges Starkbierfest startete die CSU in die fünfte Jahreszeit (v. l.): Brauereichef Markus Jacob, Pater Stephan, Starkbierredner Bernd Hasselfeldt, Altbürgermeister Jakob Scharf und Bürgermeister Georg Hoffmann. Foto: Max Schmid

Steinberg am See.Der CSU-Ortsverband hat seine Stammtischhoheit beim Starkbierfest in der Sporthalle wieder einmal verteidigt. Allerdings gab es heuer einen – wie erwartet, wenn auch kurzen – Beitrag zum Wahlkampf. Altbürgermeister Jakob Scharf kritisierte dabei die Wahl-Aussagen der „Roten“, insbesondere einen Kurzfilm auf der Homepage der SPD, in dem seiner Meinung nach Unwahrheiten verbreitet werden. Wahlkampf sei ja „ok“, sagte „Jakl“ Scharf, man müsse aber bei der Wahrheit bleiben.

CSU-Vorstandsmitglied Markus Fischer übernahm die Begrüßung der Gäste, hieß alle „Großkopferten, Wichtigen uns sonstigen Leit“ willkommen und machte dabei auch ein wenig Werbung für die in großer Zahl anwesenden Kreistagskandidaten seiner Partei. Die Zahl der Ehrengäste hingegen hielt sich heuer in Grenzen. Fischer mutmaßte, dass die drei Steinberger Bürgermeister, die durch Abwesenheit glänzten, aus „Angst vor Bruder Hasselbärs Rede“ nicht gekommen waren.

Wenig Polit-Prominenz

Trotz Kommunalwahlkampf, oder vielleicht gerade deshalb, hielt sich die Zahl der „wichtigen CSU-Größen“ in Grenzen. Fischer konnte Bürgermeister Georg Hoffmann aus Bodenwöhr, die 3. Bürgermeisterin aus Schwandorf, Martina Engelhardt-Kopf, und Pfarrer Stephan begrüßen. Gemeinsam mit Brauereichef Markus Jacob aus Bodenwöhr stieß man auf einen feucht-fröhlichen Starkbierabend an.

Einst und jetzt

  • Rückblick:

    Nachdem Reinhold Dauerer viele Jahre über die Rolle des Fastenpredigers ausübte, übernahm CSU-Ortsvorsitzender Bernd Hasselfeldt als Dauerers Nachfolger diese Aufgabe.

  • Gegenwart:

    Es gibt Sketche der JU. Die Fronberger Kirwamusikanten spielen auf. Bei der Tombola gewinnt meist der Pfarrer den Hauptpreis. Auch die Speisekarte passt: Obatzda und G’selcht’s.

Mitglieder der Jungen Union sorgten mit den Sketchen „Königlich Bayerisches Amtsgericht“ und „Der brave Soldat Schwejk“ für Unterhaltung. Da sich die zweite JU-Einlage ein wenig in die Länge zog, konnte „Bruder Hasselbär“ erst kurz vor 22 Uhr an das Rednerpult treten und den ein oder anderen Steinberger Bürger derblecken. Sein besonderer Gruß galt dabei nicht nur allen Antialkoholikern, „Weißwurstzuzlern“ und „Zwiebel-aus-dem Wustsalat-Fieslern“, sondern auch dem „Jakl“ als Ehrenbürger, Altbürgermeister, Landrats-Stellvertreter, Museumsleiter, Fußballnarren und Vorstandsmitglied in unzähligen Vereinen. Aber auch die beiden kürzlich bei der Regierung der Oberpfalz ausgezeichneten Lebensretter Jutta Gruber und Paul Weiß begrüßte Hasselfeldt recht herzlich, unmittelbar darauf wurde aber der Weiß Paul derbleckt. Auf Nachfrage durch den Regierungspräsidenten, womit denn Paul den Arm der verletzten Person abgebunden habe, antwortete er „mit einem Kalbsseil“, da er sich sicher war, dass der Regierungschef das Wort „Keilbelstrick“ nicht kannte.

„Bruder Hasselbär“ entbot auch den „Bierpantschern aus Bodenwöhr“ ebenso seinen Gruß wie den abwesenden drei Bürgermeistern, „die anscheinend die Hosen voll haben“, so der Starkbierredner. Das Bier sei nicht von Mönchen, sondern in Ägypten erfunden wurden, da gebe es die großen Bierkeller namens „Bieramiden“. Und der im Dorf am meisten Bier trinke, hieße hierzulande „Biergermeister“.

Jacobator anstatt Apfel

Dazwischen gab es immer wieder einen Trink- oder Bibelspruch auf den hochprozentigen „Jacobator“: „Hätte Adam Jacobator besessen, hätte er niemals in den Apfel gebissen“.

Auch Gemeinderat Josef Haller war ein Ziel für die Spitzen von Hasselfeldt, weil er das Pech hatte, beim Faschingszug in voller Ratsmontur hinzufallen. Noch heute könne man die Delle im Straßenbelag sehen, lästerte der Redner. Beim Gottesdienstbesuch in der Heselbacher Kirche habe der Haller Sepp nie Opfergeld dabei, Hasselfeldt entlockte Haller deshalb einen Fünfziger, den er Pfarrer Stephan überreichte.

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