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Politik

Grüne Ideen für Wackersdorf

Bereits im kommenden Jahr wollen die Grünen/Bündnis 90 mit einer eigenen Liste bei der Kommunalwahl antreten.
Von Max Schmid

Die Grünen formieren sich in Wackersdorf. Ortsgruppensprecherinnen sind Sonja Probst und Ulrike Pelikan-Roßmann (6. und 7. von links). Unterstützung kommt vom Kreis- und Bezirksverband.  Foto: (smx)
Die Grünen formieren sich in Wackersdorf. Ortsgruppensprecherinnen sind Sonja Probst und Ulrike Pelikan-Roßmann (6. und 7. von links). Unterstützung kommt vom Kreis- und Bezirksverband. Foto: (smx)

Wackersdorf.Noch agieren die Grünen/Bündnis 90 in Wackersdorf in einer Ortsgruppe, ihr Ziel ist aber die Gründung eines eigenständigen Ortsverbands. Bei der Kreisversammlung im Schwimmbadcafé wurden Vorbereitung für die Gründung getroffen, ein genauer Termin wurde aber noch nicht genannt. Sicher aber dürfte sein, dass die Grünen 2020 zur Kommunalwahl mit einer eigenen Gemeinderatsliste antreten werden.

Sie wollen Grüne Themen und Ideen für Wackersdorf verwirklichen und setzen untern anderem auf „volle Energie für das Klima“, wegen der regionalen Dürre solle der „Klimanotstand“ ausgerufen werden. Die beiden Ortsgruppensprecherinnen Ulrike Pelikan-Roßmann und Sonja Probst wollen sämtliche Gemeindeprojekte auf die Klimaneutralität hin überprüfen lassen, fordern eine energieeffiziente Bauweise öffentlicher Gebäude und den Verzicht auf Plastik bei gemeindlichen Veranstaltungen. In künftigen Neubaugebieten sollen Schottergärten verboten werden und die Dächer so ausgerichtet sein, dass Photovoltaik installiert werden kann. Für den Einsatz von Speichertechnik für regenerative Energien solle es finanzielle Förderungen geben.

Baum- und Heckschutzordnung

Die Grünen wollen sich nach Aussagen ihrer beiden Sprecherinnen für den Artenschutz einsetzen, dies beinhalte den Erlass einer Baumschutz- und einer Heckenschutzverordnung, ein Verbot von Glyphosat auf gemeindeeigenen Flächen und eine Pausenhofbegrünung an der Schule.

Grüne Themen

  • Umwelt:

    Die Grünen setzen auch auf die Förderung regionaler Anbieter wie Milchtankstellen oder Direktvermarktung, wollen den Gewässerschutz verankern, das Mulchen am Straßenrand abschaffen und Mehrgenerationenspielplätze schaffen.

  • Verkehr:

    Sie denken auch über einen Bürgerbus (ähnlich Baxi) als bedarfsorientiertes Personentransportkonzept nach.

Unter dem Leitsatz „Grüne Mobilität für mehr Lebenqualität“ soll das Radwegenetz ausgebaut und das Elektrotankstellennetz ausgebaut und ein elektrischer Bürgerbus eingeführt werden. Weitere Ziele ihrer Partei vor Ort seien der soziale Wohnungsbau, die Erweiterung der Kinderbetreuung in Schule und Kindergärten, der Ausbau der Ferienbetreuung und eine „halbe Familienkarte“ für das Panoramabad für Alleinerziehende. Die Grünen wollen aber auch die Gleichberechtigung konsequent einfordern, paritätische Vertretung von Frauen in kommunalen Gremien schaffen. Große Anliegen seien auch das Voranbringen der Digitalisierung, die Erweiterung des WLAN-Netzes und die Erarbeitung digitaler Leitbilder. Im Wirtschaftsbereich soll bei Ausschreibungen darauf geachtet werden, dass Wettbewerb, Regionalität sowie ökologische und soziale Verantwortung Berücksichtigung finden. Außerdem sollen Betriebe angesiedelt werden, die nachhaltig wirtschaften.

Claudia Müller-Völkl, Sprecherin des Grünen Kreisverbands informierte, dass es Wackersdorf schön länger Grüne gebe, die nun gemeinsam einen Ortsverband gründen wollen. Bezirksvorsitzende Tina Winklmann stellte fest, dass die Grünen vor Ort von Ideen nur so sprießen. Wackersdorf brauche keine grün angehauchte Pseudopolitik, sondern die reale Politik der Grünen.

Der kommunalpolitische Sprecher der Grünen, Rudi Sommer, sah im Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder einen neuen „Verbündeten“ der Grünen, der alles mache und Vieles verspreche. Er erinnerte aber auch an Söders Zeit als Umweltminister, damals habe er 1000 Windräder entlang der bayerisch-tschechischen Grenze versprochen, bisher sei aber kaum etwas in diese Richtung geschehen.

An WAA-Widerstand erinnert

Sommer rief Erinnerungen an den WAA-Widerstand wach, bei dem sich letztlich doch der Rechtsstaat durchgesetzt habe und sprach auch über die Energiepolitik der Grünen. Der Atomausstieg sei ein Erfolg der Gründungsbewegung seiner Partei. Entscheidungen, die nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen werden, seien falsch. Jede Entscheidung müsse bis zum Ende durchgedacht werden, dies gelte vor allem auch für die CO2-Bilanz. Schließlich rief Sommer seine Wackersdorfer Parteifreunde dazu auf, in den kommunalen Gremien klare Kante zu zeigen.

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