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„Hacker“ Colin wird im Stodl verhört

Julia Schnorrer legt nach dem Debüt „Acceptance/Akzeptanz“ nach . In Klardorf drehte sie den neuen Kurzfilm „The Hacker“.
Von Nina Brolich

  • Am Set von „The Hacker“ sind Tontechniker, Kamerateam, Schauspieler, Regisseurin und Produktionsassistenz am Werk. Fotos: sni
  • Julia Schnorrer gibt Shabana Hussain (l.) und Ethan Taylor (r.) Anweisungen.

Klardorf.Es ist noch nicht einmal 24 Stunden her, dass Julia Schnorrers erster Kurzfilm im Schwandorfer Unionkino Premiere gefeiert hat: „Acceptance/Akzeptanz“ kam beim Publikum sehr gut an. Schon am nächsten Morgen beginnt eine anstrengende Woche, in der die junge Regisseurin aus Klardorf ihren zweiten Kurzfilm dreht. „The Hacker“ heißt das neue Werk. Mit dabei sind zwei Schauspieler aus London und ein professionelles Produktionsteam.

Ein „Stodl“ als Filmlocation

Der neue Film wird hauptsächlich in einem „Stodl“ in Klardorf gedreht, die zweite Location ist ein Maisfeld direkt neben Schnorrers Elternhaus. Thema des zweiten Films ist der 17-jährige Hacker Colin, der festgenommen wurde, nachdem er sich unter anderem in NSA- und fünf verschiedene Regierungsserver gehackt hat. Er findet sich in einem „Stodl“ wieder, wo er auf die Regierungsbeauftragte Mrs Marlowe trifft. Die Thematik steht in einem beinahe absurden Kontrast zur ländlichen Umgebung. Darauf zielte Schnorrer auch ab. „Das hat einfach perfekt gepasst“, sagt sie. Der Fokus des Films liegt auf dem Gespräch zwischen Colin und Mrs Marlowe.

Letzte Vorbereitungen

Den Montagvormittag nutzen die Hauptdarsteller, um zu proben. Nach und nach trudeln auch diejenigen ein, die die Nebenrollen besetzen, darunter Alexis Schmid, Peter Hiebl, Andreas Wilke und Clara Witsch. Auf dem „Call Sheet“, einem Zeitplan, der alle notwendigen Informationen enthält, ist ersichtlich, wann wer in die Maske muss.

Zuerst sind Wilke und Witsch an der Reihe, die beide Agenten spielen. Nadine Pauser, österreichische Maskenbildnerin, kümmert sich um ihr Aussehen. Das Wohnzimmer von Schnorrers Schwester ist zu einer Lounge umfunktioniert worden, wo Pausner die Schauspieler schminkt und Shabana Hussain und Ethan Taylor ihren Text durchgehen. Denn sie haben die einzigen Sprechrollen in dem Film.

Shabana Hussain als Mrs Marlowe

Shabana Hussain übernimmt die Rolle der Mrs Marlowe. Die 40-jährige Britin war in Schnorrers erstem Film in einer Nebenrolle zu sehen. „Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit Julia zusammenzuarbeiten“, erzählt Hussain. Das neue Drehbuch fand Hussain so gut, dass sie die Hauptrolle in „The Hacker“ annahm. „Ich fand die ganze Idee von dieser Frau, die die Kontrolle und so viel Macht hat, super. Sie strahlt so viel Autorität aus. Meistens sind es in Filmen Männer, die Machtpositionen ausüben“, berichtet die Britin. Besonders gut am Drehbuch findet sie die Entwicklung, die die beiden durchmachen. Obwohl sie sich anfangs nicht kennen, kommen sie am Schluss gemeinsam zu einer lebensändernden Entscheidung. „Das ist faszinierend“, stellt Hussain fest.

Ethan Taylor spielt den Hacker

Im Gegensatz zu Hussain ist Ethan Taylor zum ersten Mal in Deutschland. Der 22-jährige Brite hat Hussain bei einem Dreh in London kennengelernt. Nach einem Online-Casting bekam er die Rolle in Schnorrers Film. Auch er habe das Drehbuch geliebt. „Deutschland zu besuchen stand auf meiner To-Do-Liste“, erklärt Taylor. Dass der Kurzfilm auf einer Fangeschichte zur Serie „Sherlock“ und den James-Bond-Filmen basiert, findet er besonders interessant.

Dreh der ersten Szenen

Während Hussain noch einmal das Skript durchgeht, filmt Taylor zusammen mit den Nebendarstellern schon die ersten Szenen. In der ersten Einstellung schubsen zwei Agenten Colin auf den Stuhl, auf dem er später verhört werden wird, und entfernen seine Augenbinde. Das Kamerateam, bestehend aus Alex Streckmann und Nils Rehbein, hantiert im engen „Stodl“ mit zwei Kameras. „Gaffer“ Tobias Nickel kümmert sich um die passende Beleuchtung am Set, während Setton-Meister Lorenz Brehm den Ton einfängt. Ein großes und professionelles Team steht um die Schauspieler herum, wartet auf Schnorrers Anweisungen. Von jeder Szene werden mehrere „Takes“ gedreht. Sobald Schnorrer zufrieden ist, heißt es „Noch eine zur Sicherheit“. Danach muss entweder das Team zur nächsten Location umziehen oder direkt die nächste Szene drehen. Der Dienstag ist für den „Mastershot“, also eine vollständige Aufnahme des Gesprächs zwischen Colin und Mrs Marlowe, reserviert. Im Kurzfilm wird dieses dann durch Rückblenden unterbrochen, die Hintergründe erläutern.

Professionelles Team

Britische Schauspieler, eine mexikanische Grafikdesignerin, eine österreichische Maskenbildnerin: Schnorrer hat für ihren zweiten Kurzfilm, dessen Skript wie teilweise schon bei „Acceptance/Akzeptanz“ auf Englisch ist, ein internationales Team zusammengetrommelt. Für eine Woche verwandelt sich ein alter „Stodl“ am Rande Klardorfs zu einem professionellen Filmset. Mit dem Ergebnis hofft Schnorrer, ihr Debüt noch zu toppen.

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The Hacker

  • „The Hacker“:

    Im Kurzfilm geht es um den 17-jährigen Hacker Colin, der festgenommen und verhört wird. Die Regierungsbeauftragte Mrs Marlowe hat die Chance, ihm ein neues Leben zu gewähren oder es für immer zu ruinieren.

  • Cast:

    Ethan Taylor spielt Colin, Shabana Hussain tritt als Mrs Marlowe auf. Andy Wilke, Clara-Paulina Witsch, Alexis Schmid und Peter Hiebl sind in Nebenrollen zu sehen.

  • Regie und Produktionsassistenz:

    Verantwortlich für Regie, Drehbuch und Produktion ist Julia Schnorrer. Melanie Söllner assistiert.

  • Crew:

    Das Kamerateam besteht aus Alex Streckmann und Nils Rehbein. Settonmeister ist Lorenz Brehm. Tobias Nickel ist Oberbeleuchter, für die Maske ist Nadine Pauser zuständig.

  • Drehzeitraum:

    Gedreht wurde in Klardorf vom 5. bis zum 8. September.

  • Budget:

    Das Budget liegt bei 5050 Euro. Julia Schnorrer finanziert dieses via Crowdfunding, bei Claudia’s Fashion Corner steht zudem auch eine Spendenbox. Für eine Spende gibt es als Dankeschön unter anderem USB-Sticks oder den Filmsoundtrack. Weitere Infos unter http://www.jays-lair.com/

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