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Wirtschaft

Hansa: 8 Millionen Euro für Abfindungen

Dem Verhandlungsergebnis ging ein hartes Ringen voraus. Am 31. August wird die Produktion in Burglengenfeld eingestellt.
Von Thomas Rieke

Das Hansa-Werk in Burglengenfeld wird geschlossen. Foto: Oras Group
Das Hansa-Werk in Burglengenfeld wird geschlossen. Foto: Oras Group

Burglengenfeld.Neuigkeiten zur beschlossenen Schließung des Hansa-Werks in Burglengenfeld: Die Oras Group teilte am Mittwoch mit, sie habe mit den Arbeitnehmern nun eine Einigung über den Sozialplan erzielt. Nach „intensiven und konstruktiven“ Verhandlungen seien „verantwortungsvolle Lösungen“ gefunden worden. Am Dienstag seien die Mitarbeiter vom Betriebsrat informiert worden.

Letzteres ist Fakt, doch die Verhandlungen gestalteten sich nach Informationen der Mittelbayerischen viel nervenaufreibender, als es die dürren Zeilen der Oras-Unternehmenskommunikation glauben machen sollen. Betriebsratsvorsitzender Ludwig Schoyerer bezeichnet das erste Angebot, das Oras Mitte Mai unterbreitete, als Tiefschlag. 1,1 Millionen Euro seien für die Abfindungen der rund 150 Beschäftigten in Aussicht gestellt worden. Mehr Eigenkapital sei in der Hansa-GmbH nicht vorhanden, habe es geheißen. Tags darauf sei die Summe jedoch um fünf Millionen aus dem Vermögen der Oras Group aufgestockt worden.

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Todesstoß für das Hansa-Werk

Es gibt keine Rettung mehr: Der Standort Burglengenfeld wird geschlossen. Für die Mitarbeiter geht es nun ums Geld.

6,1 Millionen Euro erschienen den Arbeitnehmervertretern immer noch viel zu wenig; wäre es bei dieser Summe geblieben, hätte der einzelne Arbeiter, der seinen Job verliert, im Schnitt mit 31000 Euro rechnen dürfen. Für Schoyerer und Co waren die Verhandlungen damit gescheitert; sie setzten nun auf ein sogenanntes Einigungsstellenverfahren unter Leitung eines Arbeitsrichters, welches am 5. Juni über die Bühne ging.

Acht Millionen für Abfindungen

Wieder wurde heftig gerungen, wieder schien eine gütliche Einigung in weiter Ferne. Schoyerer sah sich schon gezwungen, als letztes Mittel einen Sozialstreik anzustreben. Dieses Druckmittel verfehlte seine Wirkung nicht. Letztlich erklärte sich Oras bereit, für Abfindungen acht Millionen Euro auszuschütten. Vier weitere Millionen werden für Lohnfortzahlungen zur Verfügung gestellt. Das Geld wird nicht gleichmäßig verteilt; abhängig von verschiedenen Faktoren gibt es zwischen 0,3 und 1,2 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr.

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Der Wechsel in eine Transfergesellschaft wurde abgelehnt, weil er laut Schoyerer mit zu großen finanziellen Nachteilen verbunden gewesen wäre. Letzter Produktionstag bei Hansa in der Dieselstraße soll am 31. August sein; zum 1. September ist ein Großteil der verbliebenen Beschäftigten freigestellt.

Schließung bereits im Februar angekündigt

Die Oras-Gruppe hatte bereits im Februar angekündigt, ihre europäische Produktion „effizienter strukturieren zu wollen“. Eine der geplanten Maßnahme zur Restrukturierung sieht die Schließung der Hansa Armaturen GmbH in Burglengenfeld vor.

Nach „sorgfältiger wirtschaftlicher Prüfung“ der von den Arbeitnehmervertretern entwickelten alternativen Konzepte bestätigte die Unternehmensleitung der Oras Group, dass die Schließung der Produktionsstätte nicht mehr zu verhindern sei. Das Management ist laut Pressemitteilung zu dem Schluss gekommen, dass die Fortführung der Anlage nicht zu einer optimalen Kapazitätsauslastung und nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit der Oras Group in Europa beitragen würde.

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