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Dienstag, 17. Juli 2018 27° 3

Tiere

Hasen und Eier sind im Trend

Die Vierbeiner kommen besonders bei der Damenwelt gut an, sagen die Züchter. Doch einen Fehler machen die meisten Deutschen.
Von Philipp Seitz

Ein Kaninchen sitzt auf einer Wiese und knabbert an Schneeglöckchen. Foto: Patrick Pleul/dpa
Ein Kaninchen sitzt auf einer Wiese und knabbert an Schneeglöckchen. Foto: Patrick Pleul/dpa

Nittenau.Ein weiches Fell, ein niedlicher Blick und leichter Geruch nach Heu: Wenn Karl-Wolfgang Brunner seine Kaninchen zeigt, geraten kleinere Besucher meist ins Schwärmen. Überhaupt macht Brunner, der seit fast vier Jahrzehnten der Chef des Nittenauer Kleintierzuchtvereins ist, eine Beobachtung: Kaninchen sind im Trend. Knapp 40 Prozent der Vereinsmitglieder haben sich den niedlichen Vierbeinern verschrieben. „Bei jungen Leuten kommen Kaninchen am besten an.“ Allein in seinem Verein kümmern sich 34 Mitglieder zwischen sechs und 18 Jahren um ein Kaninchen. Auffällig dabei sei, dass besonders Mädchen sich für Kaninchen begeistern: „Da werden es immer mehr.“

Wenn Eltern noch nach einem Ostergeschenk für den Nachwuchs Ausschau halten, und schon immer ein Haustier auf der Wunschliste stand, hat Brunner einen Tipp: Auf den Schokohasen verzichten und stattdessen mit einem echten Kaninchen eine Freude bereiten. Eine Einschränkung macht der Tierliebhaber jedoch: Die Eltern und das Kind müssten bereit sein, die Verantwortung für den Vierbeiner zu übernehmen. Schließlich müsste das Tier regelmäßig gefüttert und dessen Lebensraum saubergehalten werden. Brunner und dessen Sohn Carl-Christian sind begeisterte Züchter. Derzeit halten sie rund 20 Kaninchen.

Für Kinder die idealen Haustiere

Hin und wieder gebe er einige der Tiere ab, sagt der KZV-Chef. Wichtig sei ihm, dass die Tiere in gute und fürsorgliche Hände kommen. Deshalb biete er seine Tiere mit einem „Rückgaberecht“ an, sagt Brunner. „Wenn das Tier nicht gut ankommt oder der Aufwand unterschätzt wird, nehme ich das Kaninchen wieder zurück.“ Doch das komme so gut wie nie vor. Kaninchen, davon ist Brunner überzeugt, seien „für den Anfang“ das ideale Haustier. Wer viel Zeit mit dem Tier verbringe, könne dem Kaninchen sogar angewöhnen, im Haus eine aufgestellte Kleintiertoilette zu nutzen.

Doch damit nicht genug: Kaninchen könnten, wie beim Hundesport, auch trainiert werden. Immer beliebter wird derzeit die Sportart Kaninhop, bei der Hauskaninchen verschiedenste Hindernisse überwinden. Zuletzt feierte die Sportart bei der Regentalschau eine Premiere. Mehrere Kaninchenbesitzer beteiligten sich an der Disziplin. Man habe die Tiersportart „mal so nebenbei ausprobiert“. Für die Tiere seien die Sprünge über die Hindernisse keine Gefahr. Die Hindernisse seien nur zwischen 20 und 50 Zentimeter hoch. Demnächst soll der Vereinsnachwuchs entscheiden, ob Kaninhop im Verein größere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Für alle Eltern, die über ein Kaninchen als Haustier nachdenken, hat Brunner einen Tipp: „Wichtig ist es, feste Fütterungszeiten festzusetzen, beispielsweise fünf Minuten vor dem Frühstück oder direkt nach der Schule.“ Es sei kontraproduktiv, wenn die Eltern das Füttern des Tieres übernehmen würden. „Es gilt darauf zu achten, dass die Kinder das erledigen.“

Eines ist Brunner auch wichtig: Es werde immer von Hasen gesprochen. Doch tatsächlich seien es Kaninchen, die in den Ställen gehalten werden. „Ein Feldhase eignet sich weniger als Haustier, sondern höchstens als Osterhase.“ Die Leute würden zwar Hase sagen, aber meist Kaninchen meinen.

Eine Höhle als Lebensraum

Der Feldhase sei ein Steppentier, das als Haustier völlig ungeeignet sei. „Hasen brauchen viel Platz und eine große Freilauffläche. Es wäre unglaublich schwierig, einen Hasen zu halten.“ Das Kaninchen hingegen sei ein Höhlentier, das in der Wildnis selbstgegrabene Erdhöhlen behause. Deshalb sei das Kaninchen auch als Haustier bestens geeignet. Einen Unterschied machen auch die Ohren aus: „Sie sind beim Feldhasen deutlich länger.“

„Ein Feldhase eignet sich weniger als Haustier, sondern höchstens als Osterhase.“

Karl-Wolfgang Brunner, Vorsitzender Kleintierzuchtverein

Ein weiterer Trend beim Kleintierzuchtverein sei die steigende Nachfrage nach Hühnern: „Die Menschen wollen regionale Produkte und wünschen sich Eier von glücklichen Hühnern.“ Deshalb würden auch immer mehr Menschen Hühner im eigenen Garten halten. Brunner spricht von einem regelrechten „Boom, für den sich bevorzugt die Damenwelt interessiert“. Aber auch bei den Lämmern gebe es vor Ort regelmäßig Nachwuchs.

Wie kam der Osterhase zu seinem Job? Das beantwortet unser Video:

Hase und Ei? So kam das Langohr zu seinem Osterjob

Lesen Sie mehr: Überall in Deutschland schmücken Menschen zur Osterzeit ihre Gärten und Wohnungen - oft mit Osterhasen. Ein Spielzeugmacher aus dem Erzgebirge sagt: „Ob links oder rechts, ein Knick im Ohr muss sein.“ So kommt es, dass deutsche Knickohrhasen die Welt erobern.

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Ostern und der Osterhase

  • Die Produktion

    von Osterhasen aus Schokolade stieg im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich an.

  • Die Hersteller

    produzieren voraussichtlich rund 220 Millionen Schokohasen. 2017 waren es 202 Millionen.

  • Das Phänomen

    des Osterhasen, der Eier versteckt, soll erstmals 1682 schriftlich erwähnt worden sein.

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