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Kommunalwahlen

Heinz Karg kehrt der SPD den Rücken

Der Bürgermeister will auf die Liste der Burglengenfelder Wählergemeinschaft. Grund ist ein Streit mit SPD-Bürgermeisterkandidat Bernhard Krebs.
Von Harald Kuchler

  • Burglengenfelds Bürgermeister Heinz Karg will der SPD den Rücken kehren.
  • Zweiter Bürgermeister Theo Lorenz schließt sich Karg an.
  • Auch SPD-Stadträtin Evi Vohburger will zur BWG wechseln.
  • Der Bürgermeisterkandidat der SPD, Bernhard Krebs, soll sich gegen den Verbleib von Heinz Karg auf der Stadtratsliste ausgesprochen haben.
  • SPD-Fraktionschef Wolfgang Dantl unterstützt Bernhard Krebs.
  • BWG-Vorsitzender Albin Schreiner nimmt Heinz Karg, Theo Lorenz und Evi Vohburger auf.
  • Noch im August erklärte die BWG Berndhard Krebs auch zu ihrem Bürgermeisterkandidaten und gab eine Wahlempfehlung ab.

Burglengenfeld.Paukenschlag im Kommunalwahlkampf: Der amtierende SPD-Bürgermeister Heinz Karg wird für 2014 nicht mehr auf der SPD-Stadtratsliste kandidieren, sondern für die Burglengenfelder Wählergemeinschaft (BWG). Damit bestätigten sich am Dienstag Gerüchte über ein Zerwürfnis zwischen dem neuen SPD-Bürgermeisterkandidaten Bernhard Krebs und Karg. Laut einer Pressemitteilung, die BWG-Chef Albin Schreiner am Dienstagnachmittag verschickte, soll Krebs Karg von der SPD-Stadtratsliste gekickt haben. Die Burglengenfelder SPD will über den Listenvorschlag zur Stadtratswahl am Donnerstagabend abstimmen. Auch Kargs Stellvertreter Theo Lorenz und die aktuelle SPD-Stadträtin Evi Vohburger werden bei den Kommunalwahlen im März 2014 auf der Stadtratsliste der BWG kandidieren.

„Unser Angebot an die Wähler ist damit stark und attraktiv“, so BWG-Vorsitzender und Stadtrat Albin Schreiner. Die SPD-Politiker seien bei der Wählergruppierung im Stadtrat „herzlich willkommen“, so Schreiner, der diese Entscheidung der BWG ausdrücklich auch als „Würdigung der Lebensleistung von Bürgermeister Heinz Karg“ verstand. Karg kann wegen Überschreitung der Altersgrenze nicht mehr als Bürgermeisterkandidat antreten, hatte aber schon vor längerer Zeit öffentlich geäußert, dass er ein Stadtratsmandat anstrebt.

„Den Stuhl vor die Tür gesetzt“

Karg wird zu den Gründen für den Wechsel zur BWG in der Mitteilung mit den Worten zitiert: „SPD-Ortsvorsitzender Bernhard Krebs und SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Dantl waren bei mir im Büro und haben mir mitgeteilt, dass meine Kandidatur auf der Stadtratsliste der SPD nicht erwünscht ist. Als Grund wurde angegeben, dass sie befürchten, meine Rolle in der künftigen SPD-Fraktion könne zu dominant sein (zwei Alphatiere nebeneinander funktioniert nicht, so Bernhard Krebs wörtlich).“

Zur MZ sagte Karg am Dienstag am Telefon: „Sie haben mir bei der SPD den Stuhl vor die Tür gesetzt.“ Diese Entscheidung habe ihn „schwer getroffen“. Er wolle im Stadtrat seine Erfahrung und Kompetenz weiterhin einbringen. Dies werde er nun bei der BWG versuchen, die ihn bisher schon immer als Bürgermeisterkandidaten mitgetragen habe. Falsch sei, so Karg, wenn behauptet werde, er hätte Platz 2 auf der SPD-Liste gefordert. „Das war ein Vorschlag des Kollegen Theo Lorenz.“ Bernhard Krebs selbst habe bei einer SPD-Vorstandssitzung im Restaurant WIP eine Kandidatenliste vorgestellt, auf der Karg auf Platz 4 zu finden war. Krebs habe in der Sitzung gesagt, wenn sich innerhalb von 14 Tagen kein Widerspruch rege, gelte der Listenvorschlag als akzeptiert.

„Ich habe keinen Widerspruch eingelegt und bin daher wie der Kollege Lorenz auch davon ausgegangen, dass die Liste damit beschlossene Sache ist“, so der Bürgermeister. Einen Tag nach Ablauf der Rückmeldefrist sei Krebs im Rathaus erschienen und habe gesagt, seine „PR-Berater“ hätten ihm gesagt, es sei nicht sinnvoll, wenn Karg noch einmal kandidiere. Wenige Tage später habe Wolfgang Dantl „diesen Rausschmiss“ bestätigt.

Bernhard Krebs sagte der MZ, er habe die Pressemeldung der BWG mit Verwunderung gelesen. Es stimme, dass interne Gespräche stattgefunden haben, ebenso seien E-Mails zum Thema geschrieben worden. „Da ich jedoch all dies als vertraulich betrachte, werde ich auch in Zukunft daraus nicht zitieren.“

Krebs: SPD-Strategie bleibt

Es sei richtig, dass er Heinz Karg gebeten habe, nicht mehr für die Liste zu kandidieren. „Die Zusammensetzung der Stadtratsliste ist konsequent in die Zukunft gerichtet. Es wäre deshalb das falsche Zeichen, wenn der amtierende Bürgermeister auf einem vorderen Platz kandidieren würde. Ein hinterer Listenplatz wiederum wäre ihm angesichts seiner einzigartigen Lebensleistung kaum zuzumuten gewesen – abgesehen davon, dass er damit auch nicht einverstanden gewesen wäre.“ An der Strategie der SPD Burglengenfeld ändere sich nichts: „Es ist unser Ziel, das Lebenswerk von Heinz Karg ... fortzuführen, die Sicherung der Kontinuität ist eine zentrale Aufgabe unserer Politik.“

Zum Verhältnis BWG-SPD könne er gegenwärtig nichts sagen, „da ich noch nicht mit Albin Schreiner über diese Pressemeldung gesprochen habe bzw. nicht weiß, ob der künftige Ansprechpartner der BWG vielleicht sogar Heinz Karg sein wird“.

Karg zeigte sich „menschlich schwer enttäuscht“. Bislang sei ihm von Seiten der SPD stets versichert worden, „dass man auf meine Erfahrung und meine Kompetenz dringend angewiesen sei.“ Bernhard Krebs habe ursprünglich seine Bereitschaft zur Kandidatur für das Bürgermeisteramt sogar verknüpft mit der Bedingung, „dass ich noch einmal auf der Stadtratsliste der SPD kandidiere“. Karg hatte Krebs bereits im November 2011 als SPD-Bürgermeisterkandidaten vorgeschlagen.

Albin Schreiner sagte, er wolle „Vorgänge innerhalb der SPD“ nicht kommentieren. Der BWG-Stadtrat hatte bisher immer mit den Sozialdemokraten gestimmt. Ob die Zusammenarbeit fortgesetzt werde, sei noch nicht entschieden, so Schreiner am Dienstag zur MZ. Schreiner hatte noch im August verkündet, dass die BWG Bernhard Krebs als Bürgermeisterkandidaten unterstütze. Grundlage dafür sei aber, dass die Politik von Heinz Karg fortgeführt werde. Dies sei nun neu zu bewerten.

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