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Jäger

Hightech alleine löst Problem nicht

Landwirte und Jäger wollen in ihren Bemühungen, den Schwarzwildbestand zu reduzieren, nicht nachlassen.

Der Nittenauer Jäger Otto Storbeck im Sommer 2014 auf einer Wiese, die von Schwarzwild umgepflügt wurde.
Der Nittenauer Jäger Otto Storbeck im Sommer 2014 auf einer Wiese, die von Schwarzwild umgepflügt wurde. Foto: MZ-Archiv/Rieke

Schwandorf. Das Jahr neigt sich im Eiltempo seinem Ende entgegen, doch eines ist gewiss: Mit Silvester werden nicht alle Probleme, die die Gesellschaft in 2014 beschäftigten, erledigt sein. In vielen Dingen gilt es, weiter am Ball zu bleiben. So auch in der Landwirtschaft und im Jagdwesen. Über die Wildschweinplage und die Versuche, sie einzudämmen, wurde heuer zigfach ausführlich berichtet. Vom Tisch ist das Thema aber noch lange nicht.

Auf Einladung des BBV-Kreisverbands und der Arbeitsgemeinschaft Jagdgenossenschaften im BBV trafen sich jüngst die BJV-Kreisgruppenvorsitzenden, die Untere Jagdbehörde sowie Jagdberater an der BBV-Geschäftsstelle in Schwandorf, um sich erneut damit auseinanderzusetzen, zu bilanzieren und auf den Punkt zu bringen, wie man weiter verfahren sollte.

Natürlich ging es dabei auch um die Ergebnisse des Projekts „Brennpunkt Schwarzwild“ in Nittenau. „Alle Beteiligten, von der Jägerschaft über die Jagdgenossen bis hin zu Besitzern von Privatwald und den Staatsforsten, waren eingebunden“, konstatierte Geschäftsführer Josef Wittmann, der die Projektgruppe im Jahr 2010 mit ins Leben gerufen hatte. Man habe Lösungen für die Region erarbeitet. „Neues wurde ausprobiert und Bekanntes verbessert.“

Die Testung von Nachtzielgeräten (NZG) habe ergeben, dass diese ein sicheres Ansprechen ermöglichen. „Ohne Nachtzieltechnik wäre deutlich weniger Schwarzwild erlegt worden.“ Der Einsatz werde gerade in Problemgebieten von der Jägerschaft und den Landwirten gefordert.

MdL Alexander Flierl wies allerdings daraufhin, dass das Bundeskriminalamt aus „generellen Erwägungen“ heraus nur schwerlich eine Zusage erteilen würde. Es gebe viel Klärungsbedarf, vor allem wegen sicherheitsrechtlicher Bedenken. BJV-Vorsitzender Alfred Bauer merkte an, der Jagdverband müsse sich stark machen, um den Einsatz von Nachtzieltechnik in Problemgebieten zu erreichen. Einig waren sich die Anwesenden aber auch, dass NZG nur einen Teil in einem Bündel von Möglichkeiten darstellen. Entscheidend sei, den Austausch unter der Jägerschaft sowie zwischen Jagdpächtern und -genossen weiter zu verbessern, um an einen Strang ziehen zu können.

Die Zusammenkunft schloss mit dem Appell, bei den Anstrengungen, sei es im Projektgebiet Nittenau oder im gesamten Landkreis, nicht nachzulassen. Sonst sei es nicht möglich, den Zuwachs an Schwarzwild in dem Maße einzudämmen, wie es erforderlich sei. (bbv/ht)

Bejagungsstreifen

  • Greening:

    BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann wies auf die Möglichkeit hin, ab 2015 im Rahmen des sogenannten Greenings Waldrand- und Feldrandstreifen anzulegen.

  • Teamwork:

    In diesem Zusammenhang könnten Blüh- und Äsungsflächen sowie Bejagungsgürtel entstehen. Auch hier sei es allerdings von entscheidender Bedeutung, dass Jäger und Landwirte aufeinander zugehen.

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