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Hilfe für Pater Johns Heimat

In Kerala in Indien herrscht eine historische Flut. Für die Heimat des Teublitzer Pfarrvikars gibt es eine Spendenaktion.
Von Werner Artmann

Durch das Hochwasser dürfte das Haus der Oma und der Tante von Pater John in Kerala nicht mehr bewohnbar sein. Foto: Pater John
Durch das Hochwasser dürfte das Haus der Oma und der Tante von Pater John in Kerala nicht mehr bewohnbar sein. Foto: Pater John

Teublitz.Mit großer Sorge denkt derzeit der Teublitzer Pfarrvikar und Pater John Mathew (37) jeden Tag an seine Landsleute im Bundesstaat Kerala in Indien. Im Teublitzer Pfarrhaus verfolgt er intensiv die Fernsehübertragungen und Berichte über die derzeitige Überschwemmungskatastrophe in seiner Heimat.

Seit Anfang August sind dort mindestens 324 Menschen ums Leben gekommen, rund eine Millionen Menschen sind auf der Flucht und 100 000 sind durch die Wassermassen von der Außenwelt abgeschnitten. „Mein Herz ist sehr traurig, denn meine Landsleute in der Heimat Kerala erleben die schlimmste Flutkatastrophe seit über hundert Jahren“, erklärte Pater John der Mittelbayerischen.

Große Sorge um die Menschen

Pater John hat natürlich fast täglich per Handy Kontakt zu seiner Mutter, Schwester, Oma und den zwei Tanten in Kerala. Glücklicherweise ist Pater Johns Heimatort Neyyassery mit rund 3500 Einwohnern, wo seine Mutter in einem kleinen Haus wohnt, nicht so sehr von der Flutkatastrophe betroffen. Dagegen haben seine Oma und die beiden Tanten ihre Häuser in einer benachbarten Stadt 15 Kilometer entfernt verlassen müssen, da diese bis zum Dach unter Wasser standen.

„Mein Herz ist sehr traurig.“

Pater John Mathew, Pfarrvikar in Teublitz

Zuflucht fanden sie dann 30 Kilometer entfernt in verschiedenen Schulen, wo rund 400 Leute untergebracht sind. Wie Pater John erzählte, fehle es dort an allen Ecken und Enden. Insbesondere Kleidung, Lebensmittel und Wasser werde unbedingt benötigt, da alles Hab und Gut in den überfluteten Häusern zurückgelassen werden musste.

Viele Menschen in Kerala finden nur mehr unbewohnbare Häuser vor. Foto: Pater John
Viele Menschen in Kerala finden nur mehr unbewohnbare Häuser vor. Foto: Pater John

Wie uns Pater John weiter erzählt, wurden inzwischen in Kerala 1500 Notlager eingerichtet, darunter Schulen und andere Einrichtungen der katholischen Kirche. Auch die dortigen Bischöfe, Priester und Nonnen unterstützen die Menschen vor Ort. Sie fordern darüber hinaus eine umfassende Analyse der Hochwasserursachen sowie „dringende Schritte“ zum Schutz der Umwelt und zur „Verhinderung weiterer ökologischer Schäden“. Der wegen seiner Traumstrände und malerischen Teeplantagen bei Touristen beliebte indische Bundesstaat leidet in diesem Jahr sehr unter den heftigen Monsunregenfällen.

Mehr zum Thema: Zum ersten Mal in der Geschichte des Bundesstaates Kerala mussten aufgrund der heftigen Monsun-Regenfälle alle Dämme geöffnet werden. Dutzende Menschen fielen dem Regen bereits zum Opfer.

Wie Pater John weiter erfuhr, sind über 30 Armeehubschrauber und 320 Boote im Rettungseinsatz. Den Behörden zufolge wurden tausende Menschen bereits in Sicherheit gebracht; weitere 6000 warteten noch auf Hilfe. Insgesamt hätten mindestens 310 000 Menschen ihr Häuser verlassen müssen. Hilfsaktionen seien schwierig, weil viele Zufahrtswege und Gleise wegen der Überschwemmungen nicht nutzbar sind.

In Indien forderten sintflutartige Regenfälle hunderte Todesopfer:

Flutopfer werden aufgefordert, sich auf die Dächer ihrer Häuser zu begeben, um aus der Luft gerettet werden zu können. Obwohl die Maßnahmen in vollem Gange seien, erreichten Katastrophenschutz, Armee, Marine und Küstenwache der „Times of India“ zufolge noch immer verzweifelte Hilferufe von Eingeschlossenen. Die Schäden hätten Schätzungen zufolge bereits eine Höhe von 195 Milliarden Rupien (2,4 Milliarden Euro) erreicht.

Der Wiederaufbau wird schwer

„Ich hoffe, dass sich die Situation in meiner Heimat bald bessert und der Monsunregen bald ein Ende nimmt. Der Wiederaufbau wird sehr schwierig werden, da meiner Meinung alles zerstört ist“, sagte uns Pater John. Er selbst wird vom 3. bis 26. September während seines Urlaubs seine Heimat in Indien besuchen und die bei der Kollekte sowie bei der Frauenbund-Aktion „Küchelaktion für Kerala“ in der Pfarrei Herz-Jesu in Teublitz gespendeten Gelder gezielt verteilen.

Der Südwestmonsun hat Kerala im Griff

  • Kerala: Der Bundesstaat in Indien ist der mit dem größten christlichen Bevölkerungsanteil. Während insgesamt etwa 2,3 Prozent der 1,2 Milliarden Inder Christen sind, stellen sie unter den 33 Millionen Einwohnern Keralas 20 Prozent. Das Christentum geht der Überlieferung nach auf den Apostel Thomas zurück.

  • Monsun:

    Im August diesen Jahres hat der Südwestmonsun ganz Kerala im Griff; die Regenmenge liegt rund 40 Prozent über dem üblichen Durchschnitt. Indische Wissenschaftler machen den weltweiten Klimawandel für den extremen Monsun verantwortlich. Die Bevölkerung hofft weiter auf Besserung.

„Ich danke auch meinem Pfarrer Michael Hirmer, der sich sofort bereit erklärt hatte, für meine Heimat eine Kollekte am Samstag und Sonntag, 1. und 2. September, während der Gottesdienste zu starten“, sagte Pater John. Aber auch der Frauenbund mit seiner Sprecherin Waltraud Neumüller hat die Initiative ergriffen und startet eine „Küchelbackaktion für Kerala“, für die natürlich die Küchelbäckerin Maria Dickert zuständig ist.

Lesen Sie mehr: Der Monsunregen fällt in diesem Jahr besonders heftig aus - die Regierung des südindischen Bundesstaates Kerala spricht von der schlimmstem Flut seit 100 Jahren. Hunderte Menschen sind tot.

Einen Videobeitrag zu den Überschwemmungen sehen Sie hier:

Die frischen Küchel werden am kommenden Samstag ab 16 Uhr im Pfarrheim, am Samstag nach dem Vorabendgottesdienst sowie am Sonntag nach dem 9-Uhr-Gottesdienst in Saltendorf und nach dem 10.30-Uhr-Gottesdienst in Teublitz verkauft. Auch Spenden können jederzeit bis zum 2. September im Teublitzer Pfarrbüro bei Pater John abgegeben werden. Bleibt nur zu hoffen, dass die Katastrophe bald ein Ende findet und das gesammelte Geld den Menschen hilft.

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