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Gefahr

Hilfe für Tschernobyl ausgebremst

Am Samstag sollte der 24. Hilfskonvoi von Pfreimd in die Ukraine abfahren. Jetzt ist Lage ist für die freiwilligen Helfer zu unübersichtlich.

Noch im März machte sich Dr. Josef Ziegler auf dem Majdan in Kiew ein Bild der Lage. Jetzt musste er seinen Hilfskonvoi aus Sicherheitsgründen stoppen.

PFREIMD.Die dramatische Situation in der Ukraine hat den 24. Hilfskonvoi der Pfreimder Aktion Tschernobyl vorerst gestoppt. Wie Initiator Dr. Josef Ziegler aus Pfreimd auf Anfrage der MZ bestätigte, wurde die für Samstag, geplante Abfahrt zurückgestellt bis voraussichtlich September. Vier Sattelschlepper sollten sich auf die Reise machen – mit medizinischen Hilfsgütern für die neurologische Kinderklinik in Kiew sowie weitere Einrichtungen in den Orten Jagotin, Slawutysch und Naroditschi. Einer von ihnen war bereits beladen und bleibt am Standort Pfreimd, die restlichen Hilfsgüter können bis mindestens Jahresende in einer Halle in Wernberg-Köblitz gelagert werden.

Nach den Worten Zieglers fiel die Entscheidung am Montagabend, nachdem sich die Lage in der Ukraine immer mehr zugespitzt hatte. Bei der letzten Konvoi-Sitzung vor etwa 14 Tagen habe man sich auf den 5. Mai als Stichtag für die Entscheidung geeinigt, so Ziegler. Nachdem das Auswärtige Amt zuletzt seine Reisewarnungen auch auf den Süden des Landes ausgedehnt hatte und es auch in Odessa zu einer Orgie der Gewalt gekommen war, wollten die Verantwortlichen das Risiko für die Sicherheit der Teilnehmer nicht mehr tragen – obwohl die anvisierten Ziele sämtlich im Westen des osteuropäischen Staates liegen.

Dr. Ziegler: „Zuletzt war in den Nachrichten zu hören, dass jetzt auch in Kiew wieder Barrikaden und Straßensperren errichtet werden. Und am 9.Mai wird schließlich auch noch der russische Sieg über die Deutschen im Zweiten Weltkrieg gefeiert. Das erschien uns zu gefährlich.“ Die Kontaktleute der Tschernobyl-Aktion in der Ukraine wurden laut Dr. Ziegler inzwischen über die vorübergehende Absage informiert und bestärkten die Pfreimder in ihrer Einschätzung. „Sie halten es für richtig, dass wir zurzeit nicht fahren“, so Dr. Ziegler. Ob es im September grünes Licht für den 24. Hilfskonvoi gibt, steht natürlich auch in den Sternen.

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