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Region Schwandorf
Montag, 20. August 2018 28° 2

Ernährung

Hirschkeule, Rücken und Wild-Gulasch

Der Forstbetrieb Burglengenfeld startet ab 1. Mai seine Direktvermarktung von Wildbret. Regionale Produkte liegen im Trend.
Von Josef Schaller

  • Forstbetriebsleiter Thomas Verron (rechts) stellte am Freitag die Direktvermarktung des Wildbrets durch den Forstbetrieb vor. Bedient werden die Kunden durch Jagdsachbearbeiter Robert Specht (links). Fotos: bjs
  • Zahlreiche Ehrengäste waren geladen, unter anderem MdL und BJV-Bezirkstagspräsident Alexander Flierl, der stellvertretenden Landrat Joachim Hanisch und die Bürgermeister aus dem Städtedreieck und Umgebung.
  • Eine gemischte Bläsergruppe aus Jägern und Förstern sorgte bei der Veranstaltung für den passenden musikalischen Rahmen
  • Metzgermeister Martin Zellner (li) hat seinen Betrieb extra für den Wildsektor zertifizieren lassen. Er zerlegt das Wild für den Forstbetrieb Burglengenfeld (hier mit Forstbetriebsleiter Thomas Verron).
  • Die Gäste konnten sich von der Qualität des Wildschweinfleisches vor Ort überzeugen. Die gegrillten Wildschweinsteaks waren eine Delikatesse.
  • Der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, Reinhardt Neft, erklärte die Philosophie der Wildbretvermarktung.

Burglengenfeld.Feinschmecker, Hobbyköche und alle, die ihren Rehbraten nicht nur saisonbedingt genießen wollen, dürfen sich freuen. Wildbret gibt es künftig auch direkt im Forstbetriebsgebäude in der Kallmünzer Straße zu kaufen, und das auch noch küchenfertig zerlegt, entbeint, vakuumverpackt, in überschaubaren Portionen und sogar das ganze Jahr über. Der Forstbetrieb Burglengenfeld startet seine Direktvermarktung mit Beginn der neuen Jagdsaison ab 1. Mai. Angeboten werden Reh, Schwarz- und Rotwild, als ausgelöster Rücken, Schulter, Schlegel bis hin zum Gulasch, Wildschweinnacken und Rippen. Gelagert wird es in Tiefkühlschränken bei minus 18 Grad.

„Wild ist regional und gesund“

Zerlegt wird das Wild von Metzgermeister Martin Zellner von der Metzgerei Meindl, der selbst als Jäger im Staatsforst aktiv ist und seinen Betrieb extra für den Wildsektor zertifizieren ließ. Am Freitagvormittag stellte Forstbetriebsleiter Thomas Verron die neue Geschäftsidee zahlreichen Ehrengästen vor. Auf der Einladungsliste standen unter anderem MdL und BJV-Bezirkspräsident Alexander Flierl, der stellvertretende Landrat Joachim Hanisch, die Bürgermeister aus dem Städtedreieck, Ensdorf, Rieden und Schmidmühlen.

Reinhardt Neft, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten (BaySF), erläuterte die Philosophie der Wildbret-Vermarktung. Der gesetzliche Auftrag des BaySF sei, den Staatswald vorbildlich zu bewirtschaften. Dazu gehöre auch eine professionelle Jagd, die notwendig sei, ein gesundes Verhältnis von Wald und Wild zu erreichen. „Wald und Wild gehören zusammen“, so Neft. Im Forstbetrieb Burglengenfeld, der sich vom Oberpfälzer Jura bis in den vorderen westlichen Bayerischen Wald erstreckt, gebe es einen hochwertigen Wildbestand. 220 aktive Jäger gingen hier zur Jagd. Wild sei ein absolutes Premium-Nahrungsmittel, das einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden müsse, so der Leiter des Unternehmens. Wild sei regional, natürlich und gesund. Wegen der hohen Qualität des Fleisches soll deshalb die Direktvermarktung, die bisher von 15 Forstbetrieben in Bayern angeboten wird, ausgeweitet werden. Burglengenfeld werde sich als erster Forstbetrieb aus der Oberpfalz an diesem Geschäftsmodell beteiligen.

„Für den Kunden ist es oft schwer, ein ganzes Reh zu verwerten“, wie Verron sagte. Jetzt könne für die schnelle Küche oder für den Grill ein Stück Wildfleisch nach Wahl eingekauft werden. Eine entsprechende Nachfrage nach dem gesunden und sehr bekömmlichen Nahrungsmittel sieht er im Einzugsbereich des Städtedreiecks vorhanden. Und das angebotene Produkt sei ein reines Naturprodukt. „Mehr Bio geht nicht!“ Wildfleisch sei frei von jeglichem künstlichen Nahrungsinput und sowohl für „Massentierhaltungsgegner“ wie auch für Allergiker geeignet, wie der Forstbetriebsleiter anmerkte.

Auch Wildschwein könne unbedenklich verzehrt werden, so Verron. Jedes Tier werde einer Fleischbeschau unterzogen, auf Trichinenbefall und Radiocäsiumgehalt untersucht. Der Forstbetrieb habe dafür seit vielen Jahren eine zertifizierte Messstelle in Betrieb.

Verkauf im Eingangsbereich

Als Verkaufsstelle dient der ehemalige Eingangsbereich des altehrwürdigen Gebäudes, der dafür kundenfreundlich und sehr einladend umgebaut und gestaltet wurde. Bedient werden die Kunden von Jagdsachbearbeiter Robert Specht.

Mit dem Wildbret werde auch ein Stück Heimat vermarktet, stellte Alexander Flierl fest. Und der stellvertretende Landrat Joachim Hanisch freut sich, dass sich die Forstbetriebe einer „tollen Entwicklung“ anschlössen. „Denn regionale Produkte liegen immer mehr im Trend.“ Auch Bürger-meister Thomas Gesche verwies auf die zunehmende Besinnung der Menschen auf Produkte aus der Heimat und gratulierte dem Forstbetriebsleiter zu dem Schritt der Direktvermarktung. Zur Eröffnung konnten sich die geladenen Gäste bei Wildschweinhappen vom Grill von der hohen Qualität des Fleisches überzeugen. Eine gemischte Bläsergruppe aus Jägern und Förstern sorgte für den musikalischen Rahmen.

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Preisliste Wildfleisch

  • Schulter:

    16 Euro für Hirsch und Wildschwein, Reh 15 Euro

  • Schlegel (Keule):

    23 Euro

  • Rückenfilets:

    33 Euro für Hirsch und Wildschwein, Reh 35 Euro

  • Gulasch:

    elf Euro

  • Wildschweinnacken:

    zwölf Euro

  • Rippenwand:

    acht Euro Wildschwein, fünf Euro Hirsch; sämtliche Einzelteile sind küchenfertig zerlegt.

  • Verkaufszeiten:

    Dienstag und Freitag: 10 Uhr bis 12 Uhr, Donnerstag: 14 Uhr bis 16 Uhr

  • Hier finden Sie

    Wildrezepte: www.baysf.de/de/wald-bewirtschaften/jagd/wildbret-rezepte.html (bjs)

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