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Kriminalität

Hochsitz-Hasser gehen Polizei ins Netz

Die Polizei Burglengenfeld konnte mehrere Verdächtige ermitteln. Sie haben wohl 30 Jagdsitze aus Langeweile demoliert.
Von Thomas Rieke

Jagdkanzeln und Hochsitze standen im Fokus der Täter. Foto: Rieke/Archiv
Jagdkanzeln und Hochsitze standen im Fokus der Täter. Foto: Rieke/Archiv

Burglengenfeld.Wichtiger Fahndungserfolg für die Polizeiinspektion Burglengenfeld: Nach monatelanger Ermittlungsarbeit ist es den Beamten gelungen, die mutmaßlichen „Hochsitz-Hasser“ zu überführen. Drei Männer im Alter von 20 bis 25 Jahren, die alle aus dem Städtedreieck stammen, sollen in mindestens 30 Fällen Jagdsitze demoliert oder ganz zerstört haben. Ferner wird ihnen vorgeworfen, im Raum Leonberg zwei Kapellen beschädigt zu haben.

PI-Leiter Egid Viehauser beziffert den Gesamtschaden auf rund 27 000 Euro. Er betont auch, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind – und die Tatverdächtigen nicht für alle seit Herbst 2018 verübten gleichartigen Straftaten in der Region verantwortlich gemacht werden könnten. Als Motiv für die Sachbeschädigungen werden Langeweile und „Freude“ am Zerstören angegeben.

Jäger waren stark verärgert

Die Vielzahl von beschädigten Hochsitzen hatte die Jägerschaft im Städtedreieck sehr verärgerte. Nun ermittelten die Beamten der PI Burglengenfeld drei junge Männer, die in wechselnder Zusammensetzung Hochsitze umwarfen. Angezeigt wurden seit Januar 2018 insgesamt 30 demolierte Jägerstände mit einer geschätzten Gesamtschadenssumme von über 10000 Euro. Die Tatverdächtigen waren im Januar ins Visier der Ermittler geraten, nachdem sie ein Jäger in Ramspau gesehen hatte, als sie sich an einem Hochsitz aufhielten, der am nächsten Tag umgeworfen war. Der Zeuge notierte sich das Kennzeichen und gab eine Personenbeschreibung ab.

Kriminalität

„Nur zum Spaß“ Hochsitze zerstört

Eine Vandalismus-Serie schockte die Burglengenfelder. Nun sind die Täter gefasst. Ihr Motiv überrascht. Es war kein Hass.

Als Ergebnis der darauf folgenden und aufwendig gestalteten Ermittlungsarbeit konnte ein Durchsuchungsbeschluss erwirkt werden, der sogleich vollzogen wurde. Dabei wurden „relevante Beweismittel“ sichergestellt, die den Tatverdacht erhärteten. Bei den anschließenden Vernehmungen verstrickten sich die Tatverdächtigen teilweise in Widersprüche.

Motiv: Trio äußerte sich nicht

Aufgrund der momentanen Beweislage gehen neben den umgeworfenen Hochsitzen auch die Verwüstungen der beiden Kapellen in Leonberg (Schaden ca. 17 000 Euro), bei der im Februar 2019 unter anderem eine wertvolle Marienstatue zerstört wurde, auf das Konto der jungen Tatverdächtigen. Zu den Beweggründen für ihre Taten äußerte sich das Trio nicht. Es dürfte aber Zerstörungswut und eventuell auch Langeweile eine gewisse Rolle gespielt haben (Just for fun). Neben den Strafanzeigen erwarten sie nun auch Schadensersatzansprüche von einem Teil der Jägerschaft und den Eigentümern der beiden Kapellen.

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