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Politik

Hoffmann ist Bodenwöhrs Bürgermeister

Der CSU-Kandidat holt in einem sehr spannenden Rennen bei der Stichwahl am Ende 51,3 Prozent der Stimmen.
Von Cornelia Lorenz

Strahlender Sieger: Georg Hoffmann (CSU) wird der neue Bürgermeister in Bodenwöhr und nahm viele Glückwünsche entgegen. Einer der ersten Gratulanten war sein kleiner Neffe Georg. Foto: Lorenz
Strahlender Sieger: Georg Hoffmann (CSU) wird der neue Bürgermeister in Bodenwöhr und nahm viele Glückwünsche entgegen. Einer der ersten Gratulanten war sein kleiner Neffe Georg. Foto: Lorenz

Bodenwöhr.Georg Hoffmann (CSU) stand die Anspannung ins Gesicht geschrieben, als er am Sonntagabend zusammen mit seiner Frau Antonia und seinen drei Töchtern im Rathaus auf das Endergebnis der Stichwahl wartete. Doch als nach bangen Minuten um 18.27 Uhr sein Endergebnis von 51,3 Prozent feststand, riss der 45-Jährige die Arme hoch und ließ sich von allen Seiten beglückwünschen. Ab Dienstag, 12. Februar, wird Hoffmann nun offiziell Bürgermeister der Gemeinde Bodenwöhr sein.

Deutlich mehr neugierige Zuschauer waren an diesem Stichwahl-Abend ins Rathaus gekommen als beim ersten Wahlgang. Sie alle wollten live mitverfolgen, welcher der beiden verbliebenen Kandidaten das Rennen um das Bürgermeister-Amt für sich entscheiden würde. Zunächst sah es nach einer klaren Sache für den CSU-Mann aus: Nach Auszählung der ersten beiden Stimmbezirke um 18.19 Uhr lag er mit 72 Prozent scheinbar uneinholbar vor seinem Konkurrenten Hubert Süß von der Bürgerliste (BLB).

Hoffmanns Vorsprung schrumpfte immer weiter zusammen

Doch so klar sollten die Verhältnisse nicht lang bleiben. Schon wenige Minuten später war sein Vorsprung deutlich geschrumpft, und nach Auszählung von sechs der acht Stimmbezirke lag Hoffmann nur noch bei 53 Prozent der Stimmen. Die Anspannung im Raum bei den Kandidaten und den Zuschauern wuchs – und entlud sich schließlich bei der Bekanntgabe des Endergebnisses um 18.27 Uhr in einem erleichterten Applaus der CSU-Anhänger für ihren Kandidaten.

Der Wahlsieger selbst hatte zu diesem Zeitpunkt feuchte Augen bekommen. „Von mir fällt jetzt eine große Anspannung ab. Ich war in den letzten zwei Wochen emotional schon sehr angegriffen“, kommentierte er das Wahlergebnis gegenüber der Mittelbayerischen.

Das Ergebnis der Stichwahl in Bodenwöhr

Ergebnis ist „eine gute Ausgangslage für die Gemeinde“ Bodenwöhr

Die nackten Zahlen des Wahlabends haben Hoffmann nicht überrascht. „Ich hatte es mir so knapp vorgestellt“, sagte er. Die Wahlempfehlung der SPD für seinen Konkurrenten Hubert Süß habe ihn sehr überrascht, weil er eigentlich durchaus inhaltliche Parallelen zwischen SPD und CSU gesehen habe. Diese Empfehlung habe mit Sicherheit bei vielen Bürgern auch Wirkung gezeigt. Von den Reibereien der vergangenen Wochen will Hoffmann sich jetzt aber erst einmal verabschieden und als Bürgermeister nach vorne schauen. „Das ist jetzt eine gute Ausgangslage für die Gemeinde“, sagte er.

Kommentar

Versprechen einhalten!

Fast wäre das passiert, was sich viele Bodenwöhrer nicht so recht vorstellen konnten oder wollten: Ein Mann, den die BLB aus dem Hut gezaubert hatte, der...

Verlierer Hubert Süß (BLB) wünscht Hoffmann eine glückliche Hand

Hubert Süß (l.) verfolgte mit seiner Frau Michaela die Auszählung. Am Ende musste er sich knapp geschlagen geben. Foto: lc
Hubert Süß (l.) verfolgte mit seiner Frau Michaela die Auszählung. Am Ende musste er sich knapp geschlagen geben. Foto: lc

Sein Konkurrent Süß zeigte sich derweil als fairer Verlierer und gratulierte Hoffmann zum Wahlsieg. „Der Wähler hat halt entschieden. Ich wünsche meinem Kontrahenten eine glückliche Hand“, sagte er gegenüber der Mittelbayerischen. Diese Wahl sei für die Gemeinde Bodenwöhr eine echte Richtungswahl gewesen – und die Bevölkerung habe sich leider mit knapper Mehrheit für die Richtung der CSU entschieden. Süß will das Wahlergebnis nun erst einmal mit seinen Parteifreunden besprechen. Diese könnten trotz der Niederlage in der Stichwahl stolz darauf sein, was die BLB in den vergangenen Wochen in Bodenwöhr erreicht habe.

Premiere

Schnellstart ins Bürgermeisteramt

Schon an seinem ersten Tag als Bodenwöhrer Rathaus-Chef hält Georg Hoffmann (CSU) sein voller Terminkalender auf Trab.

Die Erleichterung darüber, dass die Bürgermeister-Wahl im zweiten Anlauf mit einem eindeutigen Ergebnis über die Bühne ging, war 2. Bürgermeister Albert Krieger (FWG) deutlich anzumerken. Bei Stimmengleichheit der beiden Bewerber hätte laut Wahlgesetz das Los entscheiden müssen – ein Fall, den sich niemand im Rathaus gewünscht hatte. Krieger erinnerte die Zuschauer daran, wie sehr der Wahlkampf die Menschen in Bodenwöhr polarisiert hatte. „Schon lang ist in der Gemeinde nicht mehr so intensiv diskutiert worden wie in den letzten zwei Wochen“, sagte er.

50 Wahlhelfer waren bei der Stichwahl Einsatz

Einsatz für die Helfer: Das Pfarrheim war eines der Wahllokale. Foto: lc
Einsatz für die Helfer: Das Pfarrheim war eines der Wahllokale. Foto: lc

Bereits am 27. Januar hatten die Bodenwöhrer im ersten Wahlgang ihre Stimmen abgegeben. SPD-Kandidat Stefan Rauch hatte sich mit 29,8 Prozent ganz knapp dem BLB-Mann Süß (30,5 Prozent) geschlagen geben müssen. Hoffmann hatte mit 39,7 Prozent die absolute Mehrheit verfehlt. Deshalb hatten die rund 50 Wahlhelfer in der Gemeinde erneut antreten müsse, um die nötige Stichwahl über die Bühne zu bringen.

Wie knapp es auch in der zweiten Runde wieder zuging, zeigt ein Blick auf die absoluten Zahlen: Hoffmann sicherte sich in Summe 1106 Wählerstimmen, Süß mit seinen 1048 Stimmen nur 58 weniger. Auch die Stichwahl hat die 3532 wahlberechtigten Bodenwöhrer nicht gerade in Scharen an die Urnen gelockt: Die Wahlbeteiligung lag diesmal bei 61,5 Prozent und somit nur minimal höher als beim ersten Wahlgang. Dabei hatten nur 60 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

MZ-Spezial: Alles rund um die Bürgermeisterwahl in Bodenwöhr finden Sie hier.

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