mz_logo

Region Schwandorf
Samstag, 21. Juli 2018 25° 8

Verkehr

Hohe Kosten überraschen die Gemeinde

Die Verkehrsituation beschäftigte den Gemeinderat Bodenwöhr. Eine Linksabbiegespur könnte unerwartet teuer werden.
Von Renate Ahrens

Bereits seit einigen Jahren ist die Gefahrenstelle an der Einmündung ins Industriegebiet Thema. Foto: Ahrens
Bereits seit einigen Jahren ist die Gefahrenstelle an der Einmündung ins Industriegebiet Thema. Foto: Ahrens

Bodenwöhr.Eine geplante Linksabbiegespur an der Staatsstraße 2398 zur Einmündung in die Industriestraße beschäftigte die Gemeinderäte lange bei der Sitzung am Mittwoch – doch eigentlich ist sie schon seit dem Jahr 2015 ein Thema. Im Rahmen einer Verkehrsschau wurde die Problematik im November 2015 erörtert und die Gemeinde zeigte sich mit dieser Lösung einverstanden.

Wünschenswert wäre, so schrieb die Gemeinde damals, auch eine Abbiegespur von Richtung Neunburg nach rechts in das Gewerbegebiet, ebenso die Versetzung des Ortsschildes am Ende des Ortsteils Blechhammer in Richtung Erzhäuser. Kritisch wurde außerdem gesehen, dass das Landratsamt Schwandorf dort bereits im Jahr 2011 die Geschwindigkeitsbeschränkung von 70 km/h aufgehoben hatte und somit wieder 100 km/h erlaubt waren. „Die vorgebrachten Einwendungen wurden alle ignoriert, eine Änderung entsprechend abgelehnt“, erklärt zweiter Bürgermeister Albert Krieger.

Verkehr genau gezählt

Ein Schreiben des Bauamts vom April dieses Jahres erregte nun erneut das Erstaunen und das Missfallen der Räte: Die Gemeinde hätte sich an den Baukosten der Linksabbiegespur zu beteiligen. Man sei „überrascht“, so Krieger, über diese „enorme Kostenbeteiligung“ von 90 000 Euro an den Gesamtkosten, die sich auf insgesamt etwa 300 000 Euro belaufen.

Damit will man sich nicht abfinden und beauftragte ein Gutachten anhand einer Verkehrszählung durch die Firma Obermeyer aus München. Die vom Bauamt der Gemeinde vorgelegten Zahlen sollten damit überprüft beziehungsweise verifiziert werden, so die Gemeindeverwaltung.

Patricia Daniel von dieser Verkehrsplanungsfirma präsentierte das Gutachten bei der Sitzung. Die Firma Obermeyer hatte zu vorgeschriebenen Zeiten acht Stunden lang den Verkehr gezählt, das Bauamt vier Stunden. Leider, so Patricia Daniel, wäre die Gemeinde Bodenwöhr nach diesen Zahlen tatsächlich in der Pflicht zur Kostenbeteiligung. Daniel machte den Vorschlag, diese Zahlen gemeinsam mit allen Verantwortlichen in einem Gespräch aufzuarbeiten und eine Lösung zu finden. „Es gibt doch immer einen Kompromiss – außer im Fußball natürlich“, bemerkte Otto Eichinger, der Geschäftsführer des Rathauses.

„Es gibt doch immer einen Kompromiss.“

Otto Eichinger, Geschäftsleiter der Gemeinde

Außerdem, so schlug Patricia Daniel dem Gemeinderat vor, könnte man noch eine längere Verkehrszählung über sieben Tage durchführen, um genauere Werte zu bekommen. „Vielleicht kommen wir dann auf unter 20 Prozent“, so Daniel.

Man kam überein, die Angelegenheit zunächst mit dem Bauamt zu besprechen. Denn: Die Gesamt-Verkehrssituation werde sich bald erheblich ändern, erklärte Georg Hoffmann (CSU), schließlich entstehe im Gewerbegebiet eine Müllsortieranlage. Am 9. Juli findet nun ein Treffen mit den Verantwortlichen vom Bauamt statt. Hier werde man auch eine Abbiegespur in das künftige Ladengebiet erörtern.

Anbau an Feuerwehrhaus

Das Feuerwehrhaus Taxöldern bekommt einen Anbau. Foto: Ahrens
Das Feuerwehrhaus Taxöldern bekommt einen Anbau. Foto: Ahrens

Bei einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um die Feuerwehr Taxöldern. Sie bekam einen Anbau an das Gerätehaus genehmigt, außerdem Stützmauern und einen barrierefreien Zugang zum Gebäude. Der Anbau dient zur Unterbringung des Verkaufsanhängers und des historischen Spritzenanhängers.

Das waren die wichtigsten Themen in der Gemeinderatssitzung:

Hintergründe zu den zentralen Themen

  • Kostenbeteiligung:

    Die Gemeinde Bodenwöhr könnte wegen der Bagatellklausel bei „Änderungen höhengleicher Kreuzungen oder Einmündungen“ an den Kosten für die Linksabbiegespur beteiligt werden.

  • Ausnahme:

    Eine Befreiung würde allerdings vorliegen, wenn der durchschnittliche Verkehr auf einer der beteiligten Straßenäste „nicht mehr als 20 Prozent des Verkehrs auf anderen beteiligten Straßenäste“ betrage.

  • Gefahr:

    Mehrere Verkehrsunfälle im Gewerbe- und Industriegebiet Blechhammer hatten sich im Jahr 2015 ereignet. Eine Linksabbiegespur würde die Gefahr entschärfen, so hatte die Polizei Neunburg dem Staatlichen Bauamt schon zu dieser Zeit erklärt.

  • Feuerwehr Taxöldern:

    Das bestehende Gebäude ist im Jahr 1991 zum 100-jährigen Bestehen in 6802 freiwilligen Arbeitsstunden entstanden.

Genehmigt wurden auch Änderungen am Carport und am Schuppenanbau der Antragsteller Bernhard und Jeannine Unglert. Die Bauten, die in den vergangenen Jahren errichtet wurden, seien genehmigungspflichtig, so wurde nun vom Landratsamt festgestellt. Ein Teil wird nun zurückgebaut. Genehmigt wurde auch ein Bauantrag von Michael und Barbara Göttler auf Neubau eines Einfamilienhauses im Baugebiet Hammerwegäcker.

Abgelehnt wurde dagegen ein Antrag von Stefanie und Josef Reiger auf Errichtung eines Erdwalls in Warmersdorf als Sicht- und Lärmschutz. Die Räte hatten Bedenken wegen der Höhe. Die Arbeiten zur Erweiterung des Friedhofs „Klause“ wurden nun für einen Preis von 223 000 Euro vergeben.

Weitere Nachrichten aus Bodenwöhr lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht