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Jungautorin

Ihre Droge ist das Schreiben

Die 22-jährige Maxhütterin Simone Bauer legt mit „Alkoholfrei“ ihren zweiten Roman vor. Ihr Rat: Glück ist auch ohne Komasaufen zu haben.
Von Christa Bach

Simone Bauer (22) hat ihren zweiten Roman veröffentlicht Foto: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

STÄDTEDREIECK/MÜNCHEN.. Simone Bauer, Jahrgang 1990, ist sowohl noch im richtigen Alter als auch – zumindest nebenbei – im richtigen Beruf, um sich Jugendthemen anzunehmen. Hauptberuflich ist die gebürtige Maxhütterin als Mitarbeiterin in der Kommunikationsabteilung eines DAX-Unternehmens in München tätig. Daneben schreibt sie unter anderem auch für die Jugendseite der Süddeutschen Zeitung, für Missy Magazin und LAXMag.

Und sie scheut auch nicht vor der langen Form zurück: Nach ihrem Debütroman „Ganz entschieden unentschieden“, hat sie jetzt ein neues Jugendbuch geschrieben: „Alkoholfrei“. Der Titel ist Programm.

Emma, ein ganz normaler 16-jähriger Teenie, pendelt mit ihrer ganz normalen Clique ganz normal zwischen Schule, Shoppen, erster Liebe, Abtanzen und dem – inzwischen sattsam als „Freizeitspaß“ propagierten – Komasaufen. Zwar wäre letzteres eigentlich gar nicht ihr Ding, doch der Gruppenzwang ist erst mal stärker als die Einsicht.

Einschneidende Erfahrungen lassen sie allerdings ihren Weg ändern- sie setzt sich neue Ziele die sie konsequent verfolgt, ganz ohne Alkohol. Allerdings erfährt sie dabei auch die grausame Wucht von Mobbing und Ausgrenzung. Zum Glück gibt es aber einen jungen Mann, der ähnlich tickt wie Emma…

Schauplätze in Regensburg

Schauplätze der Geschichte sind München und, vor allem, Regensburg mit seiner Kneipenszene, den Arcaden, den Donauinseln, dem Hafen. Die Themen sind die Probleme und Aspekte Jugendlicher auf dem Weg zum Erwachsenwerden: Liebe, Enttäuschung, Zweifel, Stress mit den Eltern, Zukunft und Selbstfindung. Flott geschrieben ist das, eine durchaus ansprechende Geschichte mit hohem Wiedererkennungswert. Realitätsnah, ohne eine Autobiografie zu sein, gibt das Buch Zeitgeist und Einstellung vieler Jugendlicher wieder, zeigt ihre Probleme und – eventuelle- Lösungen.

Zielstrebig und methodisch

Schreiben ist für Simone Bauer eine Berufung. Ihre Kurzgeschichten und Romane entstehen hauptsächlich an den Wochenenden, wobei sie hier, ähnlich zielstrebig wie ihre Protagonistin Emma, konsequent und methodisch arbeitet.

So entwickelte sie sich, auch dank der Unterstützung ihrer Familie und Freunde, zur ausgesprochenen Vielschreiberin, „tobt“ ihre Kreativität regelrecht aus. Neben den schon beschriebenen Romanen sind inzwischen etliche Kurzgeschichten entstanden, auch Gedichte, etwa als „Lyrik to go“, einer Initiative von „Art Connection“. Seit 6. Dezember ist Bauer auch als e-book zu lesen: „Baby Blackout“, erschienen im „Frohmann-Verlag“.

Alkohol gegen Schüchternheit

Provokant klingt der Titel ihres neuen Buches: „Alkoholfrei“. Doch gerade das Komasaufen hat für Simone Bauer viel mit Unsicherheit zu tun, mit Schüchternheit die durch Alkohol kompensiert werden soll. Mit ihrem Buch will sie zeigen, dass es auch anders geht, dass alkoholfrei nicht gleich spaßfrei heißt: sich an starken Vorbildern zu orientieren die – durchaus ohne Drogen – erfolgreich sind, könne sehr hilfreich sein, sagt sie, um dem Gruppenzwang in der Clique zu widerstehen.

Ein gut entwickeltes Selbstbewusstsein ist für Simone Bauer der Schlüssel zur Abstinenz. Sich gut zu unterhalten, ohne Brummschädel am nächsten Tag, ohne Furcht vor Entgleisungen, ist für sie das Wundervollste. Deshalb lebt sie selber völlig drogenfrei – fast. Ihre Droge heißt Schreiben. Nebenwirkungen? Rezensionen! (bcb)

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