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Gastronomie

Immer mehr Wirte sperren zu

Die Hoteliers rufen in Schwandorf zur Wirtshaus-Rettung auf. Viele Gastronomen machen dicht, weil Personal und Kraft fehlen.
Von Max Schmid

Immer mehr Wirtekollegen würden das Handtuch werfen und den Betrieb einstellen, weil sie keine Kraft mehr haben und auch kein Personal mehr finden, sagte Kreisvorsitzender Hubert Oberndorfer. Foto: NGG
Immer mehr Wirtekollegen würden das Handtuch werfen und den Betrieb einstellen, weil sie keine Kraft mehr haben und auch kein Personal mehr finden, sagte Kreisvorsitzender Hubert Oberndorfer. Foto: NGG

Schwandorf.Zur Kreisversammlung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) im Turmrestaurant Obermeier in Klardorf begrüßte Kreisvorsitzender Hubert Oberndorfer eine „ordentliche Truppe“. In seinem Jahresbericht verwies er auf Weihnachtsfeier, Holzkugelbesuch und verschiedene andere Aktivitäten. Die Arbeit in Hotels und Gaststätten werde immer mehr, das Personal aber weniger. Immer mehr Wirtekollegen würden das Handtuch werfen und den Betrieb einstellen, weil sie keine Kraft mehr haben und auch kein Personal mehr finden, sagte Oberndorfer.

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Er machte bei der Personalfrage auch ein wenig Hoffnung: Nachdem Koch nun als „Mangelberuf“ deklariert wurde, gebe es einen neuen Lösungsansatz, EU-weit ausländische Mitarbeiter einzustellen. Dennoch gehe man in eine unsichere Zukunft und müsse um jeden Mitarbeiter kämpfen. In Anspielung auf „Gretas“ Einfluss auf die Hotel- und Gastronomiebranche stellte Oberndorfer fest, dass hier vieles geleistet, aber nicht darüber geredet werde.

Hoteliers tun viel für die Umwelt

Man spüle das Geschirr der Gäste, werfe keinen Abfall weg und zahle trotzdem dafür 19 Prozent Mehrwertsteuer, während „Essen to go“ nur mit sieben Prozent Steuer belastet werde. Der Kreisvorsitzende forderte seine Berufskollegen dazu auf, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie viel Hoteliers und Wirte für die Umwelt machen, obwohl in dieser Branchen über 90 staatliche Vorschriften beachtet werden müssen.

Grussworte

  • Landrat:

    Thomas Ebeling zeigte sich solidarisch mit den Wirten; er könne aber an der Steuer nichts ändern. Der Klimaschutz biete eine neue Chance, da viele Menschen anstelle von Flugreisen ihren Urlaub heimatnah verbringen wollen. Mit der touristische Entwicklung im Landkreis zeigte sich Ebeling sehr zufrieden.

  • Oberbürgermeister.

    Andreas Feller sagte, dass er für jedes Wirtshaus dankbar sei. Denn Wirtshäuser haben Stammtische und die Politik brauche die „Stammtischhoheit“.

Mit den Grußrednern und Verbandsvertretern ehrte Hubert Oberndorfer den Wirt des Krämerhofs in Kulz, Johann Krämer, für 40-jährige Zugehörigkeit zum Hotel- und Gaststättenverband.

447000 Beschäftigte im Vollerwerb in ganz Bayern

Bei der Kreisversammlung des Hotel- und Gaststättenverbandes wurde Johann Krämer (Bildmitte mit Urkunde) vom Krämerhof für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt. Foto: smx
Bei der Kreisversammlung des Hotel- und Gaststättenverbandes wurde Johann Krämer (Bildmitte mit Urkunde) vom Krämerhof für 40-jährige Mitgliedschaft geehrt. Foto: smx

Frank-Ulrich John referierte über die branchenpolitische Kommunikation. Er verwies eingangs auf 11500 Mitgliedsbetriebe mit 447000 Beschäftigten im Vollerwerb in ganz Bayern. Kommunikationskanäle seien neben den Bezirksverbänden auch Fachbereiche wie Gastronomie, Hotellerie oder Ausbildung, aber auch Magazine, Social Media, Newsletter und Homepages. Die DEHOGA habe einen „Bayern Plan“, in dem die Ziele für die Zukunftssicherung der Branche festgeschrieben sei. Dazu gehören ein positives Branchenimage, die Mitarbeitergewinnung und zukunftssichere Unternehmen.

Das Hotel- und Gaststättengewerbe sei regionaler Wirtschaftsmotor. Referent John informierte auf die Bemühungen seines Verbandes um flexiblere Arbeitszeiten. Dies sei aber nicht gleichbedeutend mit längeren Arbeitszeiten, sondern mit flexiblerem Einsatz der Mitarbeiter. Zudem habe man die Initiative gegen illegale Vermietung in Bayern ergriffen.

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