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Kultur

In Bruck wird wieder Theater gespielt

Im Heimatmuseum Bruck hatte das Publikum Spaß bei der Vorstellung von „Ein Münchner im Himmel“. Aloisius soll frohlocken.
Von Renate Ahrens

Erzengel Michael (Mitte) ist nicht unbedingt so, wie man sich einen Engel vorstellt. Das finden auch Petrus und Aloisius.  Foto: Renate Ahrens
Erzengel Michael (Mitte) ist nicht unbedingt so, wie man sich einen Engel vorstellt. Das finden auch Petrus und Aloisius. Foto: Renate Ahrens

Bruck.Die da unten auf der Erde wissen gar nicht, wie schön sie es haben. Davon ist Alois Angermeyer überzeugt und schimpft lauthals. Frohlocken, immer nur frohlocken soll er hier im Himmel, und auch noch Harfespielen muss er lernen. Kreizkruzifix. Nein, ein Leben ist das nicht im Himmel.

Das Publikum dagegen erlebte einen sehr vergnüglichen Abend. Bereits im Sommer hatte der Kultur- und Festspielverein Bruck unter Regie von Karin Michl mit dem „Boandlkramer“ den Himmel besucht, nun machte man erneut einen Abstecher dorthin, erklärte Vorsitzende Inge Gleixner, gleichzeitig auch Vorstand des Mappacher Museumsvereins. Dort, in passender Kulisse, fand das Stück von Walter Brunhuber, „Ein Münchener im Himmel“, statt. Hier in Bruck wird man immer bestens unterhalten, das wissen die Zuschauer – jedes Mal auf eine andere Weise, mit lustigen oder zum Nachdenken anregenden Stücken. „Im Himmel ist es durchaus anders, als man es sich im Allgemeinen vorstellt“, gab Gleixner vorher zu bedenken: „Man sollte es mit Humor nehmen.“

Tiefer Sinn dahinter

Harfe spielen und frohlocken bringt man Aloisius bei – sehr zu seiner Verzweiflung. Foto: Ahrens
Harfe spielen und frohlocken bringt man Aloisius bei – sehr zu seiner Verzweiflung. Foto: Ahrens

Das taten die Zuschauer, denn es gab viel zu lachen. Aber auch dieses Mal steckte ein tiefer Sinn dahinter. Gar zu plötzlich wird nämlich Alois aus dem Leben gerissen, mitten beim gemütlichen Hofbräuhaus-Besuch. Der Todesengel kommt ihn holen, mit modernem Tablet – schließlich gehe auch der Himmel mit der Zeit, sagt er zu Alois stolz – obwohl er lange dafür kämpfen musste. „Die Zeit im Jammertal ist nun vorüber, nun darfst du mit den Engeln in ewigem Frieden frohlocken.“ Alois ist davon gar nicht angetan, er ist sogar entsetzt – das alles sei doch viel zu schnell gegangen.

Kein Leben ist es im Himmel

  • Karten:

    Längst vor der Premiere am Freitag waren alle vier Vorstellungen restlos ausverkauft.

  • Regie:

    Karin Michl

  • Schauspieler:

    Stefan Schwarzmayr, Sepp Stangl, Evi Irlbacher, Aegid Windl, Linda Scheuerer, Christa Steiner, Daniel Gleixner, Christine Griesbeck, Beatrice von der Osten, Thomas Giptner, Silke Faltermeier und Anneliese Stangl.

„Natürlich geht es plötzlich, das hat das Sterben so an sich“, entgegnet der Todesengel schnippisch. Doch alles habe einen höheren Zweck. Alois wird also zum Engel Aloisius und muss die himmlische Tracht anlegen. Behilflich ist ihm dabei der Erzengel Michael – köstlich komisch als schwuler Engel, gespielt von Daniel Gleixner. Gar „süß“ sehe doch Aloisius nun mit seinen weißen Flügerln aus, sagt der Erzengel begeistert. Aloisius ist dagegen keineswegs froh – er kann nicht fassen, in was er da hineingeraten ist. „Ich bin ein Irrtum“, beteuert er den himmlischen Bewohnern, auch dem Engel Asram und Petrus. Doch dann taucht Engel Fanny auf, eine alte Jugendliebe, und sie will Aloisius helfen und das Harfespielen beibringen – am Anfang nur freies Spiel, beruhigt sie ihn.

Eine Erleuchtung muss her

Die Vorstellungen des Brucker Kultur- und Festspielvereins Bruck sind meist schnell ausverkauft. Foto: Ahrens
Die Vorstellungen des Brucker Kultur- und Festspielvereins Bruck sind meist schnell ausverkauft. Foto: Ahrens

Die Verzweiflung kennt jedoch keine Grenzen, Aloisius will unbedingt auf die Erde zurück und diese „kindischen Flügerl“ loswerden, die man ihm angeschnallt hat. Eine Erleuchtung müsse halt her – und tatsächlich: Aloisius darf auf die Erde, allerdings muss er in die Bayerische Staatsregierung und dem Söder eine Erleuchtung überreichen, sowie eine Kopfnuss, eine himmlische. Im Himmel hat sich das schnell herumgesprochen – es frohlockt schon von Wolke zu Wolke. Aloisius ist erleichtert: „Der Himmel kann warten.“

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