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Landwirtschaft

In der „Flurwerkstatt“ reden die Bürger mit

In Thanstein und Tännesried wird die Flurneuordnung 2020 vorbereitet. Grundstücksbesitzer zeigen großes Interesse.
Von Matthias Niebauer

Das Interesse der Bevölkerung war groß an der Informationsversammlung für eine Flurneuordnung in Thanstein/Tännesried. Foto: Matthias Niebauer
Das Interesse der Bevölkerung war groß an der Informationsversammlung für eine Flurneuordnung in Thanstein/Tännesried. Foto: Matthias Niebauer

Thanstein.Das Amt für Ländliche Entwicklung hatte kürzlich zur Informationsversammlung für eine mögliche Flurneuordnung Thanstein-Tännesried ins Pfarrheim eingeladen. Das Interesse war groß: 55 Bürger nahmen teil. Bürgermeister Walter Schauer begründete die Flurneuordnung: „Landwirtschaftliche Kleinbetriebe werden immer weniger. Um dem entgegenzuwirken, ist es wichtig, den Flächen eine zukunftsfähige Struktur zu geben. Der Gemeinderat sieht es als Empfehlung für die Bevölkerung, entscheiden müssen es aber die Grundeigentümer.“

Fachleute begleiten die Debatte

Martin Stahr vom Amt für Ländliche Entwicklung informierte über den Ablauf einer Flurneuordnung und die Herausforderungen im ländlichen Raum: „Die landwirtschaftlichen Wege sind zum größten Teil nicht mehr für die Maschinen der Gegenwart ausgelegt, Klimaschäden erfordern Maßnahmen zur Schadensbehebung, aber auch dem Flächenfraß durch Industrie- und Siedlungsbau muss entgegengewirkt werden.“ Die Dauer eines Verfahrens bezifferte er auf 20 bis 25 Jahre, wobei in den ersten zehn Jahren die meisten Ergebnisse sichtbar werden.

Doch vor der Einleitung eines Verfahrens muss erst eine eineinhalbjährige Vorbereitung erfolgen, die Flurwerkstatt“. Hier sollen die Teilnehmer mit einem Landschaftsplaner den Bedarf von Maßnahmen ermitteln und dokumentieren. Nach Ablauf dieser kreativen Phase und der Vorlage einer Baukarte mit möglichen Maßnahmen wird entschieden, ob ein Verfahren eingeleitet wird. 

Falls in Zukunft eine Flurbereinigung durchgeführt werden sollte,  erklärte Martin Stahr, dass die Teilnehmergesellschaft – alle Eigentümer und Erbbauberechtigten im Verfahrensgebiet – für sechs Jahre eine Vorstandschaft wählt, der auch mindestens ein Beamter des Amtes für Ländliche Entwicklung beisitzen wird. Es folgen die Planfeststellung, die Maßnahmen, eine Wertermittlung der Grundstücke und die Ausarbeitung der Neuordnung.

Förderung liegt bei 75 Prozent

Einen großen Stellenwert  bei der Flurbereinigung hat der Wegebau. Martin Stahr kam auch auf das Finanzielle zu sprechen. Beim Landabzug müssen alle Teilnehmer Grund für die geplanten öffentlichen Maßnahmen im Verfahrensgebiet bereitstellen. In der Regel beträgt der Abzug hier drei bis fünf Prozent. Bürgermeister Walter Schauer zeigte, dass die Förderung grundsätzlich bei 75 Prozent liegt. Bürgermeister Walter Schauer und die Verantwortlichen vom Amt für Ländliche Entwicklung kamen zu dem Entschluss, 2020 mit der Flurwerkstatt zu beginnen, um zu prüfen.

der Wert des Bodens

  • Abfindung:

    Stahr verwies auf das Flurbereinigungsgesetz, bei dem jeder einen Anspruch auf wertgleiche Abfindung hat. Zu- und Abschläge können sich etwa durch bestimmte Geländeformen oder Feuchtstellen ergeben.

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