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Kultur

Ingo Fliess freut sich auf seine Filme

Die Schwandorfer Dokumentarfilmtage „Zwickl“ zeigen fünf Werke des gebürtigen Sulzbachers, der „Wackersdorf“ gedreht hat.

Das Foyer der Spitalkirche ist bei den Schwandorfer Dokumentarfilmtagen „Zwickl“ Treffpunkt und Gesprächsforum der Besucher.Foto: Marcus Rebmann
Das Foyer der Spitalkirche ist bei den Schwandorfer Dokumentarfilmtagen „Zwickl“ Treffpunkt und Gesprächsforum der Besucher.Foto: Marcus Rebmann

Schwandorf.Am Freitag und Samstag ist der Filmproduzent Ingo Fliess zu Gast bei den Schwandorfer Dokumentarfilmtagen „Zwickl“. Im Gepäck hat er fünf seiner Filme aus den letzten zehn Jahren.

Wirklich bekannt in der Region wurde Ingo Fliess 2017/2018, als er mit seiner Münchner Filmproduktion den Kinofilm „Wackersdorf“ in und rund um die Große Kreisstadt drehte. Nun beleuchten die Schwandorfer Dokumentarfilmtage „Zwickl“ in ihrer ersten kleinen Werkschau das umfangreiche Schaffen der vergangenen zehn Jahre dieses besonderen Mannes, hebt die „Zwickl“-Chefin Anne Schleicher besonders heraus.

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Im Archiv des „Zwickl“-Festivals gekramt

Neue Locations sind bei den Schwandorfer Dokumentarfilmtagen Programm: Die 7. Auflage startet jetzt in der Spitalkirche.

Der in Sulzbach-Rosenberg geborene und aufgewachsene Kunsthistoriker Ingo Fliess lebt inzwischen mit seiner Familie in München. Nachdem er bis zum Jahr 2005 Geschäftsführer des Verlags der Autoren – einer der führenden deutschen Theaterverlage und Drehbuchagenturen – war, gründete er 2007 in München die unabhängige Filmproduktionsfirma if...Productions.

Fünf von 25 im „Zwickl“

Seither hat Ingo Fliess rund 25 Filme produziert. Fünf davon laufen im Filmprogramm des „Zwickl“. „El-Bulli – Cooking in Progress“ ist ein Film aus dem Jahr 2010 über den weltberühmten, spanischen Koch Ferran Adria, der als Erfinder der Molekularküche gilt.

Der Streifen ist für Fliess besonders wichtig: „Er war der erste Film, mit dem wir international Aufsehen erregt haben, der ist auf der ganzen Welt gelaufen. Er ist nicht kommerziell gemacht und trotzdem so toll geworden, dass er sehr viel internationalen Erfolg hatte. Das hat uns im Nachhinein Selbstvertrauen gegeben.“

Programm

  • Freitag:

    16 Uhr: How to make a book with Steidl; 18.30 Uhr: Mein Weg nach Olympia (Sehbehinderten- Blindenfassung); 21 Uhr: Tackling Life (in Anwesenheit des Regisseurs Johannes List)

  • Samstag:

    12 Uhr: Elternschule, 20 Uhr El Bulli-Cooking in Progress, Nach allen Filmen kommt Ingo Fliess zum Publikumsgespräch vor die Leinwand.

  • Sonntag:

    9.30 Uhr: Weißwurstfrühstück (bitte reservieren), 10.30 Uhr Meet & Greet Branche Film in der Spitalkirche, Podiumsteilnehmer: Ingo Fliess, Markus Prasse, Lars Nitschke, Moderation: Anne Schleicher, Eintritt frei

  • Kinokasse:

    Sie ist in der Spitalkirche ist täglich von 14 bis 20 Uhr geöffnet; Festival-Telefon (01 73) -
    8 64 28 80; jedes Ticket zwei Euro,

Ein Highlight wird auch die Vorführung des Werks „Elternschule“ sein, verspricht „Zwickl“-Chefin Anne Schleicher. Der Film begleitet die Behandlungen einer psychosomatischen Klinik für verhaltensgestörte Kinder und deren Eltern. Im vergangenen Jahr löste „Elternschule“ hartnäckige Proteste im Internet und auf den Straßen aus, erinnert Schleicher.

„Tackling Life“ ist ebenfalls ein neuerer Film aus dem Jahr 2018. Er dokumentiert die erste schwule und inklusive Rugby-Mannschaft. Das Berliner Team teilt Sorgen, Glück und sportliches Erlebnis-–ein Film, der das Herz berührt, sagt Schleicher. Zur Vorführung am Freitagabend kommt sogar der Regisseur Johannes List nach Schwandorf.

Filmproduzent Ingo Fliess ist zu Gast beim „Zwickl“. Foto: Eric Mosoni
Filmproduzent Ingo Fliess ist zu Gast beim „Zwickl“. Foto: Eric Mosoni

„How to make a book with Steidl“ ist ein Dokumentarfilm über den Göttinger Buchdrucker Gerhard Steidl. Er wirkt erst schrullig, später ist der Zuschauer stark beeindruckt von dessen Leidenschaft und Autorität. Anerkannte Künstler und Autoren wollen mit ihm ihre Bücher verlegen: Günther Grass, Karl Lagerfeld oder Ed Ruscha.

Eine ganz besondere Vorstellung wird die Sehbehinderten- und Blindenfassung des Films „Mein Weg nach Olympia“ sein. Darin begleitet Regisseur Niko von Glasow Teilnehmer der Paralympics bei ihren Vorbereitungen und in ihrem Privatleben. Es ist kein Film über Behinderte geworden, sondern ein Zeugnis unglaublicher körperlicher und psychischer Leistung. Einen Film in Blindenfassung zu zeigen, hat beim „Zwickl“ Premiere.

Im Gespräch mit dem Publikum

Am heutigen Freitag und am morgigen Samstag wird Ingo Fliess persönlich bei jeder Vorführung seiner Filme anwesend sein und als Gesprächspartner im Anschluss vor die Leinwand treten. Fliess freut sich auf seine Werkschau: „Für mich ist es ganz aufregend, weil ich habe viele Filme aus der Kleinen Werkschau nicht mehr gesehen. Es ist immer interessant, sich selbst noch mal zurück zu besinnen, was hat man damals gewollt und was ist daraus geworden. Für mich ist es immer besonders reizvoll mit dem Publikum über die Entstehung solcher Filme zu sprechen.“

Am Sonntag ist er dann zum Abschluss als Podiumsgast auf der Bühne der Spitalkirche zu sehen. Gemeinsam mit Lars Nitschke von der Film Comission Bayern (Filmförderung München) und Markus Prasse vom internationalen Filmverleih MFA wird er über die Branche Film in der Oberpfalz sprechen. Die Veranstalter des „Zwickl“ laden alle Neugierigen und Interessierten ein, daran teilzunehmen. Der Eintritt ist frei.

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