mz_logo

Region Schwandorf
Montag, 23. April 2018 21° 6

Bildung

IPad versus Schiefertafel

Der Schwandorfer Kreisverband des Gemeindetags beschäftigte sich in Neunburg mit der Digitalisierung an den Schulen.
Von Ralf Gohlke

Markus Binder erläuterte den Sitzungsteilnehmern die praktische Medien-Arbeit an der Mittelschule. Foto: Gohlke

Neunburg.Für rund 60 Erwachsene auf mehreren Stuhlreihen sind die neuen Lernräume in der Grundschule Neunburg eindeutig nicht konzipiert. Das war eine der Erfahrungen, welche die Mitglieder des Kreisverbandes des Bayerischen Städte- und Gemeindeverbandes bei ihrer Versammlung am Mittwoch mitnehmen konnten. Dennoch machte die Wahl des Veranstaltungsorts durchaus Sinn, denn dort sind bereits alle Voraussetzungen für das digitale Lernen in der Zukunft gegeben. Der sogenannte Masterplan Bayern Digital II bildete den Schwerpunkt der Tagesordnung.

„Die Digitalisierung an unseren Schulen bedeutet für uns als Sachaufwandsträger eine große Herausforderung“, betonte Bürgermeister Martin Birner in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kreisverbands. Spätestens bis März sollen die von der Regierung festzusetzenden Förderrahmen bekanntgegeben werden. Deutlich fügte er an: „Bildungsgerechtigkeit heißt dann auch, gleiche Ausstattung an alllen Schulen.“

Alle Lernkanäle werden bedient

Schulamtsleiterin Renate Vettori lobte die Kooperativen der Schulen und der Betriebe. Foto: ggo

Dies gelte sowohl für die notwendigen Anschaffungen als auch den laufenden Betrieb und den notwendigen Glasfaseranschluss. Was die Beschaffung von Hard- und Software betrifft, riet Birner zum Abwarten, da verschiedene Möglichkeiten derzeit geprüft würden. Grundsätzlich sprach er sich für eine dezentrale Beschaffung aus, um gegebenenfalls bereits bestehende Kooperativen nutzen zu können. Ein weiterer wichtiger Punkt war für ihn die Lehrerweiterbildung.

Dass Letzteres eine Herausforderung sei, unterstrich Rektorin Sabine Bauer. Hier gelte es, „kollegial hospitieren und gemeinsam überlegen, was Sinn macht“. Erste Erfahrungen hätten aber gezeigt, wie wichtig differenzierter Unterricht zum Beispiel in der Ganztagsklasse sei.

Konrektorin Birgit Kocholka erläuterte den „Mehrwert“ durch digitales Lernen. Foto: ggo

Theoretische und praktische Einblicke in das digitalisierte Lernen vermittelten Grundschulkonrektorin Birgit Kocholka und Markus Binder von der Mittelschule Neunburg. Der Umgang mit den Medien ermögliche es, Lernprozesse so zu gestalten, dass jedes Kind seinen individuellen Weg finden könne. Markus Binder verdeutlichte dies anhand der „Lernkanäle“, die in dem Fall deutlich besser bedient würden und somit auch mehr Lernstoff im Gedächtnis bliebe. „Der Mehrwert besteht darin, dass es den Schülern möglich ist, Informationen gezielt auszuwählen“, beantwortete er eine Frage aus dem Plenum und ergänzte, „was man selbst formuliert, bleibt besser hängen“.

Förderung offen

Schulamtsleiterin Renate Vettori unterstrich noch einmal die Notwendigkeit, Medienbildung an allen Schulen und in allen Jahrgangsstufen systematisch zu betreiben. Ausführlich informiert sie über die Medienkonzepte, die derzeit an den Schulen erarbeitet werden.

Kreisvorsitzender Martin Birner nutzte schon mal den neuen Lehrerarbeitsplatz. Foto: ggo

„Die Digitalisierung geht nicht mehr weg“, sagte sie deutlich, weshalb bereits die Grundschule die Basis darstellen müsse, um den jungen Menschen die Voraussetzungen zur aktiven Teilnahme am Arbeits- und Gesellschaftsleben zu vermitteln. „Konkrete Ergebnisse gibt es noch nicht“, erklärte Vorsitzender Martin Birner in Bezug auf die Finanzierung. Er erinnerte daran, dass die Kommunen finanziell unterschiedlich ausgestattet seien, was durchaus zu einer Herausforderung werden könne. Wichtig sei in jedem Fall eine finanzielle Basis für eine Grundausstattung.

Systemadministration nötig

Er war sich mit dem Systemberater der Mittelschule, Hans Graßl, darüber einig, dass die Handhabung der Hard- und Software künftig nicht mehr „nebenbei“ erfolgen könne, sondern ein eigener Systemadministrator erforderlich sei. Er ließ offen, ob jede Schule einen bräuchte oder die Systembetreuung zentralisiert werden könne. „Die Lehrer bezahlt der Freistaat, damit ist auch klar, wer die Kosten dafür übernimmt“, erklärte Birner und lag damit auch auf der Linie von Landrat Thomas Ebeling, der erklärte, dass auch die Spitzenverbände an dem Thema dran seien. Es könne nicht angehen, dass andere entschieden, was die Kommunen zu bezahlen hätten.

Hans Graßl (rechts) ist jetzt offiziell „Beratungsrektor“-Medien. Foto: ggo

Ebeling unterstrich zudem sein Versprechen, dass spätestens 2020 alle Schulen im Landkreis ans Glasfasernetz angebunden seien. Wirtschaftsförderer Rudolf Reger griff das Thema Breitbandausbau im Rahmen des Bundesprogramms auf und informierte kurz über den neuesten Stand. Einen besonderen Akt hatte sich Schulamtsdirektor Georg Kick bis zum Ende der Sitzung aufgehoben. Er beförderte Hans Graßl von der Mittelschule Neunburg offiziell zum Systemberater Medien mit dem Titel „Beratungsrektor“. Nur vier gibt es davon oberpfalzweit.

Mehr Nachrichten aus Neunburg lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht