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Natur

Jäger: „Osterhase“ braucht Lebensraum

Die Kreisjagdgruppe Burglengenfeld fordert eine Zusammenarbeit mit Landwirten zum besseren Schutz der Feldhasen
Von Werner Artmann

Die Lebensbedingungen des Feldhasen wollen die Jäger verbessern. Foto: Kuno Kumpins
Die Lebensbedingungen des Feldhasen wollen die Jäger verbessern. Foto: Kuno Kumpins

Burglengenfeld.Die bayerischen Jäger und auch die Jäger der Kreisjagdgruppe Burglengenfeld haben sich zum Ziel gesetzt, die Lebensbedingungen von Feldhase und Co. wieder zu verbessern. Der „Europäische Feldhase,“ das Sinnbild für Fruchtbarkeit, Frühling und Erwachen der Natur, hat Probleme. „Fressfeinde bedrohen ihn, die Lebensräume schwinden,“ stellte der Vorsitzende der Kreisjagdgruppe Michael Raguz in einem Gespräch mit der MZ über die Zukunft des „Osterhasen“ in der freien Natur fest.

In diesen Tagen setzt die Häsin nach rund 40 Tagen Trächtigkeit ihre Jungen einzeln in einer Mulde im Feld, der so genannten „Sasse,“ ab. Unmittelbar nach der Geburt lässt sie die Tiere dort völlig allein zurück. „Dennoch ist sie keine Rabenmutter,“ erklärt Michael Raguz. Die Häsin möchte dadurch ihre Jungtiere schützen. Die jungen Hasen selbst haben nahezu keinen eigenen Körpergeruch und sind so von Fressfeinden geschützt. Der Geruch der Häsin allerdings würde die Feinde anlocken. Deshalb kehrt sie nur morgens und abends zum Säugen zurück.

Hunde an die Leine legen

  • Eine Gefahr für

    den Nachwuchs im Hasenrevier ist natürlich auch der Hund. Oft ist auch er – vom Besitzer völlig unbemerkt – für den Tod junger Hasen verantwortlich, während er scheinbar friedlich über die Wiese streunt.

  • Deshalb appelliert

    Raguz an das Verantwortungsbewusstsein der Hundehalter: „Nehmt die vierbeinigen Freunde vor allem in den Brut- und Setzzeiten, etwa von April bis Juni an die Leine, damit wir auch in Zukunft noch Osterhasen haben!“

Wie Raguz weiter feststellte, ist der Bestand an Feldhasen in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen. Schuld daran sind viele Faktoren. Da ist einmal die Witterung. Nasskaltes Wetter in den ersten drei Lebenswochen ist der sichere Tod für den Nachwuchs. Neben der Nässe drohen viele weitere Gefahren. Der Feldhase steht auf dem Speiseplan vieler Fressfeinde. Fuchs und Marder, Wiesel und Uhu, aber auch Habicht und Rabenkrähen, Katze und Hund haben die kleinen „Mümmelmänner“ zum Fressen gern.

Entscheidend für das Überleben ist nicht zuletzt der Lebensraum in der Agrarlandschaft. Feldhasen brauchen Hecken und Feldraine, Grabenböschungen und Graswege, Ackerränder mit Blütenpflanzen, die dem Nachwuchs Nahrung und Schutz bieten können. Diese Strukturen sind vielerorts verloren gegangen. „Vor dem Hintergrund des dramatischen Rückgangs an Feldhasen in unserer Flur wird die enge Zusammenarbeit zwischen den Landwirten und ihren Jägern immer wichtiger,“ forderte der Vorsitzende. „Von blühenden Inseln in der Feldflur profitieren nicht nur unsere Feldhasen, sondern auch Fasane und Rebhühner, Vögel und Feldhamster,“ stellte Raguz fest.

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