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Politik

Jürgen Neuber verlässt die Freien Wähler

Der Ex-Landratskandidat und stellvertretende Bezirksvorsitzende aus Oberviechtach wirft hin. Sogar von Mobbing ist die Rede.
Von Bettina Mehltretter

Jürgen Neuber wird nicht mehr länger für die Freien Wähler tätig sein.  Archivfoto: Ahrens
Jürgen Neuber wird nicht mehr länger für die Freien Wähler tätig sein. Archivfoto: Ahrens

Schwandorf.Die E-Mail, die Jürgen Neuber am Mittwoch kurz nach 18 Uhr an die Presse verschickte, dürfte für Wirbel in Freie-Wähler-Kreisen sorgen. Von Mobbing ist darin die Rede, von der Vertreibung aus Ämtern. In der Konsequenz wirft der Oberviechtacher, der viele Jahre an vorderster Front in etlichen Gremien der Partei tätig war, per sofortiger Wirkung hin, wie es in der E-Mail heißt. Er verlässt die Freie-Wähler-Fraktion im Kreistag, die Landesvereinigung der Freien Wähler Bayern und die Parteilose Wählergruppe (PWG) Oberviechtach.

Neuber hatte in der Vergangenheit etliche Ämter inne: Seit 2002 war er Kreisrat, er war Fraktionssprecher, Verwaltungsrat der Krankenhausgesellschaft und Kandidat für den Deutschen Bundestag. 2013 nominierten ihn die Freien Wähler auch zum Landratskandidaten. Für die Freien Wähler im Landkreis war das ein denkwürdiger Tag: Noch nie hatten sie einen Kandidaten in den Kampf um den Landratsposten geschickt. Am Ende erreichte Neuber 7,62 Prozent der Stimmen.

Differenzen im Kreisverband

2018 dann der Paukenschlag: Jürgen Neuber trat überraschend vom Amt des Kreisvorsitzenden zurück. Seinen Schritt begründete er damals mit Differenzen zu Joachim Hanisch, FW-Ehrenkreisvorsitzender, Landtagsabgeordneter und stellvertretender Landrat.

„Persönliche Interessen und private Pfründe dürfen dabei keine Rolle spielen.“

Jürgen Neuber

In seiner aktuellen E-Mail nimmt Neuber Bezug auf ein Motto der Freien Wähler und der PWG Oberviechtach: „Arbeiten zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger, sachlich, unabhängig, allein dem Allgemeinwohl verpflichtet.“ Von diesen moralischen Grundwerten hätten sich allerdings beide Gruppierungen in den vergangenen Jahren immer weiter entfernt, erklärt Neuber. Er selbst habe nahezu 30 Jahre lang diese Werte gelebt. „Persönliche Interessen und private Pfründe dürfen dabei keine Rolle spielen. Es muss offen und mit Anstand gearbeitet und an einem Strang gezogen werden“, teilt er mit.

„Wer an den Grundsätzen festhalten will, wird gemobbt und sogar aus seinen Ämtern vertrieben sowie Kandidaturen und Positionen verwehrt.“

Jürgen Neuber

Neuber wird in seinem Schreiben noch deutlicher: „Wer an den Grundsätzen festhalten will, wird gemobbt und sogar aus seinen Ämtern vertrieben sowie Kandidaturen und Positionen verwehrt.“ Die offene Diskussion, das Ringen um die bessere Lösung, auch in personellen Fragen, sei bei FW und PWG völlig verlorengegangen. Neuber sagt, er sehe sich nicht imstande, in seiner bisherigen politischen Heimat weiter Politik zu machen. Der Austritt schmerze ihm jedoch, da sowohl sein Großvater als auch sein Vater zu den Gründervätern gehört haben, „ohne deren Arbeit die Erfolge beider Gruppierungen nicht möglich gewesen wären“.

Darüber hinaus teilte Neuber mit, dass er seine politische Arbeit „unabhängig“ für seine Heimatstadt und den Landkreis fortführen möchte. Wie das genau sehen soll, ließ er zunächst offen.

Parteien

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