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Sport

Jung und Alt schwammen 24 Stunden lang

Beim 13. 24-Stunden-Schwimmen des Wasserwacht-Ortsverbands Neunburg wurden fast 1500 Kilometer geschwommen.
Von Ralf Gohlke

  • Von Beginn an herrschte reges Treiben auf den vier Wettkampfbahnen des städtischen Hallenbades. Foto: Ralf Gohlke
  • Dr. Sven Eckardt (r.) gab seinen Handycap-Pokal an den blinden Stephan Becher weiter. Foto: ggo

Neunburg.Das 24-Stunden-Schwimmen hat sich für den Wasserwacht-Ortsverband zum alljährlichen Höhepunkt im Jahresprogramm entwickelt. Bereits zum 13. Mal war es am Wochenende wieder so weit, dass sich ganz junge und schon etwas ältere Leute in die warmen Fluten des städtischen Hallenbades stürzten, um möglichst viele „Meter“ zu absolvieren.

Die große Herausforderung liegt unter anderem darin, dass die Bahnen nur die minimale Wettkampflänge von 25 Metern aufweisen, was bei einer langen Strecke sehr viele Wenden erfordert, die den Schwimmrhythmus unterbrechen und zusätzlich Kraft kosten. Für eher ungeübte Schwimmer kann dies aber durchaus eine willkommene Unterbrechung darstellen. Aus dem Grund sind auch drei Bahnen für die „Normalschwimmer“ vorgesehen und die vierte den „Profis“ vorbehalten. Jeder Schwimmer muss übrigens mindestens 200 Meter zurücklegen, um gewertet zu werden.

Zahlen und Fakten

  • Gesamtstrecke:

    1 435 151 Meter

  • Nachtpokal:

    107 300 Meter

  • Teilnehmer:

    gesamt 233, davon 128 weiblich und 105 männlich

  • Sonderwertungen:

    Gemeldet und gewertet wurden 13 Mannschaften und elf Familien.

  • Organisation:

    Seitens der Wasserwacht waren 75 Helfer im Einsatz.

Eine kurze Rast an der Wendemarke Foto: ggo
Eine kurze Rast an der Wendemarke Foto: ggo

Zu den wichtigsten Helfern gehören die Zähler, die bei jedem Anschlag eines Schwimmers mit der ihnen zugeteilten Startnummer einen Strich in die Zählliste machen müssen. Bei 10 000 Metern sind das schon mal 200 Striche, denn die Wertung erfolgt nach jeweils zwei Bahnen. Wer nicht mit dem Ausfüllen der Startbögen, der Auswertung oder dem Zählen beschäftigt war, kümmerte sich an dem kleinen Verkaufsstand um das leibliche Wohl. Die größte Herausforderung sind natürlich die Nachstunden, bei denen der Betrieb uneingeschränkt, wenngleich meist auch etwas ruhiger, weiterläuft. Startzeit ist immerhin von Samstag, 14 Uhr, bis Sonntag, 14 Uhr.

Erhalt des Bades ist wichtig

Für die schnellen Schwimmer ist die 25-Meter-Bahn eine Herausforderung. Foto: ggo
Für die schnellen Schwimmer ist die 25-Meter-Bahn eine Herausforderung. Foto: ggo

Bereits eine Stunde nach Ende der offiziellen Schwimmzeit war die Auswertung bereit für die Siegerehrung. Dazu begrüßte der Ortsgruppenvorsitzender Stefan Dirnberger unter anderem Bürgermeister Martin Birner, der als Schirmherr allen bereits beim Start gewünscht hatte, dass sie die selbst gesetzten Ziele erreichen mögen.

Für die Verpflegung war bestens gesorgt. Foto: ggo
Für die Verpflegung war bestens gesorgt. Foto: ggo

Reinhart Hösl, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes der Wasserwacht, drückte in seinem Grußwort die Hoffnung aus, dass an gleicher Stelle auch noch die Sieger des 20. 24-Stunden-Schwimmens geehrt werden könnten. Zum Glück gehöre Neunburg aber nicht zu den Kommunen, die über die Schließung ihrer Bäder nachdenken würden. „Dafür gilt Ihnen generell ein großer Dank, dass wir hier Schwimmkurse, Aquatraining und einiges mehr abhalten können, immer im Hinblick auf unser Ziel, den Ertrinkungstod zu verhindern“, wandte sich Hösl an den Bürgermeister.

Mit ihm einig war sich auch Dr. Philipp Wolf als Vertreter der Kreiswasserwacht, dass bei dieser hervorragend organisierten Veranstaltung zum Teil Top-Leistungen erbracht wurden. Den Neunburgern sprach er großes Lob dafür aus, dass sie alle Facetten einer modernen Wasserwacht abdeckten – bis hin zur schnellen Eingreiftruppe.

Das Team 1 der „Warmduscher“ holte sich erneut den Mannschaftspokal. Foto: ggo
Das Team 1 der „Warmduscher“ holte sich erneut den Mannschaftspokal. Foto: ggo

Bei der Siegerehrung stellte Stefan Dirnberger fest, man habe versucht, allen Anforderungen der neuen Datenschutzrichtlinien gerecht zu werden. Dazu gehörte unter anderem, dass die Teilnehmer ankreuzen konnten, ob ihr Name in den Siegerlisten auf der Facebook-Seite der Wasserwacht erscheinen dürfe. Daraus ergab sich offenbar ein etwas komplizierter Anmeldebogen, wie sich bei der Vergabe der Urkunden zeigte. Dirnberger versprach aber allen, bei denen es nicht reibungslos geklappt hatte, die Nachsendung. Leider waren auch schon viele Teilnehmer vor der Siegerehrung abgereist.

Familie Hoffmann glänzte

Das Team „Warmduscher“ Foto: ggo
Das Team „Warmduscher“ Foto: ggo

Herausragende Platzierungen waren der Familienpokal der Familie Hoffmann mit einer Gesamtstrecke 86 600 Metern sowie der Mannschaftspokal, den erneut das Team Warmduscher mit einer Gesamtstrecke von 94 700  und einer Durchschnittsleistung von 31 566 Metern gewann. Sieger der Handycapwertung männlich war Dr. Sven Eckart (Team Warmduscher) mit 16 100 Metern, der spontan seinen Pokal an den blinden Neunburger Stefan Becher übergab, der nur nachts hatte schwimmen können. Die jüngste Teilnehmerin war Madeleine Birner, der älteste Benno Rosenthal.

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