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Region Schwandorf
Sonntag, 19. August 2018 30° 3

Engagement

Junge Geflüchtete erzählen ihr Schicksal

In Neunburg zeigte das Projekt „Friedenstiften“ eine vielseitige Darstellung von Emotionen. Es soll Verständnis schaffen.

Gemeinsam schufen Schüler und Geflüchtete eine Collage. Foto: Stefanie Brückner
Gemeinsam schufen Schüler und Geflüchtete eine Collage. Foto: Stefanie Brückner

Neunburg vorm Wald.In der Gregor-von-Scherr-Realschule in Neunburg fand ein Projekt zum Thema „Friedenstiften“ statt. Gemeinsam friedlich zusammenleben, einander respektieren und tolerieren – das ist nicht mehr selbstverständlich in der Gesellschaft. Dabei wäre es einfach, einen Schritt aufeinander zuzugehen, Fragen zu stellen, um das Fremde vertrauter zu machen und Ängste abzubauen.

Genau solche Fragen konnten die Schüler der zehnten Klassen den dreizehn Asylbewerbern und anerkannten Geflüchteten aus Syrien und Afrika stellen. Sie bekamen darauf sehr offene und ehrliche Antworten. Die Schüler erfuhren viel über die Heimat der Flüchtlinge und hörten Erzählungen zu sehr dramatischen Erlebnissen.

Vom Militär aufgehalten

So erzählte beispielsweise der 25-jährige Mohammed aus Syrien, dass sein Schulbus vom Militär des Assad-Regimes aufgehalten worden war und er eine Woche im Gefängnis saß. Der Grund für seine Verhaftung war der Verdacht auf die Teilnahme an den Demonstrationen gegen das diktatorische Regime. Weil der junge Syrer kurz vor der Verhaftung seine SIM-Karte mit Video- und Bildmaterial des Aufstands aus dem Handy entfernt hatte, wurde er freigelassen. Drei weitere Jugendliche, kamen nach der Verhaftung nie wieder zurück.

Im Rahmen dieses Projekts erstellten die Schüler eine große Fotocollage, die in der Aula des Schulgebäudes als Symbol gegen Hetze, Ungerechtigkeit und Respektlosigkeit gemeinsam mit den Flüchtlingen aufgehängt wurde. Ebenso schrieben einige Schüler einen Poetry-Slam-Text, der anschließend vorgetragen wurde.

Eine vielseitige Darstellung

Von traurig-berührend, bis hin zu ironisch-lustig, bot sich dem Publikum eine sehr vielseitige Darstellung der Emotionen und Gedanken der Schüler zu den Themen Menschenrechte und Rassismus. Mit diesen Bildern und Worten wurde das Projekt abgeschlossen, durch das wohl mehr Empathie und Verständnis für Menschen in Not geschaffen werden konnte.

Die MZ schaut genau hin: Was erleben Flüchtlinge, Helfer, Anwohner? Was sind die Fakten? Eine Multimedia-Reportage.

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