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Soziales

Junge kämpft für seinen Herzenswunsch

Timo Roy (9) aus Katzdorf sitzt im Rollstuhl und wünscht sich ein behindertengerechtes Zuhause. Vereine sammeln Spenden.
Von Werner Artmann

Der neunjährige Timo Roy mit seinen Pokalen, die er als Lichtgewehrschütze schon gewonnen hat. Fotos: Werner Artmann
Der neunjährige Timo Roy mit seinen Pokalen, die er als Lichtgewehrschütze schon gewonnen hat. Fotos: Werner Artmann

Teublitz.„Mein größter Wunsch wäre, dass ich mich trotz meiner Behinderung im Rollstuhl ohne Fremdhilfe im Haus meiner Eltern, in meinem Zuhause, frei bewegen und selbständig werden kann!“ Die Rede ist vom neunjährigen Timo Roy aus der Ludwig-Thoma-Straße in Teublitz, dessen Eltern Tom und Stephanie Roy einen für Timo geplanten, behindertengerechten Wohnhausumbau mit Kosten von rund 130 000 Euro nicht alleine schultern können.

Deshalb wurde von den Almenrauschschützen, vom SCK und dem Burschenverein mit den Festdamen eine große Spendenaktion für Timo in die Wege geleitet. Die MZ hatte Gelegenheit, mit Timo und seinen Eltern über ihre Planungen und das Vorhaben eines Hausumbaus zu sprechen. Natürlich war Timo nach dem Betätigen der Hausglocke gleich der Erste, der zur Tür kam.

Mutter ist zuhause bei Sohn und Tochter

Die Kosten des geplanten Hausumbaus, so Stephanie Roy, könnten sie aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse nicht schultern. Sie ist Hausfrau und betreut die elfjährige Tochter Lea und ihren im Rollstuhl sitzenden Sohn Timo. Ihr Mann ist selbständig und führt Renovierungsarbeiten durch. Finanzielle Unterstützung würde man vom Land Bayern in Höhe von 10 000 Euro, von der Pflegekasse 4000 Euro und circa 5000 Euro Zuschuss von der KfW-Bank erhalten.

„Mein größter Wunsch wäre, dass ich mich trotz meiner Behinderung frei bewegen kann!“

Timo Roy

Wie die Mutter erzählte, kam ihr Sohn Timo 2009 mit einer angeborenen Fehlbildung des Rückenmarks in Verbindung mit einem funktionellen sakralen Lähmungsniveau zur Welt. Zur Fortbewegung ist Timo auf einen Aktivrollstuhl angewiesen, den er sowohl zu Hause als auch außerhalb des eigenen Wohnbereichs nutzt.

Trotz seiner Behinderung ist Timo Roy überall dabei. Foto: Werner Artmann
Trotz seiner Behinderung ist Timo Roy überall dabei. Foto: Werner Artmann

Bis heute hat Timo über 15 schwere Operationen hinter sich und es müssen möglicherweise noch einige folgen, sagte uns seine Mutter Stephanie. Sein zuständiger Kinder- und Jugendarzt für Neuropädiatrie, Dr. med. Wolfgang Wittmann vom Kinderzentrum St. Martin in Regensburg, stellte dazu fest, „dass gerade in den kommenden Jahren die Selbstständigkeitsentwicklung für Timo für seinen weiteren Lebensweg von entscheidender Bedeutung sei und dies nur mit einem geplanten Hausumbau möglich ist“. Mit zwei Jahren bekam Timo den ersten Rollstuhl, mit dem er sich fortbewegen konnte. Sitzt er nicht im Rollstuhl, dann rutscht er auf dem Hosenboden durch die Wohnung und überwindet die Treppe zu seinem Zimmer im zweiten Stock sitzend rückwärts und mit den Händen abstützend. Er ist auch Fan des SC Katzdorf und des FC Bayern München.

Timos Wunschbrief

  • Anlass:

    „Hallo, mein Name ist Timo Roy und ich bin neun Jahre alt. Bin ein richtig cooler Kerl, obwohl ich schon immer im Rollstuhl sitze. Ich kam mit einem offenen Rücken zur Welt. Das ist für mich o.k., meistens jedenfalls. Ich habe ein großes Problem. Unser Zuhause hat viele Treppen und die komme ich alleine nicht hoch. Ich kann nicht einmal alleine zur Haustüre rein noch raus.“

  • Wunsch:

    „Unser Bad ist auch viel zu klein für einen Rollstuhlfahrer. Deshalb möchten/müssen wir umbauen. Von außen soll ein Aufzug angebaut werden und innen will man viel Platz schaffen, damit ich immer mehr alleine zurechtkomme. Da meine Eltern das alles allein nicht stemmen können, brauche ich Eure Hilfe. Jede Spende hilft mir dabei, meinem Ziel, selbständig zu werden, näher zu kommen. Ich danke Euch ganz herzlich! Euer Timo.“

Schon im Kindergarten lernte Timo viele Freunde kennen, darunter auch Alina Bitterbier und Vanessa Vollath. Zwischen den Elternpaaren kam eine freundschaftliche Verbindung zustande, und als schließlich die Frage nach einem behindertengerechten Hausumbau aufkam, waren die Freunde schnell bereit, mit Rat und Tat zu helfen. 2006 hatten die Eltern von Timo das Haus in der Ludwig-Thoma-Straße in Teublitz erworben und es belastet die Familie finanziell heute immer noch. Stephanie Roy ist außerdem seit sechs Jahren Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Spina Bifida und Hydrocephalus e. V. in Regensburg und hilft dadurch gerne anderen Menschen mit der gleichen Diagnose wie Timo.

Befreundete Familien bieten ihre Hilfe an

Seit sechs Jahren ist Stephanie Roy mit Denise Vollath befreundet. Bei vielen Treffen kam im Sommer 2017 der Wunsch von Timos Mutter zur Sprache, das Haus für ihren Sohn rollstuhlgerecht umzubauen. Unter anderem durch einen Aufzug sollte Timo die Möglichkeit bekommen, selbstständiger zu werden.

Viele Vereine aus Katzdorf beteiligen sich an der Spendenaktion „Timo“. Foto: Werner Artmann
Viele Vereine aus Katzdorf beteiligen sich an der Spendenaktion „Timo“. Foto: Werner Artmann

Da Vollath in einem Ingenieurbüro für Haustechnik arbeitet und plant, sah diese die Möglichkeit, die Familie Roy aktiv zu unterstützen. „An diesem Tag startete das gemeinsame Projekt „ein barrierefreies Zuhause für Timo“. So kamen die befreundeten Familien auf die Idee, durch eine Spendenaktion unter dem Motto „rollstuhlgerechter Hausumbau für Timo Roy“ ins Leben zu rufen. Auch bei den anderen befreundeten Familien und den Katzdorfer Vereinen war eine sehr positive Einstellung zur Hilfe zu erkennen.

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