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Vereine

Junger Verein belebt eine alte Tradition

Erst ein Jahr ist der Kirwaverein Ettmannsdorf alt, schon hat er über 100 Mitglieder und stemmt gleich seine erste Kirchweih.
Von Ingrid Hirsch

  • Die Begeisterung ist den jungen Leuten bei der Tanzprobe anzusehen. Fotos: Hirsch
  • Kirwaburschen im Jahre 1950. Foto: Stadtarchiv Schwandorf

Schwandorf.. „Wir haben uns gedacht, in Ettmannsdorf ist nicht viel los, da kommt eine Kirwa bestimmt gut an“, erzählt Christian Müller. Er ist Vorsitzender des im April 2016 gegründeten Kirwavereins „Drei Brücken Ettmannsdorf“. Dieser will am 26. und 27. August die Tradition wiederbeleben.

Der Nabtal-Bote berichtet am 1. Juni 1950. Repro: Stadtarchiv
Der Nabtal-Bote berichtet am 1. Juni 1950. Repro: Stadtarchiv

Es gab bereits im 19. Jahrhundert und in den 1950er-Jahren eine Kirwa in Ettmannsdorf.

„Die Kirwa im eigenen Dorf soll etwas ganz Besonderes werden“. Oberkirwapaar Alex und Tanja

Die Ettmannsdorfer Bevölkerung begrüßt die Initiative des Vereins, hat Schriftführer Tobias Kölbl in zahlreichen Gesprächen erfahren. Viele fragen sich: „Warum habt ihr das nicht schon früher gemacht?“ Der Verein hat inzwischen über 100 Mitglieder.

Regelmäßig treffen sich die Mitglieder jeden ersten Samstag im Monat zu einer Sitzung. Außerdem findet jeden dritten Samstag im Monat ein Stammtisch statt.

Die Vortänzer Anita und Alfred Merl üben mit den Tanzpaaren.
Die Vortänzer Anita und Alfred Merl üben mit den Tanzpaaren.

Jetzt vor der Kirwa steht natürlich auch Tanzen auf der Agenda. Jeden Freitag proben Alfred und Anita Merl mit den zwölf Tanzpaaren, die alle motiviert sind und mit einheitlichen T-Shirts diverse Tänze, Schrittfolgen sowie Dreh- und Hebeeinlagen einstudieren und sich auf den Kirwatanz vorbereiten. Diese werden dann am Kirchweihsamstag um 16.30 Uhr beim „Tanz um den Kirchweihbaum“ gezeigt. Die Paare präsentieren Boarische, Zwiefache, Polka, Dreher und Walzer.

Alex Zimmermann und Tanja Westiner führen die Kirwapaare bei der neuen Ettmannsdorfer Kirwa an.
Alex Zimmermann und Tanja Westiner führen die Kirwapaare bei der neuen Ettmannsdorfer Kirwa an.

Alex Zimmermann und Tanja Westiner sind das Oberkirwapaar. Beide kommen aus Ettmannsdorf und sind in ihrem Heimatort verwurzelt. Sie haben sich freiwillig dazu bereit erklärt und sind einstimmig gewählt worden.

Bei der Tanzprobe werden die Kirwatänze einstudiert.
Bei der Tanzprobe werden die Kirwatänze einstudiert.

Die 12 Tanzpaare eröffnen am Kirchweihsamstag das „Austanzen“. Die Kirwamoidln tanzen immer im Dirndl, die Kirwaburschen am Samstag im Vereins- T-Shirt und Lederhose und am Sonntag im dunklen Anzug.

„Ich habe bereits Erfahrung durch den Trachtenverein und bin ein begeisterter Schuhplattler“. Kirwabursch Alex

„Wir hoffen auf eine friedliche, urige „Kirwa und natürlich passendes Wetter“, wünscht sich Schriftführer Tobias Kölbl. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. „Auf geht´s, die Kirwa kann kommen!“.

Einladung zur Kirchweih 1867 Repro: Stadtarchiv Schwandorf
Einladung zur Kirchweih 1867 Repro: Stadtarchiv Schwandorf

Die Festschrift zum 1000-jährigen Bestehen von Ettmannsdorf erinnerte vor einigen Jahren an die Kirwa früherer Jahre. „Aber so eine Kirwa wie unsere hat es bisher noch nicht gegeben“, ist Vorsitzender Christian Müller überzeugt.

Ein Schild zwischen den Brücken in Ettmannsdorf weist auf den Standort der Zeltkirwa hin.
Ein Schild zwischen den Brücken in Ettmannsdorf weist auf den Standort der Zeltkirwa hin.

Eine Tafel zwischen den Brücken weist auf den Austragungsort der Zeltkirwa hin.

Dem Vereinsbeirat gehören an: 1. Vorstand Christian Müller, 2. Vorstand Andreas Jäger, 1. Kassier Tobias Jobst, 2. Kassiererin Nadine Habermeier, 1. Schriftführer Tobias Kölbl, 2. Schriftführer Dominic Linseele, Beisitzer Monika Müller, Christian Radl und Alexander Pongratz.
Dem Vereinsbeirat gehören an: 1. Vorstand Christian Müller, 2. Vorstand Andreas Jäger, 1. Kassier Tobias Jobst, 2. Kassiererin Nadine Habermeier, 1. Schriftführer Tobias Kölbl, 2. Schriftführer Dominic Linseele, Beisitzer Monika Müller, Christian Radl und Alexander Pongratz.

Der Zweck des Vereins ist es, die Dorfgemeinschaft zu erhalten, die Oberpfälzer Kultur und das Brauchtum zu fördern und die Kirwa jährlich zu organisieren. Dazu gehört das Einholen und Aufstellen des Kirchweihbaumes und das traditionelle Austanzen. Ein Schwerpunkt des Vereins ist die Jugendarbeit. Ziel ist es, die Jugend des Stadtteils Ettmannsdorf für die traditionellen Bräuche zu begeistern und somit deren Erhalt nachhaltig zu sichern.

„Ich interessiere mich schon immer für bayerische Tradition und kann mir den Kirwatanz mit Alex gut vorstellen“ . Kirwamoidl Tanja

Der Verein finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und den Einnahmen aus Veranstaltungen. Die Vereinbeiträge sind 20 Euro für Erwachsene, Jugendliche bis 16 zahlen 10 Euro, und der Familienbeitrag beträgt 50 Euro pro Jahr.

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Ettmannsdorfer Kirchweih

  • Die Tanzpaare sind:

    Tanja Westiner und Alex Zimmermann, Anna Fenzl und Andreas Jäger, Sabrina Dotzler und Christian Müller, Theresa Lamprecht und Christoph Dirmeier, Nadine Habermeier und Dominic Linseele, Johanna Munding und Fabian Liebl, Regina Lamprecht und Florian Fenzl, Monika Müller und Christian Fohringer, Judith Möschl und Johannes Frey, Julia Donhauser und Marco Dreyer, Laura Voit und Tobias Kölbl, Anja Hönig und Tobias Jobst.

  • Der Ablauf der Kirwa:

    Samstag, 26. August: 13 Uhr Start Festbetrieb, 13.30 Uhr ist Bieranstich, 16.30 Uhr Austanzen. Ab 18 Uhr spielt die Band „Power“ aus Nittenau.

  • Sonntag, 27. August: 9.30 Uhr Festgottesdienst, 10.15 Uhr Start des Festbetriebs, ab 11 Uhr Mittagstisch, 13.30 Uhr musikalische Unterhaltung mit Blasmusik, 14.30 Uhr Austanzen. Am Festabend ab 17.00 Uhr spielen die „Stoapfälzer Spitzbuam“ auf.

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