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Region Schwandorf
Mittwoch, 15. August 2018 25° 6

Glaube

Karmel-Gemeinden feiern Skapulierfest

„Wir ziehen zur Mutter der Gnade auf dem Kreuzberg“. Unter diesem Motto steht jedes Jahr im Juli das Hochfest der Karmeliten.

Nach den Gottesdiensten zogen die Gläubigen in einer Prozession um die Kreuzbergkirche herum. Ministranten trugen das Gnadenbild voran. Foto: xih
Nach den Gottesdiensten zogen die Gläubigen in einer Prozession um die Kreuzbergkirche herum. Ministranten trugen das Gnadenbild voran. Foto: xih

Schwandorf.„Wer das Skapulier trägt, steht unter dem besonderen Schutz der Gottesmutter“, sagte Pater Francis in der Predigt zum Auftakt des Skapulierfestes. Er selbst bindet sich das brustbreite Tuch „Unserer lieben Frau vorm Berge Karmel“ um und bittet um die Fürsprache der Gottesmutter Maria. Das brustbreite Tuch wird über dem Ordensgewand getragen. Sein Ursprung geht zurück auf eine Vision des heiligen Simon, der von der Gottesmutter Maria den Auftrag bekommen haben soll, das Skapulier als Zeichen des besonderen Schutzes zu tragen und zu bewerben.

Stadtpfarrer Pater Francis eröffnete den religiösen Teil am Samstagabend mit einem Gottesdienst im voll besetzten Marienmünster und erneuerte das Treueversprechen an die Gottesmutter gemeinsam mit der Skapulier-Bruderschaft. Er erinnerte an die Geschichte des Skapuliers, die eng mit der Historie des Karmeliterordens verbunden sei.

Das Karmel-Gebirge liegt im Heiligen Land. Es erstreckt sich über 30 Kilometer entlang der Mittelmeerküste. Der harte Kalkstein des Gebirges bildet zahlreiche Höhlen und Klüfte, von alters her eine beliebte Zufluchtsstätte für ein beschauliches Leben in Zurückgezogenheit und Einsamkeit. Schon der Prophet Elias und sein Schüler Elisäus zogen sich dorthin zurück. Auch in frühchristlicher Zeit lebten dort zahlreiche Einsiedler. Um 1209 schlossen sich diese zu einem engeren Eremitenverband zusammen, entschlossen sich zur Einhaltung einer festen Regel und gründeten so das erste Karmel-Kloster. Nun setzte aus ganz Europa ein Zuzug von Mönchen ein, so dass in Palästina in kurzer Zeit 15 weitere Klöster entstanden.

Das Gnadenbild getragen

Nach dem Gottesdienst zogen die Gläubigen in einer Prozession um die Kirche herum. Ministranten trugen das Gnadenbild der Gottesmutter voran. Pater Francis erteilte den Kirchenbesuchern abschließend den Segen und entließ sie in die Klostergarten zum weltlichen Teil des Festes. Mitglieder der Pfarrverbände servierten rote und weiße Weine aus dem Klosterbrunnen, Brotzeiten und Kaffee und Kuchen. Am Sonntagmittag kochten die indischen Patres Curryfleisch mit Reis, Gemüse, Joghurtsoße und Pappadam (indisches Fladenbrot). Der Erlös fließt in den Topf zum Erhalt der Kirche. Die Einnahmen aus der Tombola werden zur Renovierung der Kirchenorgel verwendet.

Religiöser Höhepunkt war am Sonntag das feierliche Rauchamt, musikalisch gestaltet vom Münsterchor mit Orchesterbegleitung. Der Chor sang auch am Nachmittag bei der Marienstunde. Es folgte eine weitere Prozession um die Kirche. Anschließend bestand in der Kreuzkapelle die Möglichkeit zur Aufnahme in die Skapulierbruderschaft. Nach jedem Gottesdienst wurden Andachtsgegenstände geweiht, die die Gläubigen zuvor im Klosterladen gekauft hatten. Am Sonntag lud die Pfarrei vor allem die Familien ein. Die Helfer hielten die Kinder mit Kinderschminken, einer Hüpfburg und mit Spiel und Spaß bei Laune, während die Eltern die Zeit im Klostergarten genießen konnten.

Der höchste Feiertag der Gemeinschaft

Mit Gottesdiensten und Bittgesängen feiert der Karmeliterorden auf dem Kreuzberg seit 129 Jahren das Skapulierfest und damit den höchsten Feiertag der Gemeinschaft. Die Patres bekamen auch heuer wieder Besuch von den übrigen Karmel-Gemeinden in Deutschland. Sie genossen die Atmosphäre im Klostergarten und mischten sich unter die Gäste. Pater Francis ging von Tisch zu Tisch, begrüßte die Besucher persönlich. (xih)

Weitere Nachrichten aus Schwandorf lesen Sie hier.

Patres aus Indien

  • Ankunft:

    Im Dezember 2009 zogen indische Priester in das Karmelitenkloster ein und sind seitdem für die Pfarrei, die Kreuzbergkirche und das Kloster zuständig.

  • Regionales:

    Die Patres des Karmeliterordens halten seitdem die Tradition der Wallfahrten und der kirchlichen Gedenktage aufrecht, zu denen auch das Skapulierfest Mitte Juli gehört.

  • Anbetung:

    Im Mittelpunkt steht dabei jeweils das Gnadenbild der Gottesmutter, das den Bombenangriff am 17. April 1945 unbeschadet überstanden hat. Das Gnadenbild zieht die Gläubigen besonders beim Skapulierfest an. Jedes Jahr feiert der Orden der Karmeliten um den 16. Juli den Gedenktag „Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel“. (xih)

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