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Politik

Kauf der Stadt Neunburg hat sich gelohnt

Der Neunburger Stadtrat war begeistert von der Planung zur Sanierung und Umnutzung des ehemaligen Rot-Kreuz-Hauses.
Von Ralf Gohlke

Das Planungsbüro Biersack und Grenzer will bereits Ende dieses Jahres mit dem Ingenieurbüro ins Rot-Kreuz-Haus einziehen. Foto: Thäder
Das Planungsbüro Biersack und Grenzer will bereits Ende dieses Jahres mit dem Ingenieurbüro ins Rot-Kreuz-Haus einziehen. Foto: Thäder

Neunburg.Wenn Eingriffe in ein denkmalgeschütztes Gebäude „minimal und schonend“ ausgeführt werden, freut das besonders Kreisheimatpfleger Theo Männer, dem die Altstadt am Herzen liegt. Lobend hob er daher in der jüngsten Sitzung des Stadtrates die Planungen für die Umgestaltung und Umnutzung des ehemaligen Rot-Kreuz-Hauses zu einem Gebäude mit gewerblicher- und Wohnraumnutzung hervor. Auch die Sprecher der drei Stadtratsfraktionen sparten nicht mit Lob für das Vorhaben der Investorengemeinschaft Biersack und Grenzer. Das „gemeindliche Einvernehmen“ für die Nutzungsänderung war daher reine Formsache.

Spitalkirche wird in die Planungen eingebunden

Durch Projekte der Realschule erlebte die Spitalkirche eine Renaissance als Austragungsort für kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen. Investor Fabian Biersack versprach, dass die Nutzung auch während des Umbaues des Rotkreuzhauses möglich sein werde. Foto: ggo
Durch Projekte der Realschule erlebte die Spitalkirche eine Renaissance als Austragungsort für kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen. Investor Fabian Biersack versprach, dass die Nutzung auch während des Umbaues des Rotkreuzhauses möglich sein werde. Foto: ggo

In einer anschaulichen Präsentation stellte Fabian Biersack dem Stadtrat die Pläne für den Umbau des Gebäudekomplexes vor, insbesondere den Bauzeitenplan. Demnach soll nach Erteilung der Baugenehmigung zunächst mit dem Umbau des Erdgeschosses begonnen werden, in dem sich unter anderem 20 Arbeitsplätze für das Architekturbüro befinden werden. Darin enthalten seien zudem WC-Anlagen und ein Sozialraum mit Teeküche. Der Zugang dorthin werde so abgeteilt, dass eine Nutzung aus Richtung Spitalkirche, in die im zweiten Bauabschnitt ein Durchgang geschaffen wird, möglich sein werde.

Werfen Sie einen Blick ins Rot-Kreuz-Haus:

Rundumblick ins Rot-Kreuz-Haus - Spherical Image - RICOH THETA

Die Zwischentür werde als Notfalltür so gestaltet, dass sich gleichzeitig ein zweiter Rettungsweg für die Spitalkirche ergebe.

„Wir haben bereits Gespräche mit dem Kunstverein und der Realschule geführt und sind übereingekommen, dass eine Nutzung als Ausstellungs- oder Veranstaltungsraum auch schon während der Bauphase möglich sein wird“, versprach Biersack. In dem Zusammenhang verwies er auch auf das geplante Kunststipendium von „Beraten und Planen“. Künftig sei geplant, junge Künstler mit einem Jahresbudget von 1000 Euro für Material auszustatten. Die Ergebnisse sollen dann in einer eigenen Ausstellung vorgestellt werden.

So sieht es oben im Rot-Kreuz-Haus aus:

Rundumblick ins Rot-Kreuz-Haus - Spherical Image - RICOH THETA

Der Bauabschnitt drei beinhalte die Sanierung des ersten und zweiten Obergeschosses, in dem sowohl Wohnräume als auch weitere Büros entstehen sollen. Zusammenfassend rechnete Fabian Biersack mit dem Sanierungsbeginn Anfang Mai und dem Einzug bis November 2019. Baubeginn für die Abschnitte eins und zwei sollen parallel laufen. Der Baubeginn für den Abschnitt drei sei ab Juni 2022 vorgesehen. Vor der endgültigen Beschlussfassung bekundete Bürgermeister Martin Birner, der Stadtrat sei sprachlos über diese beispiellose Art und Weise des Herangehens an das Vorhaben. Es habe sich wirklich gelohnt, dass die Stadt das Gebäude erworben habe.

Einblicke

Unterwegs in Neunburgs Altstadtschätzen

Die Stadt verkauft einige Gebäude rund um den Jobplatz mit Sanierungszwang. Wir gewähren Einblicke in die schlafenden Riesen.

Ein ebenfalls erfreulicher Punkt der Tagesordnung betraf die Umsetzung des Parkkonzeptes zwischen der Konrad-Adenauer- und der Ledererstraße. Dem Stadtrat lag ein Entwurf des Architekturbüros Steidl vor, der auf der bestehenden Fläche, nach dem bereits erfolgten Abriss eines alten Gebäudes, 36 Stellplätze vorgesehen hat. Diese sollen zur Ledererstraße hin sogar überdacht werden, so dass in Verbindung mit einer entsprechenden Begrünung eine Art Innenhofsituation entstehen könne. Der Stadtrat billigte den Entwurf einstimmig.

Sanierungskonzept für das Leichenhaus

Der Statiker Anton Landgraf nannte das Neunburger Leichenhaus wegen des Säuleneingangs „etwas Besonderes.“ Foto: Ralf Gohlke
Der Statiker Anton Landgraf nannte das Neunburger Leichenhaus wegen des Säuleneingangs „etwas Besonderes.“ Foto: Ralf Gohlke

„Was sie da haben, ist etwas ganz Besonderes, eine Sanierung lohnt sich in jedem Fall“, stellte der Statiker Anton Landgraf zum Neunburger Leichenhaus fest. Insbesondere die Säulenhalle sei einzigartig und sonst kaum irgendwo zu finden. Nach einer eingehenden Untersuchung der Schäden stellte er dem Stadtrat ein mögliches Sanierungskonzept vor, dessen Kosten bei rund 350 000 Euro liegen würden. Der Experte war aber sicher, dass sich künftige Schäden vor allem dann vermeiden ließen, wenn der Dachstuhl statisch so umgerüstet würde, dass er das Mauerwerk nicht mehr nach außen belasten könne. Der Rat beauftragte die Verwaltung, die für eine Sanierung notwendigen Förderanträge zu stellen und gleichzeitig ein Büro zu beauftragen, das die Sanierungskosten für die Friedhofskirche zur Realisierung eines Verabschiedungsraumes ermitteln solle.

Wie in Neukirchen-Balbini sollen im künftigen Solarpark Neunburg Schafe die Grünflächen pflegen. Mit 13:6 Stimmen billigte der Stadtrat einen Durchführungsvertrag als Voraussetzung für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Foto: ggo
Wie in Neukirchen-Balbini sollen im künftigen Solarpark Neunburg Schafe die Grünflächen pflegen. Mit 13:6 Stimmen billigte der Stadtrat einen Durchführungsvertrag als Voraussetzung für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Foto: ggo

In den vorausgegangenen Sitzungen hatte sich der Stadtrat bereits mit dem Vorhaben für einen Solarpark in der Nähe des Industriegebietes beschäftigt. Um den „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ realisieren zu können, bedurfte es noch eines sogennannten Durchführungsvertrages. Der Rat genehmigte ihn erwartungsgemäß mit sechs Gegenstimmen.

Einstimmigkeit herrschte dagegen wieder bei der Vergabe der Heizungsanlage für die Grundschule Lederersstraße. Den Zuschlag erhielt die Firma Pregler mit einer Angebotssumme von 115 566 Euro. Bislang lägen, laut Martin Birner, die Ausgaben im geplanten Rahmen von rund elf Millionen Euro.

Weitere Themen im Stadtrat

Hier entstehen Parkplätze. Foto: ggo
Hier entstehen Parkplätze. Foto: ggo

Zwischen der Konrad-Adenauer- und Ledererstraße entstehen in einer Baulücke 36 Parkplätze, zum Teil sogar überdacht. Laut Architekt Michael Steidl soll die Fläche nicht nur zum Abstellen von Fahrzeugen dienen, sondern als geschlossener Innenhof auch zum Verweilen einladen.

Weiter geht es in der Grundschule. Foto: ggo
Weiter geht es in der Grundschule. Foto: ggo

Nachdem die Neubauten bereits vollendet sind, haben jetzt die Arbeiten am Altbau der Grundschule in der Ledererstraße begonnen. Dazu vergab der Stadtrat die Heizungsanlage an die Firma Pregler, Schwarzhofen.

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