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Bau

Keine Sonderrechte für Wohnprojekt

Das Vorhaben an der Ettmannsdorfer Straße in Schwandorf muss den Lärmschutz der Anwohner sicherstellen.
Von Hubert Heinzl

Beim geplanten Wohnprojekt der MVV GmbH an der Ettmannsdorfer Straße haben die ersten Erdarbeiten bereits begonnen. Foto: Heinzl
Beim geplanten Wohnprojekt der MVV GmbH an der Ettmannsdorfer Straße haben die ersten Erdarbeiten bereits begonnen. Foto: Heinzl

Schwandorf.Für das geplante Wohnprojekt an der Ettmannsdorfer Straße wird es keine Reduzierung der erforderlichen Stellplätze geben. Das hat der Schwandorfer Bauausschuss in seiner Sitzung am Montag einstimmig beschlossen. Einen entsprechenden Antrag hatte die MMV GmbH gestellt, die auf einem 5500 Quadratmeter großen Grundstück 65 geförderte Wohnungen errichten will. Erst im Mai dieses Jahres war der Bauantrag genehmigt worden – allerdings mit der Maßgabe, die laut städtischer Satzung erforderlichen 87 Stellplätze nachzuweisen. Eine zusätzliche Auflage schrieb Maßnahmen zum Schallschutz der Anwohner vor allem an der Nariskerstraße fest.

Wie Sachgebietsleiter Bauordnung, Markus Stiegler, erläuterte, lässt die Schwandorfer Stellplatzsatzung Ausnahmen zu, wenn sie im Einzelfall begründbar und damit genehmigungsfähig sind. Beim Wohnprojekt der MMV GmbH sah die Verwaltung diese Voraussetzungen als gegeben an. Wichtige Einrichtungen wie Schulen, der Bahnhof oder auch das TWF-Gelände seien per Bus oder fußläufig erreichbar, argumentierte Stiegler. Bei einem Wegfall von 22 Stellplätzen reduzierten sich die Belastungen der Anwohner erheblich; auf Schallschutzwände könne verzichtet werden.

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Doch der Vorschlag wurde im Ausschuss einhellig kritisiert. CSU-Sprecher Franz Radlinger sah keinen Grund, die MMV GmbH gegenüber anderen sozialen Wohnbauträgern zu bevorzugen. Bei einem Verzicht auf die geforderten Stellplätze „würden die restlichen Autos kreuz und quer auf der Straße stehen“, kritisierte er. Bei Gesprächen mit den Nachbarn habe sich ergeben, „dass den Anwohnern Lärmschutzmaßnahmen lieber sind als ein Parkchaos in der Nacht“.

Die übrigen Ausschussmitglieder sahen es ebenso. „Es sollte bei dem Schlüssel bleiben. Wir müssen die Wildparkerei schon ein bisschen eingrenzen“, forderte Alfred Braun (SPD). Jochen Glamsch (UW) beharrte ebenfalls darauf, „den Bauherren in die Pflicht zu nehmen, dass er sich um den Lärmschutz kümmert“. Bei einer ohnehin schon verdichteten Bebauung und ohne funktionierenden Nahverkehr „sollten wir unter keinen Umständen eine Ausnahme machen“, erklärte Marion Juniec-Möller (Grüne) und stellte eine Frage, die sich in Schwandorf bei größeren Bauprojekten immer wieder stellt: „Wo bringen wir die Autos unter, die wir im ländlichen Raum immer noch brauchen?“

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