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Region Schwandorf
Montag, 20. August 2018 28° 1

Kirche

Keine „Umpfarrung“ für Ortsteil Emhof

Pfarrer Helmut Brügel zeigte sich enttäuscht und erläuterte den Gemeindemitgliedern die Entscheidung des Ordinariats.
Von Stefan Barte

Pfarrer Helmut Brügel, (links), Pfarrer Werner Sulzer und Kirchenpflegerin Christine Werner erläutern den Gemeindemitgliedern die Materie „Umpfarrung“ Foto: bbs
Pfarrer Helmut Brügel, (links), Pfarrer Werner Sulzer und Kirchenpflegerin Christine Werner erläutern den Gemeindemitgliedern die Materie „Umpfarrung“ Foto: bbs

Burglengenfeld.Nach der nunmehr endgültig gefallenen Entscheidung des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, dass der Ortsteil Emhof von der Pfarrei Dietldorf seelsorgerisch nicht an die Pfarrei Schmidmühlen umgepfarrt wird, sondern alles beim Alten bleibt, sah Pfarrer Helmut Brügel die Notwendigkeit, den betroffenen Gemeindemitgliedern die Entscheidungsfindung zu erläutern. Dazu lud er in das Gasthaus Kellermeier im Vilstal ein.

Auch Pfarrer Werner Sulzer aus Schmidmühlen war gekommen, um die nicht ganz leicht zu verstehenden Hintergründe zu beleuchten. Die Begrüßung der zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder übernahm Kirchenpflegerin Christine Werner, die gleich vorweg ihrer Enttäuschung Luft machte. Wenn sie von Anfang an das Prozedere einer Umpfarrung im Detail gekannt hätten, hätten sie sich nicht völlig umsonst im Vorfeld die Köpfe heiß geredet. Da lag auch genau das Problem. Pfarrer Brügel hatte es sich wahrlich nicht leicht gemacht und in monatelangen Vorbereitungen, im engen Schulterschluss mit Pfarrer Werner, ein möglichst genaues und umfassendes Stimmungs- und Meinungsbild in den Ortschaften eruiert und daraus einen mehrseitigen Antrag formuliert, der sowohl Pro- als auch Kontraargumente für eine Umpfarrung enthielt.

Was auch er nicht wusste, war jedoch, dass diese Argumentationen für eine Entscheidung des Bischöflichen Ordinariats eigentlich völlig irrelevant waren. Einzig die abschließenden Voten der jeweils abgebenden und der aufnehmenden Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen sind nach diözesaner Ordnung für Umpfarrungen entscheidend. Diese müssen für eine erfolgreiche Umpfarrung alle übereinstimmen. Das war jedoch nicht der Fall, da zwar Schmidmühlen für eine Umpfarrung votierte, aber nicht Dietldorf. Nach den Statuten haben also weder Emhof noch Rohrbach überhaupt ein Mitspracherecht, da sie nicht über diese Kirchengremien verfügen. Entsprechend kurz fiel daher auch die Begründung des bischöflichen Ordinariats aus, es sendete einen für Pfarrer Brügel „unbefriedigenden Zweizeiler.“ Dieser forderte daraufhin eine nähere Begründung ein, „die auch nicht viel länger und besser war“ als die erste, wie er ausführte.

„Wir dachten nicht, dass es nur nach Formalien geht, sondern nach Argumenten. Diese wurden aber nicht gesehen.“ Nun bleibt alles beim Alten, aber es wurde vereinbart, dass bei Kommunionkindern oder Todesfällen nach jeweiliger Vorsprache flexibel reagiert werde, um den Bedürfnissen der Gemeindemitglieder möglichst gerecht zu werden.

Überarbeitung nötig?

  • Für Pfarrer Brügel

    ist die diesbezügliche diözesane Ordnung bei einer Umpfarrung nicht mehr der Lebenswirklichkeit entsprechend und bedürfe der Überarbeitung.

  • „Ich finde die

    Vorgehensweise undemokratisch und starr, da bei nur einem negativen Votum von vieren der ganze Antrag mit einer Sperrminorität gekippt werden kann. Ich werde mich bei der Diözesanleitung für eine Änderung einsetzen.“ (bbs)

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