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Kind nicht auf Krankheit reduzieren

Viktoria Höltig aus Maxhütte-Haidhof hat ein Kinderbuch über Neurodermitis geschrieben. Der Titel lautet „Judith und die Hustenbonbon-Krankheit“

Barbara Höltig mit Kater Sam und ihrer Mutter Viktoria Höltig Foto: bcb

MAXHÜTTE-HAIDHOF. „Judith und die Hustenbonbon-Krankheit“ – ein kleines, neues Kinderbuch, im Handel auch gelistet unter dem Schlagwort Neurodermitis. Das irritiert. Das passt erst mal nicht zusammen: „Kinderbuch“ assoziiert man im Allgemeinen mit fröhlich und lustig, keinesfalls mit Hautausschlag. Es macht aber auch neugierig. Auf das Buch, auf die Autorin und auf die Illustratorin der fröhlich-frischen Bilder.

Seit vier Jahren lebt Viktoria Höltig in Haidhof, ist alleinerziehende Mutter dreier Kinder, zwei davon schon erwachsen; das jüngste, Barbara, ist 13 Jahre alt, genau so alt wie die Idee des Buches. Ein Buch schreiben – das wollte die Mutter Viktoria unbedingt, und als sie dazu Zeit und Muße hatte, war auch das Thema parat: Alle ihre Kinder sind von Neurodermitis betroffen, ein Erfahrungsbericht war da naheliegend. Allerdings einer der etwas anderen Art.

Nicht tragisch-dramatisch, sondern humorvoll, leise, einfühlsam bietet sich die kurze Geschichte dem Leser an. Erzählt wird aus der Sicht des Kindes: der kleinen (fiktiven) Judith, die, gerade mal im Kindergartenalter ist, die Bezeichnung für ihre Krankheit nicht aussprechen kann und sie deshalb Hustenbonbon-Krankheit nennt. Die nicht versteht, warum sie und alles was sie tut, auf ihre Flecken reduziert wird. Und die zusammen mit ihrem Freund Johann eine geniale Lösung findet.

Zehn Jahre lang etwa diente die Geschichte nur zum Vorlesen für die eigenen Kinder, dann fand sich doch noch ein Verleger: Der Lappersdorfer „Spielberg Verlag“. Allerdings wollte Verleger Richard A. Windmeißer eines überhaupt nicht – die zugehörigen Bilder von Viktoria Höltig. Die Lösung: Tochter Barbara Höltig illustrierte die Geschichte. Und machte daraus ein frisches, fröhliches Kinderbuch, mit dem dann auch Windmeißer einverstanden war.

So dauerte es noch einmal nahezu zwei Jahre, bis das Buch heuer im Juli erschien. Es ist nicht nur für Kinder gedacht, vielmehr bietet es Denkanstöße gerade für betroffene Eltern: etwa zu überdenken, ob es hilfreich ist, die Erkrankung bis zu so einem Grad zu thematisieren, an dem das Kind selbst nicht mehr wahrgenommen wird. Besser wäre es doch, das Kind als Ganzes zu sehen und es nicht auf sein gesundheitliches Handicap zu reduzieren, Probleme zusammen zu lösen, das ist das Anliegen von Victoria Höltig. Es ist ihr gelungen.

Viktoria Höltig ist Jahrgang 1961, geboren in Landshut. Sie ist examinierte Altenpflegerin, schult nun auf ihren Traumberuf Personaldienstleistungskauffrau um. Sie liebt den Umgang mit Menschen.

Barbara Höltig ist 13 Jahre. Sie besucht die 7. Klasse des Johann-Michael-Fischer-Gymnasiums in Burglengenfeld. Ihr Traumberuf: natürlich Illustratorin. Die kreative Ader liegt in der Familie: Oma Theresia Herles war nicht nur Pianistin, unter anderem am Stadttheater Landshut, sondern daneben auch eine Malerin; ein Cousin der Familie ist Wolfgang Herles, der bekannte Politik- und Kulturjournalist (ZDF-Sendung „Aspekte“). Das Buch ist zu beziehen über den Spielberg Verlag zum Preis von 13,95 Euro. (bcb)

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