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Engagement

Kirchlicher Segen für Schwandorfer Tafel

Seit September ist die Tafel im Herzen der Schwandorfer Innenstadt beheimatet. Jetzt wurde der neue Standort gesegnet.
Von Johannes Hartl

Die Pfarrer Hans Amann (katholisch) und Arne Langbein (evangelisch) erteilten der Tafel und ihren Mitarbeitern den Segen.  Foto: Johannes Hartl
Die Pfarrer Hans Amann (katholisch) und Arne Langbein (evangelisch) erteilten der Tafel und ihren Mitarbeitern den Segen. Foto: Johannes Hartl

Schwandorf.Eigentlich wäre es am besten, wenn es die Schwandorfer Tafel gar nicht bräuchte – da waren sich alle Redner einig, die bei der kirchlichen Segnung am Dienstag das Wort ergriffen. Aber weil Armut ein Thema ist, das auch Schwandorf betrifft, ist das Angebot leider weiterhin nötig, um Bedürftige tatkräftig unterstützen zu können. Bereits seit September findet diese Arbeit inzwischen am neuen Standort in der Spitalstraße statt – gelegen mitten im Herzen der Schwandorfer Innenstadt.

Nun erhielten die neuen Räumlichkeiten – knapp zwei Monate später – durch Dekan Monsignore Hans Amann und den evangelischen Pfarrer Arne Langbein den offiziellen Segen. Durch den Umzug sei die Schwandorfer Tafel „mitten in der Gesellschaft angekommen“, betonte Amann – als ein „deutlich sprechendes Zeichen“. Es sei „wichtig und richtig, dass wir mit so einer Einrichtung nicht an den Rändern bleiben, sondern dorthin gehen, wo sie wahrgenommen wird“.

Engagement

Erleichterung für Schwandorfs Tafel-Team

Die Tafel ist ins Kirndorfer-Anwesen umgezogen. Gab es am alten Standort Probleme, läuft jetzt vieles leichter und besser.

Die alltägliche Arbeit, die die Helfer auf ehrenamtlicher Basis leisten, lobte der Dekan als einen „täglichen Dienst der Nächstenliebe“. Mehr noch: In der Tafel-Idee erkannte Amann sogar ein „Teilungswunder“. Sein Wunsch sei es, dass die Einweihung ein „Signal ist an alle, die in unserem Staat und Volk Verantwortung tragen“, dass beim politischen Handeln der Mensch im Mittelpunkt stehen müsse. Denn letztlich sei „jede Tafel auch ein Stück Protest gegen eine Gesellschaft, die sich immer mehr individualisiert und immer weniger solidarisch ist“.

Tafel im Überblick

  • Parken:

    Die Parksituation hat, anders als zunächst von der Stadt befürchtet, keine Probleme verursacht, so OB Andreas Feller.

  • Ausgabe:

    Die Tafel hat dreimal die Woche geöffnet. Am Montag und Freitag jeweils von 13 bis 15 Uhr, am Mittwoch von 15 bis 17 Uhr.

  • Belieferung:

    Von rund 60 Geschäften stammen die Lebensmittel, die der Tafel gespendet werden.

Sein evangelischer Amtskollege Pfarrer Arne Langbein schlug ähnliche Töne an. Für ihn steht das Engagement der Tafel-Ehrenamtlichen ganz in der Tradition der Aufforderung „Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!“, wie sie am Schluss des ersten Briefes steht, den der Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth richtete. Diese christliche Liebe sei nicht im romantischen Sinne zu verstehen; sie äußere sich vielmehr „dadurch, wie ich mich um den kümmere, dem es schlechter geht“, erklärte Langbein den Hintergrund. In der Tafel sieht er diesen Gedanken ganz praktisch mit Leben erfüllt.

60 Freiwillige machen den Betrieb erst möglich

Neben den Ehrenamtlichen nahmen an der Segnung auch Gäste aus der Stadt und dem Landkreis teil, darunter Oberbürgermeister Andreas Feller und seine Bürgermeisterkollegin Ulrike Roidl sowie Landrat Thomas Ebeling. Auch sie überbrachten jeweils ihre Glückwunsche und drückten ihre Anerkennung für die rund 60 Freiwilligen aus, die den Betrieb überhaupt erst möglich machen.

„Wir hoffen, dass wir einen guten Wiederstart haben und lange da bleiben können in diesen Räumen.“

Caritas-Geschäftsführer Wolfgang Reiner

Caritas-Geschäftsführer Wolfgang Reiner hatte zuvor in seinem Grußwort bereits die zahlreichen Vorteile herausgearbeitet, die der neue Standort aufweist. Anders als im Piusheim im Lindenviertel, wo die Tafel bisher ansässig war, ist der neue Sitz etwa komplett barrierefrei. Das erleichtert sowohl die Zugänglichkeit für die Nutzer als auch den Warentransport, der in der Vergangenheit oft große Anstrengungen erforderte. Zudem stehen in der Spitalstraße ein größerer Verkaufsraum mit Sitzmöglichkeiten zur Verfügung, und die gute Lage in der Innenstadt überzeuge ohnehin. „Die Freude auf unserer Seite ist sehr groß“, so Reiner. „Wir hoffen, dass wir einen guten Wiederstart haben und lange da bleiben können in diesen Räumen.“

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