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Kolpingfamilie sammelt 152 Handys

Die Burglengenfelder beteiligen sich an einer deutschlandweiten Aktion. Mit den Telefonen wird der Kongo unterstützt.
Von Stefan Barte

Die Kolpingsfamilie Burglengenfeld freute sich über 152 gespendete Handys, mit deren Erlös Gutes getan werden kann. Katja Spiller, Harald Sippl, Petra Jäger und Hauptorganisatorin Hannelore Götz (von links) zeigen die entsorgten Geräte. Foto: Stefan Barte
Die Kolpingsfamilie Burglengenfeld freute sich über 152 gespendete Handys, mit deren Erlös Gutes getan werden kann. Katja Spiller, Harald Sippl, Petra Jäger und Hauptorganisatorin Hannelore Götz (von links) zeigen die entsorgten Geräte. Foto: Stefan Barte

Burglengenfeld.Mit dem Aufruf „Ran an die Handys“ hatte die Kolpingsfamilie Burglengenfeld die Bevölkerung aufgerufen, ihre alten Mobiltelefone zu spenden und damit Gutes zu tun. Mit Beginn der Fastenzeit im April richtete Hauptorganisatorin Hannelore Götz an vier Standorten in Burglengenfeld und Pottenstetten Sammelstellen ein. Innerhalb dieser kurzen Zeit konnte sie nun sage und schreibe 152 Handys einsammeln und an das internationale Missionswerk „Missio“ nach München schicken.

Dort werden die Handys im Anschluss durch die Partnerfirma „Mobile-Box“ entweder aufbereitet oder als Sekundärrohstoffe recycelt. Der Erlös kommt zu gleichen Teilen dem Missionswerk und dem Kolpingswerk Deutschland zu Gute. „Missio“ verwendet dieses Geld wiederum für Hilfsprojekte im Kongo. Warum gerade da investiert wird und welche Zusammenhänge zwischen dem Kongo und den Handys bestehen, ist für den normalen User auf Anhieb nicht gleich erkennbar. Dazu muss man sich mit dem Innenleben eines Handys beschäftigen.

Verbesserungen vor Ort

Für die Herstellung eines jeden Mobiltelefons werden die seltenen Rohstoffe Gold, Kobalt und Coltan benötigt. Diese werden unter teils menschenunwürdigen Abbaubedingungen im Kongo, vielmals mit blanker Hand, aus dem Boden gebuddelt. Hier setzt „Missio“ mit den Erlösen aus den Handyspenden an und will mit dem Geld die Lebensbedingungen vor Ort in Afrika verbessern und damit Fluchtursachen wie Ausbeutung, Korruption und unfairen Welthandel bekämpfen.

Das kurze Leben eines Smartphones

  • Alter:

    Die durchschnittliche Haltezeit lag 2018 bei 2,47 Jahre.

  • Gründe:

    Technische Obsoleszenz – Die Industrie hat die Qualität der Handys deutlich verbessert. Hochwertige Smartphones halten mehr als vier Jahre); Psychische Obsoleszenz – Der Hauptgrund für einen schnellen Wechsel liegt beim Konsumenten, der sich ständig neue Features und mehr Leistung wünscht.

Über die Jahre haben sich riesige Vermögenswerte allein bei den Deutschen Handynutzern angesammelt. In den Schubladen schlummern geschätzt 124 Millionen ungenutzte Handys mit beinhalteten Rohstoffen im Wert von 250 Millionen Euro. Im Schnitt hat inzwischen jeder Handynutzer mindestens ein ausrangiertes Zweitgerät zu Hause. Diese ungenutzten Ressourcen müssen dem Wirtschaftskreislauf wieder zugeführt werden, um die endlichen Rohstoffe zu schonen. Das Aufheben der alten Handys zu Hause, quasi als „Notlösung“, falls das aktuelle Handy seinen Geist aufgibt, ist meist ein sinnloses Unterfangen, da der Support für das Altgerät durch die Firmen oft schon längst eingestellt ist und somit wichtige Updates zur sicheren Funktionalität fehlen.

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Dem Besitzer helfen die Altgeräte also nicht mehr wirklich. Die Firmen sprechen da von der sogenannten „Physischen Obsoleszenz“. Dahinter steckt nichts anderes, als dass einem an und für sich noch voll funktionsfähigen Handy durch eingestellten technischen Support dem Betrieb ein künstliches Ende gesetzt wird. Hinzu kommt die sogenannte „Psychische Obsoleszenz“, sprich der Wunsch des Nutzers innerhalb kürzester Zeit das neueste und beste Handy am Markt besitzen zu wollen. Dies führt zu einer durchschnittlichen Haltezeit von nur 2,47 Jahren im Jahre 2018, bevor ein eigentlich funktionsfähiges Gerät in der Schublade verschwindet. Auf diesem Gebiet gibt es also viel Potenzial, um die Nachhaltigkeit im Mobilfunksektor zu verbessern.

Sammelstellen bleiben länger

Mit dem Einsammeln der alten Handys leistet das Kolpingteam Burglengenfeld zumindest einen kleinen Beitrag, um Gutes zu tun. Aufgrund der erfolgreichen Aktion wurde durch das Leitungsteam kurzfristig beschlossen, eine Sammelstelle weiterhin aufrecht zu erhalten und die Aktion somit zu verlängern. In der „Buchhandlung am Rathaus“ bleibt die Sammelbox weiterhin aufgestellt, hat Inhaberin Katja Spiller spontan zugestimmt. Dort gib es auch spezielle Tüten, in die die Altgeräte samt Zubehör gesteckt werden können. Unter allen Einsendern wird als Hauptpreis ein fair gehandeltes Handy verlost. Die meisten Spender verzichteten jedoch auf die Tüten und gaben die Geräte lose in die Spendenbox.

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