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MUSIK

Konzert begeistert Publikum

Der Oratorienchor Schwandorf führte zusammen mit dem Collegium Musicum Regensburg Barockmusik von Vivaldi auf.
Von Jasmin Schießl

Der Oratorienchor Schwandorf und der Chor des Collegium Musicum Regensburg singen Kirchenwerke von Vivaldi.  Foto: Jasmin Schießl
Der Oratorienchor Schwandorf und der Chor des Collegium Musicum Regensburg singen Kirchenwerke von Vivaldi. Foto: Jasmin Schießl

SCHWANDORF.Der 1678 in Venedig geborene Antonio Vivaldi gehört zu den bedeutendsten Musikergestalten des Barock und erweist sich gerade in der Kirchenmusik als ein vielseitiger Meister des musikalischen Ausdrucks und der Textausdeutung. Das Werk Vivaldis umfasst neben ca. 75 instrumentalen und 60 vokalen Kammermusikerwerken rund 460 Konzerte und Orchesterkompositionen sowie 50 Opern und ebenso viele geistliche Kompositionen.

Eine kleine Auswahl aus dem abwechslungsreichen Schaffen des Venezianers wurde am Christkönigssonntag in einem eineinhalb stündigen Chorkonzert unter der Leitung von Wolfgang Kraus geboten. Dabei sang der Oratorienchor Schwandorf zusammen mit dem Collegium Musicum Regensburg in der Pfarrkirche St. Jakob.

Seit knapp sechs Jahren steht der Oratorienchor Schwandorf unter der Leitung von Wolfgang Kraus, der an der Fachakademie für katholische Kirchenmusik und Musikerziehung in Regensburg studierte. In einem Aufbaustudium an der Musikhochschule Stuttgart lernte er zusätzlich künstlerisches Orgelspiel. So begleitete er neben Thomas Dieter Falk am vergangenen Sonntag selbst zwei der Stücke auf der Orgel.

Gefühlvolle Sopranstimme

Die rund 70 bestens geschulten Stimmen der beiden Chöre wurden neben der Orgel von einem kleinen aber ausdrucksstarken Orchester begleitet. Die Veranstaltung begann mit dem festlichen Konzert in C-Dur für zwei Trompeten und Orgel, welches von den beiden Trompetenspielern Mathias Achatz und Lukas Bruckmeyer vorgetragen wurde. Gleich danach kam die Arie „Vedró con mio diletto“ aus der Oper „Il Giustino“ für Sopran und Orgel, gesungen von Manuela Falk. Mit ihrer klaren und gefühlvollen Stimme verzauberte sie das Publikum innerhalb von Sekunden und war ein Höhepunkt der Aufführung.

Oratorienchor

  • Gründung:

    Im Jahr 2000 wurde der Chor von Robert Schander gegründet. Er baute damals auch die Schwandorfer Musikschule mit auf.

  • Chorleitung:

    Nach Robert Schanders Tod leitete für drei Jahre der tschechische Kirchenmusiker und Dirigent Marek Vorlicek den Chor. Ab 2014 übernahm dann Wolfgang Kraus, der Sohn des bekannten Regensburger Domorganisten Eberhard Kraus, die Leitung.

Ein weiteres Highlight war das Gloria in D-Dur für zwei Solostimmen, vierstimmigen Chor und Orchester. Die Bandbreite an Stimmungen und Gefühlen wurde hervorragend vom Chor und den beiden Solistinnen, Manuela Falk (Sopran) und Lucy Frank (Alt), wiedergegeben. Ein Höhepunkt war der sechste Satz, „Domine Deus“, gesungen von Manuela Falk. Das gefühlvolle Oboensolo von Boris Velikouski zu Beginn des Stücks fesselte das Publikum sofort. Der Soprangesang zusammen mit dem zarten Oboenspiel machte das Werk zu einem besonderen Ereignis des Abends.

Ein reizvolles Echospiel

Beendet wurde das Chorkonzert mit dem Psalm 109 „Dixit Dominus“, der zu den bedeutendsten und eindrucksvollsten geistlichen Vertonungen Vivaldis gehört. Der dritte Satz, das Duett „Virgam virtutis tuae“, war ein reizvolles Echospiel der beiden Solistinnen und schaffte noch einen Höhepunkt. Der letzte Satz „Sicut erat in principio“ ist als achtstimmiger Fugensatz mit sechs thematischen Motiven angelegt und gilt als einzigartiges Werk im Schaffen Vivaldis.

Der Oratorienchor Schwandorf und der Chor des Collegium Musicum Regensburg mit den Solokünstlerinnen Manuela Falk (Sopran) und Lucy Frank (Alt) überzeugten mit klaren Stimmen und Strahlkraft. Gepaart mit einer überzeugenden und konzentrierten Leistung des Orchesters gelang eine fesselnde Darbietung von Vivaldis schönsten Kirchenwerken.

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