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Region Schwandorf
Dienstag, 17. Juli 2018 27° 3

Gesundheit

Krankenhaus-Rohbau bekommt Innenleben

Der Neubau am St. Barbara Krankenhaus in Schwandorf liegt im Zeitplan. Handwerker füllen nun den 50-Millionen-Euro-Bau.
Von Reinhold Willfurth

Noch staubt es auf der Baustelle. Doch der Rohbau am Krankenhaus St.Barbara wird bald vollendet sein.Foto: Willfurth
Noch staubt es auf der Baustelle. Doch der Rohbau am Krankenhaus St.Barbara wird bald vollendet sein.Foto: Willfurth

Schwandorf.Der überwiegend milde Winter machte es möglich: Die mit 50 Millionen Euro Volumen größte Baustelle der Region liegt „sehr gut im Zeitplan“: Diese Halbzeitbilanz zog Geschäftsführer Dr. Martin Baumann für den Neu- und Erweiterungsbau des St. Barbara Krankenhauses in Schwandorf. Nach dem Schock durch den Fund einer Weltkriegsbombe auf dem Baugelände im Herbst mitsamt Evakuierung des gesamten Hauses und einer Woche Stillstand läuft es gut und unfallfrei auf der Baustelle. Wenn es so wie bislang weitergehe, könnte der Neubau wie geplant im Januar 2020 in Betrieb gehen, kalkuliert Baumann.

Dr. Martin Baumann und Pressesprecherin Marion Hausmann erläutern den Plan.
Dr. Martin Baumann und Pressesprecherin Marion Hausmann erläutern den Plan.

„Mit dem Rohbau haben wir schon abgeschlossen. Jetzt geht‘s ins Detail“, sagt Melanie Schüle, die im Schwandorfer Krankenhaus der Barmherzigen Brüder den Ablauf der Bauarbeiten koordiniert und die Belange des laufenden Klinikbetriebs ebenso im Auge haben muss wie die der Planer und Bauarbeiter. Bis zum Innenleben von Schränken und der Gestaltung von Schubläden reiche die Feinarbeit, so Schüle. Auch die Planung für den Umzug beginne schon jetzt.

Patienten nehmen‘s gelassen

Derzeit arbeiten nach Auskunft von Pressesprecherin Marin Hausmann noch 19 Stahlbetonbauer und 14 Eisenflechter, Maschinisten, Poliere und Bauleiter am Finish des Rohbaus, der sich gut sichtbar von der Steinberger Straße aus über dem Bauzaun am Eingang erhebt. Unter die Bauarbeiter haben sich aber schon seit einigen Wochen Elektriker und Heizungs- und Sanitärhandwerker gemischt. Trockenbauer ziehen nach Angaben von Melanie Schüle auch schon die ersten Zwischenwände ein.

Der Rohbau ist fast fertig. Foto: KH St. Barbara
Der Rohbau ist fast fertig. Foto: KH St. Barbara

Und dies alles in direkter Nachbarschaft zum laufenden Krankenhausbetrieb. Trotz Lärm und Staub von nebenan nähmen die Patienten die Bauarbeiten gelassen. Gerade einmal drei Beschwerden habe es gegeben, sagt Dr. Baumann – bei rund 14 000 Patienten im Jahr. Wenn eine Klinik die Ansprüche der Patienten befriedige, spiele Baustellenlärm eine Nebenrolle. „Die Leute wollen Hochleistungsmedizin“, sagt Baumann. Auch die Verweildauer von im Schnitt nur fünf Tagen habe dazu beigetragen, dass es für die Patienten nicht unerträglich geworden sei. Aber auch die Mitarbeiter, die Tag für Tag mit der Baustelle leben müssten, „tragen das gut mit“, lobt der Geschäftsführer.

Atemberaubender Blick vom 55 Meter hohen BaukranFoto: KH St. Barbar
Atemberaubender Blick vom 55 Meter hohen BaukranFoto: KH St. Barbar

Eine „neue Dimension der medizinischen Versorgung in der Region“ hatte Baumann mit dem Neu- und Ausbau des Krankenhauses St. Barbara vor Beginn der Bauarbeiten im Herbst angekündigt. Zu diesem Anspruch gehört auch, dass laufend Verbesserungswünsche in die Ausbaupläne aufgenommen werden. So wird ein neuartiges Lichtkonzept auf der Intensivstation installiert, das den dortigen Patienten den notwendigen Tag- und Nachtrhythmus ebenso sichert wie eine Extraportion Licht an dunklen Tagen. Neu sind auch „geschleuste Zimmer“. Ärzte und Pflegepersonal kann in einer Schleuse Schutzkleidung überziehen, bevor sie sich einem Patienten mit hochansteckender Krankheit zuwenden.

Intensivmedizin auf einer Etage

Der L-förmige Neubau mit 5200 Quadratmetern Nutzfläche schließt sich an das bestehende Gebäude an. Im Erdgeschoss wartet ein großzügiger Empfangsbereich mit Cafeteria auf stationäre und ambulante Patienten. Im ersten und im dritten Geschoss entstehen zwei Normalstationen mit je 35 Betten, die den Anforderungen moderner Medizin genügen. Die Intensivstation mit 22 Akutbetten versorgt schwer- und schwerstkranke Patienten. Direkt daneben liegt das neue Herzkatheterlabor, das vor einem Jahr eingeweiht wurde. Im vierten Obergeschoss finden sich 30 neue Betten für eine Akutgeriatrie. Im Kellergeschoss werden Zentrallabor und Betriebstechnik untergebracht. Hier werden auch die rund 700 Spinde für die Mitarbeiter stehen.

Knapp 39 der 50 Millionen Euro für den Neubau übernimmt der Freistaat Bayern, der den Barmherzigen Brüdern bereits zwei dicke Finanzspritzen verabreicht hat – 7,7 Millionen Euro im vorigen und überraschend, da erst für 2019 erwartet, eine weitere Tranche über 18,15 Millionen Euro vor wenigen Wochen. „Dann brauchen wir unsere Rechnungen nicht vorfinanzieren“, freut sich Martin Baumann.

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Vom Rohbau zur modernen Klinik

  • Fortschritt:

    Nahezu fertiggestellt ist der Rohbau. Mittlerweile installieren Elektriker und Heizungsbauer ihre Leitungen auf den rund 5200 Quadratmetern Nutzfläche des Neubaus. Auch die Bodenbeläge und die ersten Zwischenwände werden montiert.

  • Schnittstelle:

    im ständigen Kontakt ist Melanie Schüle mit Bauleitung und Mitarbeitern. Die Hochbauphase ist planerisch vorbei. Jetzt laufen in Schülers Büro bereits die Planungen für Innenausbau und Umzug zusammen.

  • Wünsche:

    Mitarbeiter können jetzt noch Verbesserungswünsche für den Innenausbau anmelden. So wird die Intensivstation eine raffinierte Lichtsteuerung erhalten. Das Team freut sich auch über die Einrichtung von Komfort- und geschleusten Zimmern.

  • Öffentlichkeit:

    Über den Fortschritt der Bauarbeiten können sich die Besucher des Tags der offenen Tür am 7. Juli ein Bild machen. An einem Infostand werden Details erläutert. Eher ein Fest für die Bauarbeiter soll das Richtfest am 19. September werden.

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