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Nahverkehr

Kreis Schwandorf ist für 365-Euro-Ticket

Für Schüler und Azubis will der RVV dieses Ticket einführen. Der Landkreis ist bereit, die Mindereinnahmen auszugleichen.
Von Johannes Hartl

Das 365-Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende wurde vom Landkreis unterstützt.  Foto: Franziska Kraufmann/dpa
Das 365-Euro-Ticket für Schüler und Auszubildende wurde vom Landkreis unterstützt. Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Schwandorf.Schüler und Auszubildende können sich freuen: Der Landkreis Schwandorf gab am Donnerstag grünes Licht für die Pläne des Regensburger Verkehrsverbunds (RVV), ein 365-Euro-Ticket einzuführen. Wenn alle Aufgabenträger zustimmen, dass sie die Mindereinnahmen ausgleichen, steht der Einführung bald nichts mehr im Wege. Es würde dann zum Ausbildungsbeginn am 1. August 2020 in Kraft treten – so lautet jedenfalls der Plan.

Insgesamt erwartet der RVV Mindereinnahmen von 6,3 Millionen Euro, verteilt auf das gesamte Verbundgebiet. Auf den Landkreis Schwandorf umgerechnet, sind das ungefähr 640000 Euro. Weil aber von der bayerischen Staatsregierung zwei Drittel der Kosten übernommen werden, bleiben 200 000 Euro übrig. Tatsächlich reduziert sich diese Summe sogar noch weiter, wenn man die Einsparungen einkalkuliert, die bei der Schülerbeförderung zu erwarten sind.

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Denn einerseits sinken durch ein 365-Euro-Ticket insgesamt die Ticketpreise, andererseits fallen teils die „Aufwendungen für die Überschreitung der Familienbelastungsgrenze bei den anspruchsberechtigten Selbstzahlern“ weg, wie es in der Sitzungsvorlage hieß. Summa summarum würde am Landkreis dann ein jährliches Defizit von ungefähr 75 000 Euro hängen bleiben. Die nötigen Mittel wurden von den Kreisräten – einstimmig – im Haushalt bereitgestellt.

Ticket gilt nicht überall

Landrat Thomas Ebeling betonte, dass das 365-Euro-Ticket in aller Munde sei. „Ich glaube nicht, dass wir uns dem verschließen sollte“, sagte er. Allerdings machte er auf die spezielle Situation aufmerksam, dass das Ticket nicht für den gesamten Landkreis Schwandorf gilt. Durch die Zweiteilung zwischen RVV- und TON-Tarif, die im Kreisgebiet besteht, profitiere nämlich vorwiegend der südliche Landkreis. Der Norden hingegen werde – jedenfalls vorerst – leer ausgehen.

Das 365-Euro-Ticket

  • Zielgruppe:

    Das Ticket soll für Schüler, Auszubildende und für Beamtenanwärter der QE 1 und QE 2 gelten, außerdem für Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen Jahr, am Freiwilligen Ökologischen Jahr und am Bundesfreiwilligendienst.

  • Gültigkeit:

    Das Ticket soll, so der Plan, in allen Bussen und Bahnen des gesamten Verbreitungsgebiets gelten. Das Angebot wird es ausschließlich als Jahres-Ticket geben.

Auch die Winklarner Kreisrätin Maria Baumer (CSU) thematisierte das Problem. Als „östliche Landkreisbewohner haben wir fürs Erste schon geschluckt“, sagte sie. Der tarifliche Riss, der durch den Landkreis gehe, setze sich da fort. Dennoch wolle man sich nicht versperren – zumal die Einführung nur dann möglich wird, wenn alle Aufgabenträger zustimmen. „Da wollen wir nicht die Bremsblöcke sein“, so Baumer.

Ihre Hoffnungen setzt die Kreisrätin dabei vor allem in die angestrebte Vollintegration in den RVV, die der Ausschuss ebenfalls beschlossen hat. Es handle sich hoffentlich nur um eine „kurze Übergangszeit, bis der ganze Landkreis ein einheitliches Tarifgefüge hat“. Das wäre für die Kreisrätin ein „Idealfall“, wie sie betonte.

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Grünes Licht gab es am Donnerstag aber auch noch für ein anderes Angebot des RVV, das die Buslinie 41 von Schwandorf nach Regensburg sowie von Regensburg nach Schwandorf betrifft. In Zukunft wird das Fahrtangebot nämlich erweitert, um so die Attraktivität der Verbindung weiter zu steigern. Dafür werden zusätzliche Verbindungen geschaffen: Von Montag bis Freitag sollen dann von Schwandorf nach Regensburg ein weiterer Bus um 20.16 Uhr sowie von Regensburg nach Schwandorf zwei zusätzliche Busse fahren. Diese starten um 18.40 Uhr und um 20.10 Uhr am Hauptbahnhof.

Neue Frühfahrt kommt

Ebenso wird eine neue Frühfahrt um 4.58 Uhr geschaffen, die am Burglengenfelder Gymnasium startet und um 5.25 Uhr am Schwandorfer Bahnhof eintrifft. Damit schließt sie an den städtischen Citybus an. Und: Aus Schwandorf Richtung Regensburg gibt es am Samstag ebenfalls eine zusätzliche Fahrt um 20.16 Uhr. Hintergrund der Entscheidung sind laut Dominik Hauser, dem zuständigen Mitarbeiter im Schwandorfer Landratsamt, vereinzelte Nachfragen, die immer wieder aufgeschlagen seien. Von den Kreisräten wurde das ebenfalls einstimmig unterstützt.

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