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Pandemie

Krieg um Konserven und Klopapier

Das Einkaufsverhalten hat sich während der Corona-Krise grundlegend verändert. Märkte im Landkreis Schwandorf sind gerüstet.
Von Alex Huber

Der Globus ist für viele Schwandorfer der erste Anlaufpunkt bei ihrem Einkauf. Auch dort hat sich während der Corona-Krise einiges verändert. Foto: Dietmar Zwick
Der Globus ist für viele Schwandorfer der erste Anlaufpunkt bei ihrem Einkauf. Auch dort hat sich während der Corona-Krise einiges verändert. Foto: Dietmar Zwick

Schwandorf.Nudeln, Konserven und Hygieneartikel sind gefragt wie selten zuvor. Wegen des großen Andrangs während der Corona-Krise zählen in vielen Supermärkten und Discountern im Landkreis Schwandorf mittlerweile auch Sicherheitskräfte zum Personal. Während Kunden wegen der Angst um Versorgungsengpässe Waren hamstern, rüsten die Märkte auf – und um.

In nahezu allen Filialen weisen mittlerweile Aufkleber auf den Sicherheitsabstand hin. Geschützt sollen dadurch nicht nur andere Kunden, sondern vor allem auch die Angestellten werden. Denn diese sind während der Corona-Krise besonders gefordert. Die Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln steigt, und durch den Kundenverkehr auch das Infektionsrisiko.

Plexiglasscheiben an den Supermarkt-Kassen

An den Kassen schützt sich das Globus-Personal, wie hier Jutta Stein, mit Schutzhandschuhen und Plexiglasscheiben. Foto: Dietmar Zwick
An den Kassen schützt sich das Globus-Personal, wie hier Jutta Stein, mit Schutzhandschuhen und Plexiglasscheiben. Foto: Dietmar Zwick

Nicht nur der Sicherheitsabstand, sondern auch Handschuhe, Hygienetücher und vor allem Plexiglasscheiben an den Kassen sollen dieses Risiko minimieren. Wie Globus-Geschäftsleiter Reiner Debernitz der Mittelbayerischen erklärt, passen sich seine Mitarbeiter der Situation an. „Sie sind sensibilisiert. Auch das Bewusstsein der Kunden ist mittlerweile da.“ Das sei allerdings nicht immer der Fall gewesen. „Erst nach der Ausgangsbeschränkung durch Markus Söder und der Ansprache von Angela Merkel hat sich das bemerkbar gemacht.“

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Trotzdem beobachtet Debernitz auch nach wie vor noch den ein oder anderen unvorsichtigen Kunden. „Manchmal kommen auch noch ganze Familien, wo ich mir denke, wieso kauft da nicht nur eine Person ein“, sagt er. Bei Debernitz stoßen solche Fälle auf Unverständnis, doch „steuern“ könne er das Einkaufsverhalten „leider“ auch nicht.

Die interne Stimmung in der Globus-Belegschaft sei trotz der Krise sehr positiv. „Mitarbeiter, die wegen anderer Vorgeschichten besonders gefährdet sein könnten, lassen wir zu Hause“, sagt Debernitz. „Geschäft hin oder her.“ Seine Angestellten seien während der Krise noch mehr zu einem Team zusammengewachsen, wodurch „alles wie von selbst“ laufe.

Sicherheitspersonal verstärkt die Supermärkte

Andere Unternehmen wie Netto, Lidl oder Rewe halten es mit den Hygienemaßnahmen ähnlich. In sämtlichen Netto-Filialen werde im Moment umgebaut, wie Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation, erklärt. Sie empfiehlt zudem eine bargeldlose Zahlung. In Schwandorfs Lidl-Filiale wurden mittlerweile ebenfalls Bodenmarkierungen angebracht. Auch dort steige die Nachfrage, unter anderem nach Toilettenpapier, wie Filialleiterin Bianca Deml erklärt. Sie habe sogar schon mitbekommen, wie es im Streit um dieses zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen sei. Seit vergangenem Freitag gibt es im Schwandorfer Lidl deshalb Security-Mitarbeiter, auch Rewe setzt inzwischen auf Sicherheitskräfte.

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Debernitz befürchtete nach der Ausgangsbeschränkung ähnliche Vorfälle und engagierte deshalb am Samstag ebenfalls Securitypersonal, das am Globus-Eingang für Ordnung sorgen sollte. „Wir wussten nicht, ob wir vielleicht überrollt werden. Die Security hat es am Ende aber gar nicht gebraucht“, sagt er.

Belieferung der Filialen ist gewährleistet

Versorgungsengpässe müssen Kunden indes nicht fürchten. Die Discounter und Supermärkte im Landkreis Schwandorf werden nach wie vor ausreichend beliefert. Das versichert auch Netto-Unternehmenssprecherin Stylianou: „Wir beobachten zwar, dass es in einigen Sortimentsbereichen zu einer erhöhten Nachfrage kommt. Dennoch können wir die Belieferung der Märkte mit ausreichend Ware über unsere Logistikzentren weiterhin gewährleisten.“

Debernitz kann seine Globus-Kunden ebenfalls entwarnen. Zwar sei der Run auf Mehl, Zucker, Toilettenpapier und Konserven auch in seinem Betrieb groß, doch neue Bestände werden regelmäßig geliefert. „Wir sind froh, dass Kunden bei uns nicht nur Lebensmittel erhalten, sondern auch das Randsortiment. Beispielsweise Glühbirnen oder Batterien, denn die Baumärkte sind ja geschlossen.“

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