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Region Schwandorf
Samstag, 21. April 2018 26° 2

Glaube

Krippenspiel erinnerte an die Hauptsache

Die Pfarrer Johann Trescher und Rainer Eppelein feierten mit den Gläubigen in Bodenwöhr eine Waldweihnacht.
von Renate Ahrens

Besinnlich war auch heuer die Waldweihnacht an der Weichselbrunner Brücke.Fotos: tre
Eine Krippe sollte an die Geschichte von Weihnachten erinnern.

BODENWÖHR. „Nur wer Wärme und Liebe und sich selbst verschenkt, wird reicher. Erst dann erhält das Leben einen Sinn“, sagte Pfarrer Johann Trescher bei der Waldweihnacht an der Weichselbrunner Brücke in Bodenwöhr und erzählte die Geschichte einer Kerze. Sie verbrenne sich selbst zugunsten von Licht, statt kalt und leer zu bleiben. Erst dann kehre Freude, Herzlichkeit und Lachen ein. Eine einzige winzige Kerze könne einen ganzen Raum erleuchten, erklärte Trescher und erinnerte an die vielen Menschen, die an Weihnachten allein seien. Mut wolle er mit diesen Gedanken machen.

Pfarrer Johann Trescher verglich die Menschen mit einer Kerze. Nur wer für Andere brenne, werde reicher.

Organisiert vom Pfarrgemeinderat zog am Sonntagabend eine kleine Prozession von der Kirche in der Ortsmitte zum Parkplatz im Wald. Hier wurde die dritte Waldweihnacht nach der Neuauflage in romantischer Atmosphäre gefeiert. Der Männergesangsverein unter Leitung von Bernhard Schmidhuber brachte adventliche und besinnliche Weisen dar. Doch was feiern wir an Weihnachten eigentlich? Diese Frage stellte der evangelische Pfarrer Reiner Eppelein aus Nittenau. Je mehr Traditionsströme abreißen, umso mehr gerate dies in Vergessenheit. „Einer ganzen Reihe von Zeitgenossen ist das nicht bewusst, vielen ist es sogar egal.“ Mancher fühle sich seltsam leer – was kein Wunder sei.

Der Männergesangsverein umrahmte die Waldweihnacht musikalisch.

Nicht leer bleibe jedoch meist der Magen, man esse und trinke Ente, Flusskrebse oder Champagner, und könne die Leere im Herzen damit doch nicht vertreiben. „Ich habe nichts gegen gutes Essen, im Gegenteil“, betonte Eppelein. „Aber wenn alles vergessen ist, warum genießt man dann ein Festessen? Weil es uns der Kalender anzeigt?“, fragte er. „Dabei ist er so einfach, dieser Sinn von Weihnachten.“ Das Märchen „Weihnachten der Tiere“, erzählt von Josef Höfler, griff diesen Gedanken auf. Was sei wohl das Wichtigste an diesem Fest, so überlegten und stritten die Tiere. „Schnee“, sagt der Eisbär. „Na klar, Braten“, rief der Fuchs. Kerzen wollte das Reh, schummrig sollte es für die Eule sein. Der Pfau wollte sein neues Kleid zur Schau stellen und die Elster wünschte sich Schmuck. „Mach’s wie ich“, sagte der Dachs. „Pennen ist das Wichtigste an Weihnachten.“

Doch da versetzte ihm der Esel einen Tritt und sagte: „Denkst du denn nicht an das Kind? Das ist doch die Hauptsache.“ Und alle waren beschämt und fragten sich: „Ob das auch die Menschen wissen?“ Bei der Waldweihnacht wurden die Besucher mit einem Krippenspiel daran erinnert. Kinder stellten die Herbergssuche dar. Bei Glühwein und Lebkuchen klang dieser Abend im Wald aus, gegen eine Spende für einen guten Zweck, unter anderem für das Missio-Projekt.

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