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Region Schwandorf
Dienstag, 17. Juli 2018 27° 8

Lokalpolitik

Kritik an der Umgehung erneuert

In der Jahresversammlung des Grünen-Kreisverbands in Burglengenfeld ging es um ein großes Dauerthema: die Verkehrsmisere.
Von Stefan Barte

  • Die möglichen Trassenführungen der geplanten Umgehungsstraße (die sogenannten „10er -Varianten“), die im Raumordnungsverfahren verfolgt werden, sollen in 100 Meter Entfernung zum neuen Baugebiet „Im Dolling“ in Teublitz vorbeigeführt werden. Foto: Stefan Barte
  • Kreisrat Rudi Sommer, Petra Huber, Elisabeth Bauer, Johannes Feicht, Marion Juniec-Möller, Benjamin Quaas, Andreas Winterstein, Sirko Galz (von links nach rechts )

Burglengenfeld.Viele interessierte Bürger konnten die Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Elisabeth Bauer, anlässlich einer Mitgliederversammlung im Gasthaus „Drei Kronen“ begrüßen. Der Schwerpunkt lag dabei auf neuen Ideen zur Zukunft des Verkehrs im Städtedreieck.

Wie der Zufall so spielt, hatte die Stadt Regensburg nur zwei Tage vorher, einen Beschluss zum Bau einer Stadtbahn herbeigeführt. – Eine prima Ausgangsbasis für Überlegungen, wie die verkehrstechnische Infrastruktur fürs Städtedreieck verbessert werden könnte. Zudem gaben drei Sprecher der Bürgerinitiative „ALEXsagtNEIN“ Einblicke in den aktuellen Sachstand zur geplanten Umgehungsstraße.

Kreisrat Rudi Sommer sieht im Bau einer Umgehung keine Problemlösung, sondern lediglich eine Verlagerung. Es gelte eine Energiewende zu verwirklichen, die als Gedankengrundlage gelten sollte. Dabei bilde die Schiene das Rückgrat für eine Verkehrswende. Sie biete Effizienz, verursache keinen Stau und benötige keinen Parkplatz, so sein Statement.

Der Vorsitzende des Ortsverbands der Grünen Burglengenfeld, Andreas Winterstein, sieht das Städtedreieck derzeit an einem Scheideweg. Regensburg stehe de facto vor einem Verkehrskollaps, und überall versuche man, der Lage doch noch Herr zu werden. „Für uns im Städtedreieck wurde ein Raumordnungsverfahren in die Wege geleitet. Ich stelle mir die Frage, ob alle derzeitigen Lösungsansätze zusammenpassen.“

Ein eindeutiges Umdenken

Referent Dr. phil. Franz Schmidkunz fand auf die Gretchenfrage eine deutliche Antwort: „Man braucht ein Gesamtkonzept unter ökologischen Gesichtspunkten.“ Es bedürfe eines eindeutigen Umdenkens. Die Umgehung stamme aus einer Zeit, in der dem Verkehr noch bedenkenlos Raum gegeben worden sei. Ebenso wisse mangels Daten niemand, ob die Reaktivierung des Bahnhofs in Burglengenfeld sinnvoll sei oder ob nicht auch ein Busbahnhof am Eislaufplatz genügen würde.

Schmidkunz will inzwischen erkannt haben, dass keine der drei Städte weder über die Ressourcen, noch über das Know-how verfüge, mit welchem ein sinnvolles Gesamtkonzept erstellt werden könnte. „Die Planung muss deshalb durch eine externe Firma übernommen werden, die über eine entsprechende Expertise verfügt.“

Alsdann gab es zum Sachstand der Umgehungsstraße einen „Versuch des Überblicks“, wie er es nannte. Er präsentierte auf einer Folie die aktuell von der Lokalpolitik verfolgten Lösungsvarianten der sogenannten „Trasse 10“, die als Grundlage für das anhängige Raumordnungsverfahren gilt. Daran angelehnt informierte Sprecher Johannes Feicht über die Tier- und Pflanzenwelt, die durch den Bau der Umgehung gefährdet wäre. Insbesondere der einzigartige Erle-Esche-Sumpfwald würde zerstört. Auch verschiedene geschützte Tiere und Pflanzen der „Roten Liste“ wären bedroht. Das durch die Straße abgeschnittene Hinterland würde verarmen.

Naturschutzfachlicher Wert

Petra Huber von „ALEXsagtNEIN“ ging auf den emotionalen Aspekt der Weiherlandschaft ein und zeigte Landschaftsaufnahmen im Wandel der Jahreszeiten. Genau diesen naturschutzfachlichen und kulturhistorischen Wert des Eselweihergebiets stellt auch ein Gutachten des Bundes Naturschutz in Zusammenarbeit mit dem Landesverband für Vogelschutz heraus. Demnach gilt das Gebiet als „eine der wenigen noch intakten Teichlandschaften mit überregional bedeutsamem Feuchtlebensraum“.

Auch Benjamin Quaas, wohnhaft in Saltendorf und Landtags-Direktkandidat der Grünen im Landkreis Schwandorf, erklärte: „Wir brauchen zuerst ein Gesamtverkehrskonzept, welches in enger Bindung an den Großraum Regensburg erstellt werden muss.“ Es bestehe dringender Handlungsbedarf. Die Umgehung aber sei der falsche Weg. Durch sie werde zu viel Heimat zerstört.

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