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Soziales

Kunst wirkt als Medizin für die Seele

In der Sonnen-Apotheke Burglengenfeld gibt es ein Kunstschaufenster. Michael Brey ist der Erste, der seine Werke präsentiert.
Von Stefan Barte

Der Künstler Michael Brey legt noch letzte Hand bei seiner Fensterdekoration an. Foto: Barte
Der Künstler Michael Brey legt noch letzte Hand bei seiner Fensterdekoration an. Foto: Barte

Burglengenfeld.Wer gemütlich über die Einkaufsmeile von Burglengenfeld schlendert, sollte künftig in der Regensburger Straße 7 etwas genauer in die Auslage schauen. Zwischen „Infludoron gegen Erkältungserkrankungen“ links und „Tagescreme von Vichy“ rechts gibt es ab sofort in der Sonnen-Apotheke im mittleren Schaufenster auch etwas für die Seele zu entdecken. Apothekeninhaber Heinz Rösler hat nämlich ein besonderes Faible für Kunst und möchte aufstrebenden, lokalen Künstlern künftig eine Plattform bieten, ihre Werke präsentieren zu können. Dazu stellt er künftig ein Schaufenster kostenlos zur Verfügung.

Künstlerische Qualität

Rösler kann dabei mittlerweile auf einen gewissen Erfahrungsschatz zurückgreifen, denn er betreibt in Pettendorf eine zweite Apotheke, in der er bereits seit zwei Jahren erfolgreich ein Kunstschaufenster eingerichtet hat. Das werde mittlerweile sehr gut angenommen und habe hohe künstlerische Qualitäten zu Tage gefördert.

„Ich liebe die Kunst.“

Heinz Rösler, Apothekeninhaber

Die Frage nach seinen persönlichen Beweggründen für dieses etwas außergewöhnliche Engagement beantwortet Rösler mit einem kurzen aber einprägsamen Satz und leuchtenden Augen: „Ich liebe die Kunst“. Er erklärt weiter, dass er anfangs selbst Aquarelle gemalt habe, jetzt Öl ausprobiere. Er habe aber nicht die nötige Geduld, bis die Ölfarbe dann endlich getrocknet sei. Zudem hätte er eigentlich nur im Urlaub die Möglichkeit, seinem zeitintensiven Hobby nachzugehen. Er selbst schätze sich als „Sonntagsmaler“ ein. „Mehr nicht“, fügt er bescheiden ein. Die vielen kleinen, filigranen und detailverliebten, selbstgemalten Aquarelle hinter seinem Schreibtisch und im Büro sprechen allerdings eine andere Sprache.

Kunstschaufenster

  • Ausstellung:

    Jeder lokale Künstler, der kreativ tätig ist, kann das Fenster nutzen und dort seine Werke ausstellen.

  • Auswahl:

    Mit ein paar Probestücken kann jeder Künstler bei Heinz Rösler in der Sonnenapotheke vorbeikommen. Eine Voranmeldung wird erbeten. Wenn die Exponate Gefallen finden, wird das Fenster nach Anmeldung und Reihenfolge vergeben.

  • Ausstellungsdauer:

    Je nachdem, wie viele Künstler insgesamt im Fenster ihre Werke ausstellen möchten, wird der Ausstellungsplatz für etwa vier bis sechs Wochen vergeben.

  • Kosten:

    Die Ausstellungsfläche stellt der Apotheker den Künstlern kostenfrei zur Verfügung.

  • Fensterdekoration:

    Die Gestaltung erfolgt durch die Künstler.

Auch die Erfahrungen mit seinem Schwiegervater, der ebenfalls Kunstliebhaber ist, haben ihm gezeigt, wie schwierig es sei, ohne entsprechende Kontakte Ausstellungen zu organisieren und in der Kunstszene Fuß zu fassen. So hoffe der Apotheker, dass der ein oder andere Künstler in seinem Schaufenster ein Sprungbrett findet und Einladungen zur Gestaltung einer größeren Ausstellung in Banken oder anderen großen Firmen bekomme.

Ein typisches Beispiel für Röslers Idee ist sein erster „Klient“, der seine Werke ausstellen darf: Martin Brey, 41 Jahre, aus Kallmünz. Seinen Namen hat seine Tante, Christine Weiß, ins Spiel gebracht. Sie arbeitet seit vielen Jahren in der Apotheke als pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte und ist von ihrem Neffen überzeugt. „Der ist einfach ein Künstler“, sagt sie.

Mit leuchtenden Acrylfarben

Es ist gar nicht so einfach, eine gute Schaufensterpräsentation hinzubekommen. Tipps vom Apotheker nimmt Brey gerne an. Foto: Barte
Es ist gar nicht so einfach, eine gute Schaufensterpräsentation hinzubekommen. Tipps vom Apotheker nimmt Brey gerne an. Foto: Barte

Brey geht tatsächlich mit seinen Bildern erstmalig an die Öffentlichkeit. Er ist dabei schon etwas aufgeregt und nervös, denn er hat erst vor einem Jahr mit seinem Schaffen begonnen. Seine angewendete Technik nennt sich „Fluid Painting“ und basiert auf leuchtenden Acrylfarben, die mit einer speziellen Technik auf Holzpanels aufgetragen werden. „Die ersten 3 Monate habe ich nur Ausschuss produziert, der dann auf dem Müll gelandet ist. Jetzt habe ich aber den Dreh raus und ich weiß, wie es geht. Es kommt wesentlich auf die Qualität der Farben an, das gibt den Ausschlag. Mir gefallen die kräftigen Farben und die Abstraktheit dieser Gestaltungsmöglichkeit einfach“, schwärmt er.

„Die ersten 3 Monate habe ich nur Ausschuss produziert, der dann auf dem Müll gelandet ist.“

Michael Brey

Kurse habe er keine besucht, irgendwie wurde ihm die künstlerische Ader wohl in die Wiege gelegt. Seit seiner Kindheit wäre er bei seinem Vater in einer Art Ausbildung, erzählt Brey. Dessen künstlerische Begabung kann man jedes Jahr bei der Theateraufführung der Kolpingsfamilie Kallmünz bewundern, denn da gestaltet Brey Senior mit viel Liebe zum Detail die Bühnenmalerei.

Brey Junior hofft natürlich, dass auch das ein oder andere ausgestellte Werk verkauft wird. Da Brey auch die Holzpanels selbst herstellt, können selbstverständlich auch spezielle Auftragsarbeiten ausgeführt werden. Der Künstler ist unter der Mail-Adresse martin.brey@t-online.de erreichbar. Wer möchte, kann die Bilder noch die nächsten fünf bis sechs Wochen betrachten, bis das Schaufenster hoffentlich durch den nächsten, bisher noch unbekannten Künstler gestaltet werden wird.

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