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Kommunalwahl

Landrat Liedtke: 2014 ist Schluss

Schwandorfs Landrat Volker Liedtke kandidiert nicht für eine vierte Amtszeit. Einen Nachfolger präsentiert die SPD vielleicht erst im Oktober.
Von Hubert Heinzl

Landrat Volker Liedtke (re.) kandidiert nicht mehr. Von links: SPD-Kreisvorsitzende Evi Thanheiser und SPD-Bezirksvorsitzender Franz Schindler Foto: Heinzl

Landkreis. Landrat Volker Liedtke (62) will sich nicht um eine vierte Amtszeit bewerben. Bei einem Pressegespräch in der Schwandorfer SPD-Geschäftsstelle gab er am Freitagnachmittag diese von vielen Beobachtern erwartete Entscheidung bekannt.

Der Landrat, der noch fast ein Jahr lang amtiert, nannte in einer persönlichen Erklärung mehrere Gründe für seinen Schritt. Zum einen sei 2014 der richtige Zeitpunkt, das Amt in andere Hände zu übergeben. Sein Nachfolger könne ein „gut bestelltes Haus“ übernehmen. Der Landkreis sei gut aufgestellt und habe „gute Chancen für die Zukunft“. Zum anderen könne er sich nicht vorstellen, bei einer möglichen Wiederwahl bis ins 70. Lebensjahr zu amtieren. „Das ist meine Lebensplanung nicht“, sagte Liedtke.

Durch die Anforderungen des Amtes, so der Landrat weiter, seien einige Interessen zurückgestellt worden, denen er sich zusammen mit seiner Familie mehr widmen wolle. Da gebe es „einige Dinge nachzuholen, die zu kurz gekommen sind“.

Sang- und klanglos von der kommunalpolitischen Bühne zu verschwinden, ist allerdings Liedtkes Sache auch nicht. Zum 15. September bewirbt er sich um das Mandat eines Bezirksrats. Er freue sich, ab Mai 2014 mehr Zeit und Energie in dieses wichtige Amt einbringen zu können und die Interessen des Landkreises im Bezirkstag zu vertreten. Auch verschiedene Ehrenämter sind zwar traditionell an das Amt des Landrats gebunden, enden aber nicht mit dem Ende der Wahlperiode – etwa der Vorsitz im BRK-Kreisverband.

Liedtke warb bei Parteifreunden und der Bevölkerung um Verständnis für seine Entscheidung, die er sich „nicht leicht gemacht“ habe. Er sei keineswegs amtsmüde; die Arbeit mache ihm immer noch Spaß. Er werde gerne noch die verbliebene Zeit „für den Landkreis arbeiten“.

Einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin präsentierte die SPD bei dem Pressegespräch nicht. Kreisvorsitzende Evi Thanheiser erklärte auf Nachfrage, derzeit und in den nächsten Wochen würden die Landtags- und Bundestagswahlen Priorität genießen. „Zu gegebener Zeit“ wolle man dann auch eine Antwort auf die K-Frage geben. Spätestens bis zur Aufstellungskonferenz für den Kreistag im Oktober soll die Personalie geklärt und der Öffentlichkeit präsentiert sein. Namen nannte Thanheiser naturgemäß nicht, schloss aber aus, dass die SPD wie die Christsozialen einen Seiteneinsteiger aufstellen werde. Für eine Kandidatur kämen nur „erfahrene Leute“ in Frage, sagte sie. Zu diesen könnte beispielsweise MdB Marianne Schieder gehören, die als Unterbezirksvorsitzende an der Presserunde teilnahm, selbst aber nicht das Wort ergriff. Nach MZ-Informationen gab es durchaus Planspiele, die für den Bundestag kandidierende Schieder noch einmal im Rennen um den Landratssessel antreten zu lassen. Inwieweit solche Überlegungen noch aktuell sind, darüber kann nur spekuliert werden.

SPD-Bezirksvorsitzender Franz Schindler nutzte die Gelegenheit, dem Landrat Respekt und Dank auszusprechen. Liedtkes Entscheidung sei Anlass für „ein bisschen Wehmut“, aber auch zum Stolz darüber, was in den vergangenen Jahren geleistet worden sei. Der Landkreis Schwandorf sei „längst kein Problemlandkreis mehr“. Trotz seiner schwierigen regionalen Struktur sei es gelungen, „das Landkreisbewusstsein weiterzuentwickeln“, so Schindler abschließend.

Reaktion der CSU

In einer ersten Reaktion auf die Ankündigung von Landrat Volker Liedtke, sich 2014 bei der Kommunalwahl zurückzuziehen, zeigte sich CSU-Kreisvorsitzender Alexander Flierl nicht überrascht. Es sei klar gewesen, dass Liedtke seine Politik dem Wählervotum nicht stellen werde und „ihm der von ihm verantwortete Haushalt des Landkreises über den Kopf gewachsen ist“, so Flierl. Allgemein sei jedoch erwartet worden, dass die SPD nunmehr einen Landratskandidaten präsentieren wird. Der Grund für das erneute Hinausschieben der Nennung eines Namens liegt nach Ansicht der CSU darin begründet, dass die SPD personell nichts vorzuweisen hat und versucht, sich über die Landtags- und Bundestagswahlen zu retten. Um eine Täuschung der Wähler von vorneherein entgegenzuwirken, ist eine eindeutige und definitive Erklärung der Kandidaten der SPD für die Landtags- und Bundestagswahl notwendig, etwaig errungene Mandate auch anzunehmen und über die volle Legislaturperiode auszuüben. Flierl: „Eine Kandidatur für das Amt des Landrats ist nur dann glaubwürdig, wenn diese ohne Netz und doppelten Boden erfolgt.“

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