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Region Schwandorf
Samstag, 23. Juni 2018 16° 3

Verkehr

Laub und Nebel werden zur Krux

Im Jahreszeitenwechsel ist Vorsicht geboten. Nicht nur Nässe und schlechte Witterung sorgen für problematische Straßenverhältnisse.
von Philipp Froschhammer

Durch feuchtes Laub oder überfrierende Nässe auf den Straßen gerät das Auto leichter ins Schleudern.
Durch feuchtes Laub oder überfrierende Nässe auf den Straßen gerät das Auto leichter ins Schleudern. Foto: dpa

SCHWANDORF.Der November beginnt, die Tage werden kürzer und die Jacken der Passanten dicker. Kurz: Der Winter steht in den Startlöchern. Ein weiteres Indiz für die bevorstehende, kalte Jahreszeit ist der immense Ansturm auf die Kfz-Werkstätten in der Region. Jeder Autobesitzer möchte möglichst zeitnah sein Gefährt mit Winterreifen ausrüsten, um für die kommenden Monate gewappnet zu sein. Doch diese Maßnahme alleine reicht bei weitem noch nicht aus, um im Herbst sicher auf den Straßen unterwegs zu sein.

Denn der Jahreszeitenwechsel birgt für Autofahrer viele Risiken und Gefahren, weiß auch Polizeihauptkommissar Michael Rebele, Pressesprecher des Polizeipräsidiums in der Oberpfalz. „Glatte Straßen aufgrund von feuchtem Laub oder überfrierender Nässe sind Risiken, die sich in diesen Monaten ergeben. Kombiniert mit einem unachtsamen Fahrstil, kann das schnell zu Unfällen führen“, erklärt Rebele. So kann der Bremsweg bei solch glatten Straßenverhältnissen fast das Doppelte der üblichen Strecke betragen. Auch in Kurven ist höchste Vorsicht geboten. Leicht gerät das Auto auf laubbedeckter Fahrbahn ins Schleudern und landet im Straßengraben.

Miese Sicht im dichten Nebel

Probleme ergeben sich im Herbst zudem durch die oftmals schlechte Sicht. Kondensierendes Wasser übersättigt die Luft in dieser Jahreszeit, wobei sich, vor allem morgens, ein dichter Nebel über das Land legt. Für Autofahrer gilt, in solch einer Situation vorausschauend zu fahren und ausreichend Sicherheitsabstand zu halten. Bei Sichtweiten von unter 50 Metern muss die Nebelschlussleute eingeschaltet werden.

Die Tage werden zudem immer kürzer und aufgrund der Umstellung der Uhren auf die Winterzeit fällt der Feierabendverkehr mit der Dämmerung zusammen. Durch die schnell einsetzende Dunkelheit kann die Wahrnehmung der Verkehrsteilnehmer getrübt werden. Ein weiteres Problem, das damit einhergeht, entsteht durch den starken Wildwechsel zu dieser Tageszeit. Viele Werktätige befinden sich mit ihrem Auto auf dem Weg nach Hause, während die Wildtiere aus dem Wald und teilweise auf die Straße drängen. Diese Gefahr betrifft vor allem Strecken in ländlichen oder bewaldeten Regionen. Polizeihauptkommissar Jürgen Wagner, Experte der Kreisverkehrswacht Schwandorf empfiehlt diesbezüglich: „Wer auf der Landstraße oder in Waldgebieten unterwegs ist, sollte daher die Geschwindigkeit reduzieren und den Straßenrand im Auge behalten.“

Sollte es trotzdem zu einer Kollision zwischen Auto und Wildtier kommen, ist der Fahrzeugführer verpflichtet, ein Warndreieck aufzustellen und die Warnblinkanlage anzuschalten. Danach muss er die Polizei sowie den zuständigen Jäger über den Unfall informieren. Das verletzte oder getötete Tier sollte auf keinen Fall berührt werden. Die Kosten des Schadens übernimmt im Normalfall die Teilkaskoversicherung. Nur Karambolagen mit Haustieren oder Kühen können zu versicherungstechnischen Komplikationen führen.

Sehen und gesehen werden

Doch nicht nur für Autofahrer, sondern auch Fußgänger und Fahrradfahrer ist im Herbst erhöhte Vorsicht geboten. Deshalb appelliert auch das Polizeipräsidium der Oberpfalz in einer Pressemitteilung an die Bevölkerung. Sie sollen sich der Gefahren bewusst werden und somit auch vorsichtiger und vorausschauender im Straßenverkehr agieren. „Das Problem ist, dass viele Verkehrsteilnehmer den Jahreszeitenwechsel nur bedingt wahrnehmen. Dabei sollten sie sich auf die Gegebenheiten besser einstellen“, schildert Rebele.

Früh losfahren, ruhig ankommen

Im Zuge dessen gibt der Polizeihauptkommissar den Autofahrern noch ein paar Tipps mit auf den Weg. So ist es wichtig, in dieser Jahreszeit stets frühzeitig aufzubrechen, denn es kann und wird auch immer wieder zu Verzögerungen kommen. Außerdem fällt somit der Zeitdruck ab, was vom Rasen abhält. Als zweite wichtige Richtlinie gilt: „Sehen und Gesehen werden!“ Für Fußgänger und Radfahrer ist es deshalb ratsam, in der „dunklen Jahreszeit“ mit einer Warnweste, Reflektoren oder einer Beleuchtung auf sich aufmerksam zu machen. Auch für Autofahrer gilt dieses Motto.

Regelmäßige Reinigung

Bedingt durch schlechtere Witterungsverhältnisse verschmutzen die Scheinwerfer viel schneller. „Es ist die Aufgabe eines jeden Autofahrers seine Lichter immer wieder zu überprüfen. Dazu gehört auch eine regelmäßige Reinigung“, mahnt Wagner. Wer dieser Verpflichtung nicht nachkommt, bringe sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr.

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