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Ausstellung

Lektion in Oberpfälzer Kunstgeschichte

Das Künstlerhaus zeigt eine Auswahl von Werken aus der Sammlung des Bezirks Oberpfalz. Die neue Kuratorin Andrea Lamest hat sie ausgewählt.
Von Reinhold Willfurth

Die Künstler Karl Aichinger (links) und Michael Hottner mit Künstlerhaus-Leiterin Andrea LamestFoto: Willfurth

schwandorf.Es ist ein Streifzug durch die jüngere Geschichte darstellender Kunst in der Oberpfalz, was den Besucher der Ausstellung in der Kebbelvilla erwartet, die am Sonntag eröffnet wird. Der Bezirk Oberpfalz zeigt eine Auswahl aus seinem kleinen, aber feinen Depot an hochkarätiger Kunst aus der Oberpfalz. 60 Bilder, Zeichnungen und Skulpturen hat die neue Leiterin des Künstlerhauses Andrea Lamest ausgewählt.

Bei der Vorbesichtigung am Donnerstag zeigte sich Lamest beeindruckt von der stilistischen Vielfalt der Werke und deren historischer Tiefe. Überregional bekannte Namen wie Helmut Sturm, Kurt von Unruh oder Rudolf Weichmann finden sich unter den ausgestellten Künstlern. Für die weitgereiste Neu-Oberpfälzerin – sie entwickelte unter anderem Kulturprojekte in der Schwarzmeer-Metropole Odessa – gab es im Depot des Bezirks in der Kebbelvilla aber auch viel Unbekanntes, Überraschendes zu entdecken. Für Kenner der oberfälzischen Kunstszene freilich ist die Namensliste eine Art Who’s Who: Von Richard Vogl über Christine Sabel, Maria Seidenschwann und Paul Schinner bis hin zu Jürgen Huber, Günther Dollhopf und Wigg Bäuml sind viele Akteure mit Rang und Namen vertreten.

Einen ganzen Raum im ersten Stock des Künstlerhauses hat die Kuratorin der Landschaftsmalerei gewidmet. Hier zeigt sich die stilistische Vielfalt der Arbeiten in vielen Facetten – vom Spätexpressionismus aus den 50er-Jahren bis zur abstrakten sonnengelben Landschaft mit 3-D-Effekt. Die besondere Aufmerksamkeit der Kuratorin ist den drei Ankäufen des vergangenen Jahres gewidmet. Einer der Schöpfer dieser Werke hat sein Atelier gleich um die Ecke: Der 33-jährige Michael Hottner aus Fronberg ist in der Nachbarschaft des Künstlerhauses aufgewachsen. Dass er mit den mit feinem (Pinsel-) Strich gefertigten Bildern „Dashde“ und „Dasein“ zum Kreis der Auserwählten in der Kebbelvilla zählt, macht ihn besonders froh. Mit Karl Aichinger und Richard Vogl hat der Bezirk im vergangenen Jahr zwei bekannte Künstler für den Ausbau seiner Sammlung ausgewählt. Aichinger, Urgestein der oberpfälzischen Kunstszene, macht nicht viele Worte um seine farbintensiven Werke. Und wenn, dann kommen sie so rustikal daher wie dies: „Ich denke mir auch immer zuerst, wenn ich meine Bilder wiedersehe: Was ist denn das für ein Geisteskranker?“ Wer Aichinger und vor allem seine Bilder kennt, weiß dieses Understatement einzuordnen.

Für Andrea Lamest gab und gibt es jedenfalls viel zu staunen über die Qualität der Sammlung, die unter den bayerischen Bezirken konkurrenzlos sei. Die Offenheit, mit der das Publikum an ihren früheren Wirkungsstätten wie Odessa oder St. Petersburg mit Kunst umgingen, wünscht sie sich auch für das oberpfälzische Publikum.

Der Bezirk Oberpfalz erweitert seine Kunstsammlung kontinuierlich.

Malerei, Zeichnung, Grafik und Objekte sind Bestandteile der hochkarätigen Sammlung. Über 130 Werke finden sich im Depot im Oberpfälzer Künstlerhaus. Die Sammlung umfasst ein breites Spektrum zeitgenössischer bildender Kunst aus der Oberpfalz und wird auch in diesem Jahr wieder mit den entsprechenden Neuerwerbungen präsentiert. Vernissage für die Ausstellung oberpfälzischer Künstler in der Kebbelvilla ist am Sonntag um 11 Uhr. Die Öffnungszeiten: sonntags von 11 bis 16 Uhr, mittwochs und donnerstags von 12 bis 18 Uhr.

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