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Bauplan

Letzte Ruhestätte im Naturfriedhof

Am Birkenberg bei Nittenau ist ein Naturfriedhof geplant. Die Stadt und der Grundstücksbesitzer informierten nun vorab Nachbarn über das Vorhaben.
von Simone Grebler

Der Waldboden als letzte Ruhestätte: Bei Stefling soll nun ein Naturfriedhof auf 18 Hektar entstehen. Symbolfoto: dpa

Nittenau.Der Trend zur Feuerbestattung und zum Urnengrab macht auch vor Nittenau nicht Halt. Ein Interessent hat die Idee eines Naturfriedhofs an die Verantwortlichen der Stadt herangetragen. In einem Teilbereich der Waldfläche „Am Birkenberg“ südwestlich von Stefling soll der Friedhof errichtet werden. Dort ist geplant, Urnenbestattungen an den Wurzeln von geeigneten Bäumen zu ermöglichen. Der Stadtrat hat den Planungen grundsätzlich zugestimmt.

Bei einem ersten Besichtigungstermin informierte die Stadt mit dem Geschäftsführer der zukünftigen Betreibergesellschaft, Jürgen Kölbl, und Graf Ferdinand von Drechsel, dem Vater des Waldbesitzers, über die Planungen und beantwortete Fragen der anliegenden Grundstücksnachbarn. Dazu waren zehn Interessierte gekommen, die sich über die Baumaßnahme informierten.

Bürger frühestmöglich informiert

Dabei wurde hauptsächlich darüber informiert, in welchem Bereich der Friedhof vorgesehen ist, wo Zufahrten und Parkplätze entstehen sollen und wie das Bauvorhaben in der Praxis umgesetzt werden soll. „Wir wollten frühestmöglich – noch vor der Behandlung im Stadtrat – schon einmal die Bürger über das Vorhaben informieren“, sagte Geschäftsleiter Jakob Rester. Die Urnen werden bei einem Naturfriedhof etwa 80 Zentimeter tief in den Waldboden eingelassen. Im Anschluss wird das Grab wieder gefüllt. Die Stelle bleibt weitgehend anonym, oberhalb des Bodens werden keine Grabsteine aufgestellt oder Kränze niedergelegt. „Es ist allenfalls möglich, eine Namensplakette an einem Baum anzubringen“, informierte Geschäftsleiter Jakob Rester. Diese recht schlichte Form der Feuerbestattung sei immer gefragter.

Trend zum Urnengrab

Der Grund hierfür sei ein Wandel der Gesellschaft. Früher sei traditionell die klassische Erdbestattung und ein Grabstein gewünscht gewesen. Heutzutage gebe es kaum mehr Familiengräber, zudem sei die Grapflege schwierig, wenn die Kinder weit weg leben. Ein weiteres Argument spricht für die Urnen als letzte Ruhestätte: Feuerbestattungen sind erheblich günstiger als die herkömmliche Variante.

Der geplante Friedhof umfasst ein Gebiet von rund 18 Hektar. Als Betreiber des „Naturfriedhofs Schlosswald Regental“ soll die Schlosswald GmbH fungieren. Als nächster Schritt ist die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens vorgesehen, dabei erhalten die Bürger, die betroffenen Behörden und Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit, Stellungnahmen zum Projekt abzugeben. Das Ziel ist die Ausweisung eines Sondergebiets für die Nutzung als Naturfriedhof am Birkenberg auf den Flurnummern 225 und 225/2. Am Dienstag wird das Thema im Stadtrat behandelt.

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