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Region Schwandorf
Freitag, 25. Mai 2018 22° 8

Finale

Letzter Akt für die Hallensanierung

Mit den Pflasterarbeiten auf dem Vorplatz endet nach fast sieben Jahren die Renovierung der Oberpfalzhalle in Schwandorf.
Von Reinhold Willfurth

OB Andreas Feller und die Mitarbeiter von der Verwaltung freuen sich auf das Ende der Sanierung.Foto: Willfurth

Schwandorf. Beinahe wäre es noch eng geworden für die Gäste des Stadtballs am nächsten Samstag auf dem Weg vom Parkplatz zum Eingang der Oberpfalzhalle. Der Wintereinbruch im März mit Nachttemperaturen von bis zu minus zehn Grad habe die geplante Fertigstellung des Pflasterbelags kurzfristig in Gefahr gebracht, sagte der Leiter des Tiefbauamts, Roland Stehr am Mittwoch vor Ort. „Da haben wir nochmal ein bisschen gezittert“, so Stehr.

Doch dann wurde es doch allmählich Frühling, und die Bauarbeiter legten ein paar Samstagsschichten ein, damit die Ballgäste am Samstag keine Angst mehr haben müssen vor einknickenden Absätze und schmutzigen Lackschuhen. Bis Samstag sei der letzte Pflasterstein verlegt, versprach Roland Stehr, beim Pressetermin zum Abschluss der Pflasterarbeiten vor der Schwandorfer Stadthalle.

Nicht nur die Pflasterer können bald ihre Sachen zusammenpacken. Während im Hintergrund noch emsig an den finalen Quadratmetern gearbeitet wurde, schloss Oberbürgermeister Andreas Feller offiziell das Kapitel „Sanierung der Oberpfalzhalle“. Denn die Verlegung des neuen, 1300 Quadratmeter großen Betonpflasters ist der letzte Akt in einem Sanierungsmarathon, der sich über fast sieben Jahre hingezogen hat. „Und dies bei fast immer laufendem Betrieb“, sagte Rüdiger Frey, bei der Stadt Schwandorf zuständig für Bäder, Stadion und Oberpfalzhalle.

Mit den Duschen fing es an

Seit 2011 plant und baut die Stadt Schwandorf an der Fortentwicklung und Sanierung der Oberpfalzhalle. Zumindest offiziell, denn schon davor habe seine Abteilung für dringend nötige Infrastruktur gesorgt, die in der 1980 eröffneten Halle schlicht gefehlt habe, nämlich Duschen, erinnerte sich Hallenchef Frey. Neben Verwaltung und Stadtrat dankte Frey besonders seinen geduldigen Hausmeistern, die er angesichts des Sanierungsfinales so zitierte: „Gottseidank, dass das mal fertig ist“.

Inklusive des neuen Pflasters habe die Stadt 5,5 Millionen Euro in die Sanierungsarbeiten gesteckt, sagte Oberbürgermeister Feller. Er habe großen Wert darauf gelegt, dass der Eingangsbereich der Halle „ein funktionaler Platz bleibt“. Deshalb habe man nicht nur das alte Pflaster erneuert, sondern für Wasser- und Stromanschlüsse auf beiden Seiten gesorgt, „damit man nicht gleich wieder über Kabel und Leitungen stolpert“. Auch Leerrohre für künftige Glasfaser-Anschlüsse habe man gleich mitverlegt. Bei Veranstaltungen wie etwa der Herbstmesse werde der Vorplatz gerne von Ausstellern genutzt, so Feller. Die zunächst auf knapp 400 000 Euro geschätzte Schönheitsoperation war im Stadtrat nicht unumstritten. Man habe aber die Kosten durch Weglassen von einigen „Gags“, so Feller, auf nunmehr 220 000 Euro drücken können.

Tiefbauamtsleiter Stehr erinnerte daran, dass der Pflastebelag fast 40 Jahre „in Betrieb“ gewesen sei. Der neue Belag aus zwölf Zentimeter starken Betonsteinen mit einem Unterbau von bis zu 50 Zentimetern sei nicht nur ansehnlich, sondern auch strapazierfähig. Auch vor Lastwagen gehe der Belag nicht in die Knie. Nicht einfach sei es gewesen, ein geeignetes Zeitfenster für die Pflasterarbeiten zu finden, in dem die Halle einmal nicht so stark belegt gewesen sei. Nicht nur die Halle sei jetzt wieder gut erreichbar, sondern auch das dazugehörige Restaurant. Jetzt werde noch der 38 Jahre alte Brunnen mit den abstrakten Bronze-Stelen einer Schönheits-OP unterzogen. Allerletzter Akt der Sanierungsarbeiten werde ein kleiner Spielplatz auf der Wiese hinter der Oberpfalzhalle sein.

Fragezeichen über zweiter Halle

Dann ist die Halle endgültig gerüstet für die Großveranstaltungen der nächsten Wochen. Nach dem Auftakt mit dem Stadtball am kommenden Samstag steht schon kurz darauf, am 5. Mai, das Bundeskönigsschießen des Deutschen Schützenbunds auf dem Programm. Dabei schießen deutsche Schützenkönige und -königinnen mit dem Luftgewehr den Bundesschützenkönig heraus.

Ein volles Haus verspricht auch der Landesverbandstag bayerischer Kaminkehrer vom 14. bis 16. Mai. Und OB Feller hat nach eigenen Angaben schon eine Anfrage für eine weitere Großveranstaltung auf dem Schreibtisch. Abgerundet wird der Reigen durch kleinere Veranstaltungen wie einem Rollstuhl-Basketballturnier und einem Wettbewerb im „Speedcubing“, bei dem der berühmte „Zauberwürfel“ möglichst schnell auf jeder Seite mit der selben Farbe erscheint.

Die Pläne für eine kleinere, schlichte Veranstaltungshalle in der Nachbarschaft der Oberpfalzhalle liegen unterdessen auf Eis. „Erst einmal müssen wir unsere Pflichtaufgaben lösen“, sagte OB Feller auf Anfrage. Vor allem für die kräftig steigende Zahl an Kindern in der Stadt müsse die Kommune Betreuungsplätze schaffen. „Das haben wir damals noch nicht gewusst“, so Feller.

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Die Oberpfalzhalle in Schwandorf

  • Größe:

    Die Halle bietet auf 1250 Quadratmetern maximal 1499 Sitzplätze (incl. Tribünen). Dazu kommen zwei Foyers (375 und 205 m²), der Konrad-Max-Kunz-Saal (238 m²) und das Bistro mit Cateringbereich (125 m²).

  • Veranstaltungen:

    Der Veranstaltungskalender für die Oberpfalzhalle wird für vier bis fünf Monate festgelegt und den Vereinen mitgeteilt. Die Halle wird laut Pressesprecher Mulzer als Veranstaltungsort „sehr gut angenommen“. Seit März wurde der Vorplatz der Halle umgebaut. Ziel war es, die Arbeiten bis zum Stadtball am Samstag zu beenden. Verbandsspiele und Training liefen weiter; für die Vereine stand ein gesonderter Eingang zur Verfügung.

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