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Region Schwandorf
Sonntag, 23. September 2018 16° 3

Klärschlamm

Liste der Bewerber ist zu lang

Die Verbandsversammlung nimmt mit Roding und Beratzhausen letzte Mitglieder auf. Die Trocknungsanlage läuft ab Mitte 2019.
Von Ingrid Hirsch

Konrad Rieger, der technische Leiter (vorne), führte die Verbandsräte über die Baustelle. Mitte nächsten Jahres soll die Klärschlammtrocknungsanlage auf dem Gelände des Müllkraftwerks in Betrieb gehen. Foto: xih
Konrad Rieger, der technische Leiter (vorne), führte die Verbandsräte über die Baustelle. Mitte nächsten Jahres soll die Klärschlammtrocknungsanlage auf dem Gelände des Müllkraftwerks in Betrieb gehen. Foto: xih

Schwandorf.„Die Kapazitäten sind ausgereizt“, stellt Oberbürgermeister Andreas Feller fest. Der Vorsitzende des „Zweckverbandes Thermische Klärschlammverwertung Schwandorf“ erteilt den Bewerbern, die ihren Klärschlamm in der im Bau befindlichen Anlage auf dem Gelände des Müllkraftwerkes entsorgen wollen, reihenweise eine Absage. Bei der Sitzung am Donnerstag nahm der Verband die letzten zwei Bewerber auf. Es sind dies der Markt Beratzhausen und die „Städtischen Betriebe Roding“.

„Die Kapazitäten sind ausgereizt.“

Andreas Feller, Oberbürgermeister

„Uns liegen die Anträge von 40 weiteren Kläranlagenbetreibern aus Niederbayern, Oberbayern und Oberfranken vor“, erklärte Feller den Verbandsmitgliedern. Es zeige sich, „dass die kleineren und mittleren Kläranlagenbetreiber mit der Entsorgung des Klärschlamms erhebliche Probleme haben“. Nach Auffassung der meisten Kommunen soll die Entsorgung in öffentlich-rechtlicher Hand verbleiben, ließ sich der Verbandsvorsitzende sagen. Deshalb würden die Kläranlagenbetreiber darauf drängen, so der ZTKS-Vorsitzende, „dass der Verband die Mengen bündelt und durch zentrale Ausschreibungen die Entsorgung zu günstigen Preisen sicherstellt“.

Beispielhaft für ganz Bayern

Diese Frage müsse, so kündigt der Schwandorfer Oberbürgermeister an, in der zweiten Jahreshälfte zwischen den Verbandsmitgliedern des ZTKS, dem bayerischen Umweltministerium und dem Bayerischen Gemeindetag diskutiert werden. Der „Zweckverband Thermische Klärschlammverwertung“ gelte hier beispielhaft in ganz Bayern, stellte Andreas Feller fest.

50 000 Tonnen Klärschlamm sollen jährlich auf zehn Prozent „heruntergetrocknet“ werden. Die Testphase der neuen Anlage ist im Frühjahr 2019 vorgesehen. Ab Mitte des nächsten Jahres soll sie dann in Betrieb gehen, kündigte Claudia Scharnagl vom Planungsbüro UTE in Regensburg an. Witterungsbedingt liege man etwa drei Monate hinter dem Zeitplan. Die Kosten von 21 Millionen Euro werden zunächst finanziert und mit den Gebühren zurückbezahlt, die die Verbandsmitglieder für den angelieferten Klärschlamm bezahlen.

Mitglieder im Zweckverband

  • Gemeinden:

    Dem Zweckverband Thermische Klärschlammverwertung Schwandorf gehören folgende Gemeinden an: Altendorf, Dieterskirchen, Fensterbach, Gleiritsch, Niedermurach, Stadlern, Thanstein, Weiding, Neukirchen-Balbini, Schwarzenfeld, Schwarzhofen, Wernberg-Köblitz, Winklarn, Kallmünz, Nabburg, Neunburg v. W., Oberviechtach, Pfreimd, Schönsee, Regensburg und Beratzhausen.

  • Zweckverbände:

    Weitere Mitglieder sind die Abwasser-Zweckverbände Schwarzach, Nabburg, Stulln, Sulzbachtal, Schwandorf-Wackersdorf, Altenstadt, Neustadt, Störnstein, der Zweckverband zur Abwasserbeseitigung der Stadt Amberg und der Gemeinde Kümmersbruck, die Stadtwerke Burglengenfeld, der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf und die „Städtischen Betriebe Roding“. (xih)

Technischer Leiter Konrad Rieger und der künftig für die Anlage zuständige Mitarbeiter Sebastian Schraml führten die Verbandsräte über die Baustelle, auf der gerade die Bunker zur Anlieferung des Klärschlamms montiert werden. Als nächstes erfolgt der Einbau der Bandtrockner und der Kondensatoren. Die Energie zum Betrieb der Anlage liefert das benachbarte Müllkraftwerk mit seiner Abwärme. Der getrocknete Klärschlamm soll zunächst im Zementwerk Burglengenfeld verbrannt werden. Doch das ist nur eine Übergangslösung.

Noch auf der Standortsuche

Der Zweckverband Müllverwertung ist auf der Suche nach einem Standort für eine Klärschlammverbrennungsanlage, mit der sich das Phosphat zurückgewinnen lässt. Parallel zur Standortsuche läuft ein Forschungsprojekt der Firma „Susteen Technologies“ und der OTH Amberg-Weiden zur Verbrennung des getrockneten Schlammes. Erste Tests seien bereits erfolgreich verlaufen, versichert ZMS-Geschäftsführer Thomas Knoll. Der Zweckverband Müllverwertung unterstütze das Projekt finanziell.

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