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Befragung

Lkw-Fahrer werden dringend gesucht

Berufskraftfahrer wünschen sich bessere Arbeitsbedingungen. Der Transportverband wird im Europäischen Parlament aktiv.
Von Tobias Weiß

Sebastian Lindner, Hauptgeschäftsführer LBT, und Jens Pawlowski, Leiter BGL-Repräsentanz Berlin (v.l.), bei einer Befragung von Lkw-Fahrern Foto: swt
Sebastian Lindner, Hauptgeschäftsführer LBT, und Jens Pawlowski, Leiter BGL-Repräsentanz Berlin (v.l.), bei einer Befragung von Lkw-Fahrern Foto: swt

Wernberg-Köblitz.Der Lkw-Fahrermangel ist bereits heute ein Problem und wird sich in Deutschland in den kommenden Jahren noch weiter verschlimmern. Im Gegensatz zu früher ist „Brummifahrer“ kein Traumberuf mehr. Politik und der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) haben Lkw-Fahrer jetzt nach ihren Nöten befragt. Wie kann man hier gegenlenken?

Die Suche nach Berufskraftfahrern wird zunehmend zum Problem. Das Frachtaufkommen steigt, doch viele Lkw-Fahrer gehen in Rente – der Nachwuchs bleibt aus. Dass sich heute nur noch wenige junge Menschen für den Job als Lkw-Fahrer interessieren, liegt auch an dem Image des Jobs.

Der BGL sucht nach Möglichkeiten, aktiv gegen den Fahrermangel vorzugehen. Aus diesem Grund hat der Transportverband eine groß angelegte Online-Umfrage unter Fahrern gestartet, die im Zusammenhang mit den Verhandlungen zum EU-Mobilitätspaket steht. Damit will der BGL feststellen, was notwendig ist, um die beruflichen Situation der Lkw-Fahrer zu verbessern und den Fahrerberuf attraktiver zu machen. Die Ergebnisse sollen dann der EU-Kommission zur Verfügung gestellt werden, um sie in die Beratungen einfließen lassen zu können.

4000 Rückmeldungen

4000 Rückmeldungen gab es innerhalb von knapp fünf Wochen, jetzt erfolgt die Auswertung. Damit auch die Politik einen Eindruck erhalten kann über die Nöte der Brummifahrer, wurden für SPD (Autobahnrasthof Frechen Nord) und Union auch persönliche Fahrerbefragungen durchgeführt.

Zusammen mit Jens Pawlowski, Leiter des BGL-Büros in Berlin, und Sebastian Lechner vom Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) hat der CSU-Bundestagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe, Karl Holmeier, am Autohof in Wernberg-Köblitz Lkw-Fahrer befragt, was sie bewegt.

Angleichung des EU-Wettbewerbs

  • Gedankenaustausch:

    Im Frühjahr hätten sich daher Vertreter des BGL mit führenden Verkehrspolitikern im Europäischen Parlament zum Austausch getroffen. Themen seien dabei Mobilitätspakt und die Anwendung der Entsenderichtlinie gewesen. Während der zuständige Ausschuss dem zustimmte, lehnte das Plenum es ab.

  • Beratungen:

    Nun folgen weitere Beratungen. Die Ergebnisse der Online-Umfrage sollen die Befürworter unterstützen. Mit der Umsetzung soll für mehr Wettbewerbsgleichheit in der EU gesorgt und den Kampf gegen Sozialdumping aufgenommen werden.

Eine bessere Entlohnung, mehr Wertschätzung, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Flexibilität bei Lenk- und Ruhezeiten sowie mehr freie und sauberere Parkplätze: In dieser Reihenfolge lassen sich die Aussagen von Lkw-Fahrern zusammen fassen

Ein weiteres schwieriges Thema, das angesprochen wurde, sind die Blockabfertigungen in Tirol und dadurch entstehende Staus an der Grenze zu Österreich bis weit in den bayerischen Raum hinein. Für die Speditionen stellen sie einen zusätzlichen Kostenfaktor dar, für die Fahrer eine weitere Belastung. Problematisch seien zudem die Einhaltung der vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten. Durch die Staus und Blockabfertigungen gingen wertvolle Arbeitszeit verloren. Und die immer noch vorhandene Parkplatznot sei auch heute noch ein größeres Problem. Hier konnte aber MdB Holmeier zusichern, dass milliardenschwere Maßnahmen aufgrund höherer Einnahmen aus Steuern und Maut bald für Entlastung sorgen werden.

Beratungen folgen

Im Europäischen Parlament folgen auf den Gedankenaustausch der Verkehrspolitiker mit dem Transportverband nun weitere Beratungen. Die Ergebnisse der Online-Umfrage sollen die Befürworter unterstützen. Der BGL ärgert sich auch über die osteuropäische Konkurrenz und das Lohndumping. Jens Pawlowski und Sebastian Lechner wissen von Fällen, in denen ausländische Speditionen sogar von deutschen Rastplätzen aus disponieren. Über Wochen oder sogar Monate würden diese Fahrer ihre Heimat nicht mehr sehen, was ein Unding sei. Wettbewerb auf Augenhöhe sehe anders aus, war man sich beim Pressegespräch einig.

Wer in oder durch Deutschland fährt, muss auch den deutschen Mindestlohn zahlen. Jährlich verlieren die deutschen Speditionen ein Prozent Marktanteil. Schuld an der Misere des Fahrermangels hätten aber viele. So sorge der Onlinehandel für eine immer größere Nachfrage, während die Fahrer weniger werden.

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