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Debatte

Maidult: Feuerwerk muss nicht sein

Pyrotechniker Winter nimmt Stellung zur Kritik aus Burglengenfeld. Schausteller Schneider denkt schon über Alternativen nach.
Von Stefan Barte

Das Höhenfeuerwerk zum Abschluss der Maidult löste Debatten aus. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Das Höhenfeuerwerk zum Abschluss der Maidult löste Debatten aus. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Burglengenfeld.Das Feuerwerk zum Abschluss der Burglengenfelder Maidult hat offenbar nicht allen Bürgern gefallen. Das macht ein Leserbrief deutlich, der die Mittelbayerische im Nachgang der Veranstaltung erreichte. Christa Frankerl beschrieb das Feuerwerk in dem Schreiben als „total überzogen“ und „viel zu lange andauernd“. Zudem habe es etliche am Kreuzberg und in näherer Umgebung lebende Wildtiere, brütende Vögel und auch alle Haustiere enorm verschreckt. Bei einer telefonischen Rückfrage führte sie aus, dass das Feuerwerk länger als alle bisherigen Veranstaltungen dieser Art gedauert habe. „Gefühlt mindestens doppelt so lange“, erklärte Frankerl.

Das sieht der Pressesprecher der Stadt allerdings nichts so. „Aus Sicht der Stadtverwaltung ist das diesjährige Feuerwerk deutlich kleiner ausgefallen, als etwa das Feuerwerk zum Jubiläumsvolksfest im Jahr 2017“, erklärte Michael Hitzek auf Anfrage – und lag damit letztlich genauso falsch wie der Leserbriefschreiber.

Impressionen von der Maidult sehen Sie hier:

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Licht ins Dunkel brachte Thomas Winter, der Chef der durchführenden Pyrotechnikfirma aus Schierling. Er ist der Feuerwerker, der selbst vor Ort sowohl das Feuerwerk zur 475-Jahrfeier, als auch das Höhenfeuerwerk anlässlich der Maidult ausrichtete. „Beide Feuerwerke dauerten exakt gleich lang, nämlich acht Minuten“, erklärte der Mann, der es wissen muss.

Für die Maidult gab es seinen Angaben zufolge jedoch seitens des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eine zusätzliche Auflage. Vom Kaliber her durfte nur halb so große Munition verschossen werden. Somit war das Feuerwerk vom 1. Mai vom Volumen her viel kleiner und damit auch nicht so laut wie das Jubiläumsfeuer vor zwei Jahren. Das Amt hatte die Auflage mit Blick auf die Waldbrandgefahr und zum Schutz der Tiere ausgesprochen. Veranstalter des Höhenfeuerwerks war bei der Maidult nicht etwa die Stadt, sondern Schausteller Manuel Schneider. Die Stadt war nicht einmal Genehmigungsbehörde. Dafür ist das Gewerbeaufsichtsamt am Landratsamt zuständig.

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Manuel Schneider sieht das Höhenfeuerwerk nach eigenen Worten als krönenden Festabschluss der Maidult. Es sei als Dank an die Bevölkerung gedacht gewesen und bringe ihm keinen Profit. „Den Menschen vor Ort hat das Feuerwerk gefallen“, betont der Schausteller, der sich trotzdem ein im Leserbrief vorgeschlagenes Alternativprogramm vorstellen könnte. „Es muss kein Feuerwerk sein, ich werde mir für nächstes Jahr eine umweltfreundlichere Alternative überlegen“, kündigte Schneider an.

Dies passt zur Haltung von Bürgermeister Thomas Gesche, der sich bereits anlässlich des Silvesterfeuerwerks 2018 geäußert hatte. Gesche hält nichts von Verboten, sondern appelliert eher an die Vernunft der Bürger. Der Bürgermeister möchte zwar bei Veranstaltungen ein Feuerwerk generell nicht ausschließen, kann sich aber auch stimmungsvolle Alternativen wie etwa bei der Italienischen Nacht vorstellen.

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