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Jugendsport

Marleen bringt frischen Schwung hinein

Die 19-jährige Marleen Sandmann betreut im Freiwilligen Sozialen Jahr den Handballnachwuchs des HC Städtedreieck.
Von Josef Schaller

  • Marleen Sandmann gibt den Grundschulkindern letzte Anweisungen für das Spiel. Fotos: bjs
  • Gabriele Gehrke-Küss (Vorsitzende des HC 97 Städtedreieck und Willy Schmid (Abt.Leiter Handball beim TSV Schwandorf) mit Marleen Sandmann (Mitte)
  • Zwei Teams, die gegenseitig die aufgestellten Hütchen mit einem Ball abwerfen sollen. Die Matte in der Mitte der Spielfläche ist die neutrale Zone. Von hier aus muss geworfen werden.
  • Auch die Nachbesprechung ist wichtig!

Burglengenfeld.Seit Jahren klagen Vereine ihr Leid: Die Jugendlichen bleiben weg. Sogar viele Fußballvereine haben inzwischen mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. Beim Handball ist es besonders schlimm. Der HC 97 Städtedreieck hat deshalb im vergangenen Sommer einen neuen Weg eingeschlagen, um diesem Negativtrend Einhalt zu gebieten. Zusammen mit der Handballabteilung des TSV Schwandorf, mit der der HC 97 bereits seit vier Jahren erfolgreich im Jugendbereich eine Spielgemeinschaft betreibt, hat sich der Verein über den Bayerischen Landessportverband um eine FSJ-Stelle (Freiwilliges Soziales Jahr) beworben. Mit Erfolg! Seit September bringt die 19-jährige Marleen Sandmann aus Burg Steinfurt in Nordrhein-Westfalen frischen Schwung in die Nachwuchsarbeit des Vereins.

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Sie unterstützt einerseits die Jugendtrainer und kümmert sich rund um den Trainings- und Spielbetrieb um die Kinder und Jugendlichen. Zum anderen bietet sie an mehreren Schulen und Einrichtungen, unter anderem an der Hans-Scholl-Grundschule in Burglengenfeld (Ganztagsklasse), an der Maximilian-Grundschule in Maxhütte-Haidhof sowie in Schwandorfer Schulen und Kindergärten Sportunterricht an, natürlich mit dem Ziel, den Kindern den Handballsport näherzubringen und auf diese Weise für Nachwuchs im Verein zu sorgen. Und nebenbei spielt sie auch noch aktiv in der ersten Damenmannschaft des HSG Naabtal.

Inspiriert wurden die Verantwortlichen des HC 97 Städtedreieck von der Handballabteilung des FC Neunburg v. Wald. „Die sehr gute und erfolgreiche Jugendarbeit dort war uns schon vor einigen Jahren aufgefallen“, wie die Vorsitzende Gabriele Gehrke-Küss im Gespräch mit unserem Medienhaus betonte.

„Deshalb haben wir uns im vergangenen Jahr die Frage gestellt: Können wir das auch?“ Natürlich sei so etwas nicht alleine machbar, so die Maxhütterin. „Das geht nur in Kooperation mit einem weiteren Verein und einer damit verbundenen Kostenteilung.

Glücklicherweise sei die Idee auch bei den Verantwortlichen des Spielgemeinschaft-Partners TSV Schwandorf sofort auf offene Ohren gestoßen, so die Vorsitzende. „Wir haben das schon öfter ins Auge gefasst“, bemerkte Willy Schmid, Abteilungsleiter Handball beim TSV Schwandorf. Die beiden Vorsitzenden sind sich auch nach sieben Monaten noch einig: „Die FSJ-Maßnahme ist erfolgreich und gut!“

Inzwischen zeigt sich nämlich bereits der Erfolg dieser Maßnahme. Das große Loch im Jugendbereich des HC 97 Städtedreieck beginnt sich zu schließen. Deshalb denken sie auch über eine Fortsetzung nach und machen sich bereits Gedanken über eine(n) Nachfolger(in) für Marleen Sandmann, deren Engagement Ende August enden wird. Die hat allerdings die Messlatte sehr hoch gesetzt, wie Gehrke-Küss bemerkte. Positiv beeindruckt waren die Verantwortlichen der beiden Vereine schon beim ersten Treffen, das im Sommer 2017 in Schwandorf stattfand und dem gegenseitigen Kennenlernen diente. „Marleen war von Anfang an sehr aufgeschlossen und machte einen sympathischen, zuverlässigen und ehrgeizigen Eindruck“, so Gehrke-Küss. Sie sei auch sofort bereit gewesen, den Übungsleiterschein für den Breitensport zu machen.

„Allerbeste Erfahrungen“

Auch die Leiterin der Hans-Scholl-Grundschule, Ingrid Donaubauer, hat bisher die „allerbesten Erfahrungen“ gemacht, wie sie auf Nachfrage unseres Medienhauses bestätigte. Die Rückmeldungen aus der Nachmittagsbetreuung seien durchweg sehr positiv. „Ich kann dem Handballverein mein Kompliment aussprechen. Sollte der HC 97 Städtedreieck diese Maßnahme im nächsten Schuljahr fortsetzen, sind wir sofort wieder dabei.“

Bei drei Vereinen hatte sich die Abiturientin, die erst mal nicht studieren und „ne komplett neue Umgebung haben wollte“, vorgestellt und sich schließlich für den HC 97 entschieden. Sie fühlte sich hier auf Anhieb sehr gut aufgenommen, wie sie der MZ erzählte. Für Heimfahrten hat die 19-Jährige wenig Zeit. An Weihnachten sei sie zuletzt zu Hause gewesen. Nach ihrem einjährigen Dienst in der Oberpfalz möchte sie in die Großstadt. In Frankfurt will sie eine Ausbildung als Großhandelskauffrau beginnen. Vom Studieren hält Marleen Sandmann nach wie vor nicht viel. „Ich mag eher die Praxis und nicht so sehr die Theorie“, so die engagierte Handballerin.

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Das Freiwillige Soziale Jahr

  • Das Freiwillige Soziale

    Jahr (FSJ) bietet für die Freiwilligen im Zeitraum zwischen Schule und Beruf eine Möglichkeit, die eigene Persönlichkeit zu stärken, soziale und interkulturelle Fähigkeiten zu entwickeln, sich persönlich und beruflich zu orientieren und die Selbständigkeit, das Selbst-bewusstsein zu fördern sowie die eigen- und Fremdverantwortung zu üben. Die Freiwilligen sind in dieser Zeit beitragsfrei in der gesetzlichen Sozialversicherung versichert und haben auch Anspruch auf Urlaub.

  • Die Einsatzbereiche

    liegen im sozial-karitativen oder gemeinnützigen Gereich. Obwohl der Dienst kein Arbeitsverhältnis ist, sind die Freiwilligen rechtlich Auszubildenden vergleichbar. Zum Einsatzbereich gehören der Dienst an kranken, alten und behinderten Menschen sowie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Auch in den Bereichen Kultur, Sport, in der Denkmalpflege, in der Politik,und auch im Ausland ist ein Einsatz möglich. Quelle: Bundes-Freiwilligendienst.DE (bjs)

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