mz_logo

Region Schwandorf
Donnerstag, 19. Juli 2018 27° 1

Comedy-Abend

Martin Frank nimmt es, wie’s kommt

Der Niederbayer aus Hutthurm erntet in der Kebbelvilla viel Beifall, auch wenn er kritische Themen auf die Schippe nahm.
Von Dietmar Zwick

Viel Beifall erntete Martin Frank beim Auftritt in der Kebbelvilla. Foto: Zwick
Viel Beifall erntete Martin Frank beim Auftritt in der Kebbelvilla. Foto: Zwick

Schwandorf.Er erregte bei den Zuhörern mit seinen Gesichtsausdrücken immer wieder Mitleid, ist ausgebildeter Standesbeamter, kommt aus Hutthurm in Niederbayern, darf sich seit 2017 als Schauspieler bezeichnen, wollte aber ans Mozarteum nach Salzburg und sorgte für einen Lacher nach dem anderen. Aber er beeindruckte ebenso mit seinen Gesangseinlagen wie auch als Opernsänger. Der 25-jährigen Single Martin Frank war am Donnerstag beim bayerischen Comedy-Abend für eine ausverkaufte Vorstellung im Oberpfälzer Künstlerhaus und Tränen in den Augen sorgte.

Eingangs sagte Martin Frank, dass es ihm nicht gut gegangen sei, als er nach Schwandorf gekommen war, denn er kenne doch niemanden hier. Doch weil manche Gäste ihm schon kannten, „musste“ er auch sein neues Programm „Es kommt, wie’s kommt“, spielen. Jeder habe so seine Pläne und plane zum Beispiel eine tolle Karriere: Als Pfarrer wolle Bischof werden und dann werde man Vater.

Auf die Frage, wie viel die Leute für die Karte bezahlt haben, bekam er keine Antwort, woraus er schnell folgerte: „Aha umsonst, lauter Schnorrer hier“. Dann folgte ein Warm-up, dass jeder Künstler brauche, auch Helene Fischer. Doch dafür sorge Florian Silbereisen selbst, erklärte der Niederbayer ganz trocken.

Niederbayern sei ein Land der angeborenen Emotionslosigkeit, so Martin Frank, der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist und der dem Publikum im Detail erläuterte, warum er als Opernsänger nicht genommen wurde. Seine Konkurrenten trugen alle wohlklingende Namen wie Mariah oder Sariah. Er dagegen heiße Martin Frank, wobei er nicht einmal selbst weiß, was der Vor- oder Nachname ist.

Auch das Thema Armut sprach der Kabarettist an. Vier Millionen Deutsche könnten von ihrem Beruf nicht leben. In seiner Heimat bekomme er für fünf Euro fünf warme Leberkässemmeln – in München dagegen koste eine schon 2,90 Euro. Damit zahle man im Bayerischen Wald monatlich ein Darlehen ab.

Martin Frank erzählte, dass bei seinem ersten Engagement als Schauspieler einen Nikolaus zu spielen hatte, der ja ursprünglich aus der Türkei kommt. „Ausländer sollen nicht ins Land, aber mit Geschenke sogar ins Wohnzimmer“, hob Frank hervor. Das Thema Umwelt packte er sogar gesanglich an: Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich muss euch sagen, es stinket unten sehr. Der Feinstaub ist uns eine Plag, dass jeder drunt schon Asthma hat“, reimte er und startete sogleich seine nächste Attacke auf das Zwerchfell der Zuhörer in dem fast zweistündigen Programm.

Mehr aus dem Landkreis Schwandorf lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht